The Wide – Paramount – Rezension

Ein Bob Ross Memorial“, denke ich mir, aber etwas stört. „Hat der Androiden gemalt?“ Nein, es ist das Cover der Debüt-Scheibe „Paramount“ von The Wide. Paramount ist eine Stadt in Kalifornien, die weder eine besondere Geschichte, noch Sehenswürdigkeiten ihr Eigen nennen kann. Da man Berge sieht, könnte dies auch zu dem Logo von Paramount Pictures passen oder sie nehmen Bezug auf die Plattenfirma Paramount Records, die allerdings hauptsächlich Jazz herausgebracht hat.

Das ist nun überhaupt nicht das Genre der Band. Beim ersten Durchhören ist schnell klar, dass hier die 80er mitschwingen und man die Platte eher in die Indie-Pop- / Wave- Schiene packen würde. Und tatsächlich – The Wide sind vier Musiker aus Mönchengladbach, die schon lange im Geschäft sind. Die vier Mitglieder spielten bereits bei 12 Drummers Drumming, die bereits 1983 ihre erste Platte herausbrachten. So findet man Anlehnungen den den Sound, den Gesang und die Stimmung der 80er mit Bands, wie The Smiths, The Cure, Killing Joke und hier und da kommt ein Bowie durch. Dennoch klingt die CD modern und ist clever durchdacht.

Die ersten beiden Tracks „Walking away“ und „Girl“ changieren zwischen Schwermütigem und Leichtfüßigem und werden dabei von der eingängigen Gesangsstimme getragen. Als großer Fan der Zeit und deren Musik treibt mir „Eyes are close“ doch ein kleines Tränchen ins Auge. Der Song ist ein Kracher! Zu dem Bratschen – Synthie – Sound gesellt sich ein typischer 80er Drum-Rhythmus, wunderschön hallende Cure-Gitarrenpicks, eine treibende Bass-Line und ein Morrisey-Gesangs-BonBon mit Ohrwurm-Refrain. Mit „Heroine“ kommen Fans von David Bowie voll auf Ihre Kosten. Es wäre verwegen den Song in die Bowie-Sphären zu heben, aber das Arrangement des Songs ist sehr mutig und The Wide werden für diesen belohnt – Chapeau!

Leider reißt einen „Fall for your love“ und „Fearkilling Love“ etwas aus der schönen lethargischen Stimmung. Ich finde mich auf der B-Seite einer Beatles-Platte wieder. Seltsamer Stilbruch… Leider können „Stars“, „So in Love“ und „You“ das Gefühl nicht wieder zurückbringen. Der letzte und auch der Titel-Track „Paramount“ ist stolze 9 Minuten lang. Hier toben sich die Musiker aus und zeigen, dass sie Ihr Handwerk verstehen, aber der Song bietet wenig Überraschung und wirkt daher etwas überlang.

Um diese CD zu bewerten teile ich sie. Track 1-4 erhalten 8 von 10 Schulterpolster, der Rest leider nur 4 von 10 Kajal.

geschrieben von Marc Seidler

Facebook: https://www.facebook.com/thewidefearkillinglove/

Website: http://www.thewide.eu/

Label: http://www.echozone.de/