Von der Band, deren bahnbrechendes Album Walking With Strangers „Sgt. Peppers of Dark Wave“ genannt wurde, kommt ihre 12. Veröffentlichung und das bisher intimste Angebot. „Faszination“ ist gleichzeitig das vollkommen realisierte Album mit der Signature-Mischung aus eindringlichem Gesang, fesselnder Electronica und aggressiven Gitarren und ihren zugänglichsten. Alle Lektionen der letzten 20 Jahre in einem großen Rekord. Die einzigartige Welt, die sie für ihre Hunderttausende von Fans auf der ganzen Welt geschnitzt haben, ist bereit, mit Millionen von anderen geteilt zu werden.

Biografie

Während ihrer College-Zeit gründeten Chibi (Gesang), Rainbow (Gitarre), M. Falcore (Gitarre), Aslan (Bass) und Dank Gott (Keyboard) in London, Ontario die Band „Imagica“. Bei Liveauftritten wurden sie von Schlagzeugern wie O.E. unterstützt. In dieser Zeit veröffentlichten sie eine limitierte Demoaufnahme mit sieben Titeln. Nachdem Dank Gott die Band im Jahr 2001 verlassen hatte, zog die restliche Gruppe nach Toronto. Dort veröffentlichte sie erneut eine limitierte Demo mit fünf Titeln. Kurz darauf benannte sich Imagica nach rechtlichen Streitereien in The Birthday Massacre um. 2002 veröffentlichte die Formation im Eigenvertrieb eine limitierte CD mit dem Titel Nothing and Nowhere.

2003 traten Adm (Keyboard) und Rhim (Schlagzeug) der Gruppe bei. Im Juli 2004 veröffentlichte The Birthday Massacre ihre EP Violet (9 Titel) und Ende desselben Jahres eine Neuauflage von Nothing and Nowhere. Adm verließ kurz darauf wieder die Formation. Im Herbst 2004 wurden sie vom deutschen Label Repo Records unter Vertrag genommen und veröffentlichten eine überarbeitete und erweiterte Version von Violet in Europa.

2005 schlossen sie einen Vertrag mit Metropolis Records und veröffentlichten Violet nun auch in den USA, Kanada, Großbritannien und Südafrika. Im August trat O-En (Keyboard) bei und The Birthday Massacre starteten eine Tournee durch Europa. Anfang 2006 führte sie ihre Broken-Minds-Tour durch Nordamerika mit Auftritten in Kanada, USA und Mexiko. Im Oktober und November 2007 stellten sie die neuen Songs aus dem 2007er Album Walking with Strangers live vor und traten u. a. in England, Frankreich, Spanien, der Schweiz und Deutschland auf. Im Mai 2009 erschien ihr Live-Album Show and Tell. Die Aufnahmen stammen aus dem Jahr 2007 während ihrer Tour durch Deutschland.

Zudem traten sie mehrfach bei Festivals wie dem M’era Luna auf.

The Birthday Massacre verstehen sich selbst als „musikalisch/visuelles Projekt“ mit dem Ziel, ihre Musik „in einem Gesamtkonzept aus Mode, Bildern und Performance zu integrieren

RezensionThe Birthday Massacre: Fascination

Präzise wie ein Uhrwerk gewähren uns die Kanadier einen weiteren Einblick in ihre in tiefes Violett getauchten Welt. Bereits nach nicht ganz zwei Jahren erscheint am 22. März der „Diamonds“-Nachfolger „Fascination“. Zum dritten Mal erhalte ich die Gelegenheit, die neue Platte bereits Wochen vor dem Erscheinungstermin zu hören und für das Kainklangmusikmagazin zu besprechen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich diese Rezension lange vor mir hergeschoben habe und mich auch jetzt reichlich schwer tue.

Denn präzise wie ein Uhrwerk sind auch die Klänge, die uns auf der neuen Scheibe erwarten. Sämtliche Trademarks der Geburtstagsschlächter sind natürlich vorhanden: Zuckersüße, melancholische Melodien und zentnerschwere Gitarrenriffs umkreisen in unterschiedlicher Dosierung Chibis Gesang. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr. Nur wenige Bands verfügen über einen derart hohen Wiedererkennungswert… und diesen habe ich bei der letzten Besprechung noch als besonders positiv hervorgehoben. Ich bedauere es selbst, dass dies allein nicht mehr genügt, sondern sich ein Anflug von Abnutzungserscheinung bemerkbar macht. „Fascination“ rauscht auch beim ca. zehnten Durchlauf an mir vorbei, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Natürlich habe ich die Platte inzwischen deutlich öfter gehört, zumeist sehr aufmerksam. Lässt man sie aber nebenbei laufen, weiß man nach Verklingen des letzten Tones nicht, welche der letzten drei bis vier Scheiben das soeben war. Hinzu kommt, dass zwar jedes Stück für sich ganz ordentlich klingt, Gehirnfresser wie „Kill the lights“, „Shallow grave“ oder „In the dark“, die eine Platte nicht unerheblich prägen, fehlen.

Nun hätten eingefleischte Fans von Depeche Mode sicherlich lieber „Violator Pt. 2“ statt der sperrigen „Songs of Faith and Devotion“ gehört. Anhänger von Paradise Lost hätten für eine weitere Variante von „Draconian Times“ gern auf die elektronischen Experimente von „One Second“ und noch mehr „Host“ verzichtet. Sie alle aber hätten sicherlich auch nicht mehrfach nacheinander das gleiche Album hören wollen. Keiner erwartet von The Birthday Massacre einen Quantensprung, aber ein bisschen Mut und Abwechslung darf es dann schon mal sein. Sonst kommt es zum erwähnten Abnutzungseffekt, der mich selbst enttäuscht, den ich aber unmöglich verschweigen kann.

Vielleicht ist das alles auch nur Jammern auf hohem Niveau. Wir reden immer noch über hervorragend gespielte und produzierte Musik, die sowohl die Synthie-, als auch Gitarrenfreunde bestens bedient. Wer mit „Fascination“ einsteigt, wird wahrscheinlich sogar begeistert sein. Bei mir wird es diesmal allerdings knapp mit einem Einzug in die Top 10 der Jahresplatten, auch wenn es noch andere Aspekte der Farbe Violett gibt, die derzeit nicht nur so ein bisschen, sondern so richtig enttäuschen.

geschrieben von Eric Draven

Alben:

  • 2002, erneut veröffentlicht 2004: Nothing and Nowhere
  • 2005: Violet
  • 2007: Walking with Strangers
  • 2010: Pins and Needles
  • 2012: Hide and Seek
  • 2014: Superstition
  • 2017: Under Your Spell
  • 2020: Diamonds

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