The Frozen Autumn – The Fellow Traveller – Rezension

The Frozen Autumn- The Fellow Traveller cover design

 

The Frozen Autumn- The Fellow Traveller cover design

The Frozen Autumn – The Fellow Traveller

Zumeist werden Gothic-/Wavebands entweder in Deutschland, Frankreich, Skandinavien und England gesucht. Dass der Horizont viel größer ist, wird gerne aus den Augen verloren. Viele Bands der Vergangenheit haben längst ihre ursprünglichen Pfade verlassen und haben sich einem modernen Szenemainstream verschrieben.

Nicht aber „The Frozen Autumn“ aus Turin/Italien. Das Projekt um Diego Merletto und Arianna Froxeanne besteht im kommenden Jahr auch schon 25 Jahre, und das muss mit einer neuen Platte gefeiert werden. Also toupieren wir uns die blondierten Haare hoch, ziehen die spitzen Stiefelchen an und begeben uns auf eine interessante Zeitreise back to the Eighties. „The Fellow Traveller“ besticht durch Retrosounds und mystische Klänge. Der Gesang von Merletto ist stark an Ian Curtis angelehnt. Nicht zu düster, aber auch nicht zu poppig, scharen sich die Ohren um die Boxen. Die Retroschiene feiert heute ja dank Bands wie z.B. „She Past Away“ eine immer größer werdende Beliebtheit. Da The Frozen Autumn aber auch aus dem Zeitalter des Wave kommen, brauchen sie nicht kopieren. Sie sind das Original, und die Platte lässt mich an vielen Stellen in schönen Erinnerungen schwelgen. Besonders sticht hier „Grey Metal Wings“ hervor, welches mir gerade im Finale eine Gänsehaut erzeugt.

Der gemeine Hörer wird bei den Anleihen des Eighties-Pop die Augen verdrehen, sogar ich muss bei den Drums und Claps bei „We’ll Fly Away“ ein wenig schmunzeln. Aber so kommt es einem vor, eine Platte wieder gefunden zu haben, die man in der damaligen Zeit völlig aus den Augen verloren hat.

Aber nicht alles an der Platte gelingt so, wie es sich Merletto/ Froxeanne auf der Platte vornehmen. Auch wenn es gerade besonders schick ist, eine Bowie-Coverversion zu veröffentlichen, „Loving The Alien“ geht für mich dann doch nicht. Als Bonus würde ich den Versuch vielleicht durchgehen lassen. Aber gerade so ein Stück zu covern, ist besonders mutig. Auch wenn man hier mal voll auf die Nase fällt. Es ist nicht meins und der gute David hat es nicht verdient, so durch den Gothic-Wolf gedreht zu werden.

The Fellow Traveller“ ist besonders für die ältere Generation, die damals dabei war, eine schöne Platte, die man mit Sicherheit wieder hören kann. Auf langer Strecke verliert sie zwar an Euphorie und Spannung und scheint sehr berechnend, kann sich aber einen guten Platz im Mittelfeld der Veröffentlichungen des Jahres ergaunern.

geschrieben von Alf Urbschat

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