Interview – Still Patient?

Das Warten für die Fans von Still Patient? hat ein Ende!!! Bei „LOVE AND RITES OF RAGE“ – werdet Ihr in die Welt von Liebe, Schmerz und Melancholie gelockt. Dabei wird Euch der Sound kraftvoll mitreißend, aber auch ruhig und dunkel begegnen.

Ich freue mich ganz besonders, dass die Band sich Zeit genommen hat mir ein paar Fragen zu beantworten.
 

KKM: Hallo Ihr! Euer neues Album LOVE AND RITES OF RAGE“ ist gerade erschienen. Erzählt uns doch kurz, wovon das Album handelt?

Andy Koa: Das Album beschäftigt sich im Großen und Ganzen mit dem für uns wichtigsten Gefühl und Sehnsucht: Der Liebe. Sie hat viele Facetten, von der Erfüllung über Sebis zur Zerstörung. Wir alle möchten Liebe spüren und wissen dennoch, wie sehr sie auch schmerzen kann. Die Songs wurden zum Teil in einer Zeit großer persönlicher Veränderungen geschrieben und sind zum Teil Momentaufnahmen der jeweiligen Stadien. 

KKM: 2018 erschien Euer letztes Studioalbum „Zeitgeist Weltschmerz“. Eine lange Zeit. Was habt Ihr in dieser Zeit getan?

Beckes: In der Tat eine lange Zeit. Zunächst hatten wir nach der Veröffentlichung des Albums einige Konzerte, die uns zum einen auf Festivals wie z.B. das NCN in Deutzen, aber auch ins Ausland wie z.B. erstmals nach Griechenland und auch nach England geführt haben. Parallel dazu begannen wir auch schon an neuen Songs zu arbeiten, bevor wir, wie so viele andere Bands auch, durch Corona und den damit verbundenen Lockdown ausgebremst wurden. In dieser Zeit haben sich bei den einzelnen Bandmitgliedern so viele Ideen angesammelt, dass wir insgesamt 17 Songs fertigstellen konnten, von denen 4 Stücke vorab digital auf der EP LEITBILD ANGST veröffentlicht wurden, da sie stilistisch noch zu nah am ZEITGEIST-Album waren. Der Rest ist auf dem neuen Album zu finden.

Andy Koa: Nach jedem fertigen Album beginnt umgehend die Arbeit an neuen Songs und Ideen. Nach ZEITGEIST WELTSCHMERZ hatten wir zwar eine ungefähre Vorstellung davon, wie die nächsten Songs klingen sollten, aber so etwas lässt sich bei uns nicht wirklich planen. Wir entwickeln unsere Musik nicht am Reißbrett, sondern sie kommt unmittelbar aus uns heraus. So sind auch Stücke entstanden, die sich stilistisch etwas voneinander unterscheiden, zum einen eher in Richtung des Vorgängeralbums, zum anderen wollten wir wieder etwas mehr zu unseren musikalischen Ursprüngen zurückkehren. Deswegen die Aufteilung der Stücke auf die digitale EP und das neue Album.

KKM: Die verrückten Jahre 2021 und 2022 sind endlich vorbei. Wie habt ihr sie verbracht?

Andy Koa: Nach unserem letzten Konzertwochenende in England, kurz bevor alles dicht gemacht wurde, mussten wir uns erst einmal den Gegebenheiten anpassen. Gemeinsam an neuem Material zu arbeiten, war erst einmal nicht mehr möglich. Wir haben versucht, den Kontakt innerhalb der Band aufrechtzuerhalten und uns auf die vorhandenen Songs konzentriert. Im Nachhinein haben uns diese Jahre sehr geholfen, da wir uns mehr auf die Ausarbeitung unserer Musik konzentrieren konnten. Die Songs auf unserem neuen Album haben dadurch mehr Tiefe und Atmosphäre bekommen. Wir waren auch gezwungen, uns mehr mit uns selbst und unseren Themen des Lebens auseinandersetzen, was unseren Stücken sehr zugute kam.

Beckes: Musikalisch waren die letzten zwei Jahre vor allem mit der Fertigstellung des neuen Albums ausgefüllt. Die vielen Ideen zu sortieren, zu arrangieren und schließlich zu produzieren, hat viel Zeit in Anspruch genommen. Aber ich denke, es hat sich gelohnt. Privat bin ich dann auch noch umgezogen und habe im letzten Jahr noch einmal geheiratet.

KKM: Wie viel Arbeit hattet ihr an dem Album und hat euch jemand unterstützt?

Andy Koa: Jedes neue Album ist ein Kraftakt. Nicht nur das Schreiben der Songs, sondern auch das Realisieren der Ideen und Vorstellungen, wie es am Ende klingen soll. Das ist uns in der Vergangenheit nicht immer so gut gelungen. Gerade dieses Album war für uns extrem wichtig und wir wollten es so gut wie möglich hinbekommen. Das hat auch einen enormen Druck aufgebaut, aber letztendlich sind wir sehr stolz auf das Ergebnis.

Beckes: Das Album hat schon viel Zeit in Anspruch genommen, gerade weil so viel Input von allen zu verarbeiten war. Das Songwriting, die Arrangements und die Aufnahmen haben wir selbst gemacht. Für den Mix und das Mastering haben wir dann auf die Hilfe von Rolf Munkes in den Empire Studios in Bensheim zurückgegriffen. Er hat uns auch den einen oder anderen Arrangement-Tipp gegeben und ist im Laufe der Zeit zu einem guten Freund geworden. 

KKM: Das ist ja nun bei weitem nicht euer erstes Album. Ist die Aufregung trotzdem immer noch groß?

Andy Koa: Natürlich ist die Aufregung noch da. Man will es ja ganz besonders richtig machen. Es ist immer wieder eine neue Herausforderung an sich selbst und an den Menschen, der das Ganze produziert. Die Zeit ist dabei immer der schwierigste Faktor, weil sie oft auf ein Minimum begrenzt ist. Man muss jede Sekunde nutzen, um das Ergebnis positiv zu beeinflussen. Wir haben großes Glück, endlich jemanden gefunden zu haben, der uns und unsere Musik versteht und weiß, wo wir hin wollen.

Beckes: Bei mir auf jeden Fall. Ich vergleiche das immer ein bisschen mit dem Vaterwerden, da war ich auch immer aufgeregt, sowohl während der Schwangerschaft als auch bei der Geburt meiner Kinder. Das legt man auch nicht ab, egal wie oft man Vater wird. Und jedes neue Album ist auch wie ein Kind für mich.

KKM: Welche Musik habt ihr im Schaffensprozess privat gehört und hat diese Musik das Album vielleicht auch ein Stück weit beeinflusst?

Andy Koa: Wir alle hören ein breites Spektrum an Musik, die uns sicherlich unterschwellig beeinflusst. Das war schon immer so. Ich persönlich habe früher sehr wenig Gothic-Rock gehört und war daher auch wenig davon beeinflusst. Aber wir waren uns alle einig, dass wir mit dem neuen Album stilistisch zurückgehen wollten, ohne dabei an Qualität einzubüßen. Das neue Album ist genau das, was wir in den 90ern gerne gemacht hätten, aber nicht geschafft haben.

Beckes: Ich höre nicht viel anderes als sonst auch. Mein Musikgeschmack geht von Darkwave über Indie, Punk, Metal bis hin zu ruhiger, sphärischer Musik. Von daher kann ich jetzt nicht sagen, dass ich besondere Einflüsse von außen hatte. Allerdings hatten wir uns vor Beginn des Songwritings überlegt, wieder etwas mehr “back to the roots” zu gehen, was uns anscheinend auch ganz gut gelungen ist.

KKM: Ist es euch schwerer gefallen, am neuen Album zu arbeiten? Hat es euch in eurer Kreativität beeinträchtigt?

Andy Koa: Man möchte natürlich frei und unbelastet an neuen Stücken arbeiten, was in den meisten Fällen nicht unbedingt möglich ist. Der Alltag, das Privatleben und vieles mehr beeinflussen und beeinträchtigen den kreativen Prozess immer, wenn auch nicht immer negativ. Schließlich schreiben wir Musik, die Gefühle und Bilder transportiert, die oft von Schmerz und Trauer geprägt sind. Widrige Umstände sind oft ein guter Ideenlieferant. Diesmal haben wir uns gezwungenermaßen mehr Zeit nehmen müssen, und somit auch mehr Einflüsse zugelassen, die unserer Kreativität förderlich waren.

Beckes: Ich persönlich hatte bei der Arbeit am neuen Album tatsächlich eine Phase, in der es nicht so gut lief und in der mir – zumindest gefühlt – nicht so viele gute Ideen kamen. Aber das ist im kreativen Prozess nicht unbedingt ungewöhnlich.

KKM: Was macht euch persönlich mehr Spaß, die Produktion oder die Live-Auftritte?

Andy Koa: Die Arbeit an den Songs zu Hause gehört zu meinem Alltag und ich möchte sie nicht missen. Man kann sich sehr gut darin verlieren. Live-Auftritte hingegen bieten uns die Möglichkeit, direkt mit Menschen in Kontakt zu treten, die von unserer Musik bereits berührt wurden oder uns zum ersten Mal erleben. Das ist immer sehr spannend, vor allem, wenn man die Möglichkeit hat, nach den Konzerten mit vielen Leuten ins Gespräch zu kommen. Das ist uns sehr wichtig und macht auch einen großen Teil unserer Motivation aus.

Beckes: Ich arbeite gerne an der Entstehung neuer Songs und finde es immer wieder spannend zu sehen, wie ein Song Gestalt annimmt. Aber für mich sind Live-Auftritte ganz klar der Favorit.

KKM: Habt ihr für 2023 / 2024 insgesamt eine Tour geplant?

Andy Koa: Es ist sehr schwierig geworden, mehrere Konzerte hintereinander zu organisieren. Die Corona-Jahre mit den vielen Absagen und mehrfachen Verschiebungen stecken der Konzertszene noch in den Knochen. Die meisten bevorzugen größere Festivals, weil sie sich dort mehr erhoffen und auch um Freunde wiederzutreffen. Auch wenn dort die ewig gleichen Headliner rotieren. Die kleinen Clubkonzerte mit ihren überschaubaren Besucherzahlen bleiben oft auf der Strecke. Das lohnt sich für viele Veranstalter nicht mehr und auch etablierte Konzertreihen verschwinden. Wir sind jedenfalls für beide Möglichkeiten offen. Wir werden aber im Rahmen des WGT 2024 im Hellraiser und auf dem Castle Rock in Mülheim a.d.R. spielen. Dann wird es noch eine Handvoll Clubkonzerte in der zweiten Jahreshälfte geben.

Beckes: Wenn die Fans und die Veranstalter das möglich machen, würde ich mich sehr freuen. :-)

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