Vlad In Tears – Dead Stories Of Forsaken Lovers – VÖ: 14.02.2020

Die italienische Band Vlad in Tears kann auf eine
beeindruckende Albumhistorie zurück blicken. Nach
ihrem letzten Longplayer aus dem Jahr 2017 ist das
neue Album bereits ihr achtes Werk, und das hat es in
sich.

Auf „Dead Stories Of Forsaken Lovers“ findet die Band
wieder zurück zu alter Stärke und besticht durch
melodischen Rock mit deutlich hörbarem, aber niemals
aufdringlichem, melancholisch-düsterem Einfluss.
Gleich der Opener „We Die Together“ setzt mit einer
gekonnten Mischung der genannten Elemente den
Grundton des Albums, worauf sogleich das erotisch-
groovige „Tonite“ und das treibende „Born Again“,
welches mit Lex Megaherz als Gastsänger
aufgenommen wurde, folgen.

Natürlich dürfen auch besinnlichere Songs wie „Sleep
Lover Sleep“ oder „Every Day It’s Gonna Rain“ auf
einem Vlad in Tears Album nicht fehlen, und hier kann
Sänger Kris Vlad die Kraft und Einfühlsamkeit seiner
Stimme voll ausspielen.

Als besonderes Extra auf der Digipak Edition CD hat
die Band sechs ihrer besten Songs sowie eine
Coverversion des Alice In Chains Hits „Man in the Box“
als akustische Versionen neu aufgenommen. Hier zeigt
sich noch mal deutlich die Qualität der Songs in
minimalistischer Umsetzung und maximaler Intensität.

„Dead Stories Of Forsaken Lovers“ präsentiert Vlad in
Tears als gereifte Band mit Gespür für knackigen, aber
nicht weniger gefühlvollen Rock, der Beine und Herz
zugleich anzusprechen vermag.

Audio Tracklisting:
1 We Die Together 04:27
2 Tonite 03:22
3 Born Again 03:00
4 Every Day It’s Gonna Rain 03:33
5 Dead 04:17
6 Sleep Love Sleep 04:21
7 Felt No Pain 03:35
8 Heavy Rain 03:17
9 Broken Dreams 03:18
10 Tears Won’t Fall 03:20
11 Man In The Box (Acoustic Version) 03:56
12 Days Gone (Acoustic Version) 03:53
13 How Do You Know (Acoustic Version) 03:28
14 Pretending (Acoustic Version) 03:31
15 Still Here (Acoustic Version) 04:13
16 You’ll Come Back To Me (Acoustic
Version)

03:55

17 Entrapped Soul (Acoustic Version) 04:24

Rezension: 

Vlad in Tears – Dead Stories of Forsaken Lovers

Vlad In Tears sind schon lange keine Unbekannten mehr. Die seit über 10 Jahren in Italien gegründete, mittlerweile nach Berlin umgezogene, Band um Frontmann Kris Vlad haben mittlerweile fünf Studioalben veröffentlicht und das sechste wurde von Oktober letzten Jahres auf Februar diesen Jahres verschoben. Dem aber nicht genug tourten sie in den letzten Jahren auf vielen großen Festivals und waren Support von The 69 Eyes, Mono Inc, Unzucht, Stahlmann und Hämatom.

Das neue Studioalbum wird „Dead Stories of Forsaken Lovers“ heißen. 10 Songs sind gepresst, und als Digipack-Käufer erhält man noch 6 Acoustic-Versionen alter Songs dazu. Ein kleines Schmankerl gibt es auch zu entdecken. Die siebte Acoustic-Version ist ein Cover des Alice-in-Chains-Klassikers „Man in the box“. MEGA!

Das Cover zeigt ein Paar in inniger Umarmung. Doch es sind keine Menschen, sondern ein Dämon und eine Elfe, die sich einander hingeben. Der Opener „We die together“ passt da weniger dazu, denn ich vermute beide sind entweder untot oder unsterblich. Genug der Klugscheißerei! Der Song ist unglaublich gut, hat Drive und bleibt im Ohr. Man fühlt sich sofort in die alte HIM Zeit zurückversetzt. Auch wenn Kris Vlad nicht die perfekte Kontrolle der tiefen Gesangstimme eines Ville Valo aufweist, braucht er sich nicht zu verstecken! Jeder, der Vlad in Tears schon einmal live gesehen hat, weiß, dass er dieses kleine Manko mit viel Bühnenpräsenz locker wett macht. In das selbe Horn bläst „Born Again“, ein Duett mit Megaherz-Frontmann Lex und einer Passage auf Deutsch. Sehr nett arrangiert und Kris Versuch auch die Sprache seiner Wahlheimat zum Besten zu geben macht ihn sehr sympathisch. Beide Songs sind Dark/Gothic Rock vom Allerfeinsten. Auch „Felt No Pain“ ist eine Uptempo-Nummer, die es auf Anhieb zu meinem Lieblingsstück der CD geschafft hat. Es passiert so viel in dem Song, dass es nie langweilig wird. Ein paar Streicher läuten den Song ein und auf eine Headbang-Passage folgt eine gezupfte Strophe. Der Refrain ist sehr eingängig, die Bridge, Solo und Hook sind überraschend. Wirklich tolles Songwriting.

Es sind auch zwei langsame Stücke auf der CD enthalten. Das ist auch sinnvoll, denn sonst könnte es langweilig werden. Allerdings treffen diese nicht meinen Geschmack. „Sleep Lover Sleep“ ist mir zu schwofig und auch der Einsatz der verzerrten Gitarren kann dieses Gefühl nicht retten. Der Song hängt zwischen Schlaflied und Rockballade in den Seilen. „Heavy Rain“ ist eine Ballade in klassischer – Sorry für den Ausdruck – LoveMetal Manier.

Mein Fazit: Die CD hat wirklich ein paar starke Song zu bieten, aber manche sind reine Filler oder nicht zu Ende gedacht. Dennoch empfehle ich die CD nicht nur den Liebhabern von HIM und The Rasmus, sondern auch allen, die auf gute Gitarrenmusik mit Melodie stehen. Ich vergebe 8 von 10 Bluttränen.

geschrieben von Marc Seidler

 

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