Sonstiges

Szene OWL

Homage an eine Stadt- von Steven Voßen

Bei dem ersten Besuch lag Schnee. Ich sah die coolste Frau von NRW und wurde Bielefelder. Ich wollte eigentlich damals als Techniker nach Baden-Württemberg. Ich schrieb in Gedanken an Nuclear Blast im Kunstforum über Metal. Gute Zeit, gute Wahl und ein Volltreffer, ich fand was ich wirklich suchte, zumindest eine Zeit lang. Aber ich fand auch eine Szene, die so außer in Nürnberg und Karlsruhe so lange nicht mehr gefunden hatte, Metal, Gothic und Punk in OWL. Ich mochte die Stadt von Anfang an, auch wenn sie zugegeben verranzter nicht sein könnte. Aber das macht die ganze Stadt auch aus und die genannten Gruppen fanden seit den 70ern hier immer ihre Plätze. Ob damals noch im PC69, Kick oder Black Rose. Und so verliebte ich mich in eine Stadt, eine Region und in die Menschen die Musik so verstanden wie ich, die Parties feiern wollten und das Leben genießen wollten und wollen, immer noch. Auch wenn es der erste Kakao, der erste Kuss, eine beeindruckende Frau und eine neue Stadt waren, die mich erfüllten, war das erste Konzert gleich der Hammer. Der Laden hieß „movie“, die beiden letzten Bands waren echt super, kein Wunder, es handelte sich bei der letzten auch um „Das Ich“ die ich schon 2008 und vorher auf der WGT und einigen Veranstaltungen gesehen habe. Ich wurde von dieser Elfe eingeführt in die verschiedenen Szenen hier, lernte neue Menschen kennen und landete auf diversen Konzerten. Eisbrecher, Punk-Konzerten, Metal-Parties. Anlaufpunkt bis heute ist in Bielefeld um Menschen zu treffen auch das „Movie“, nicht zuletzt weil sich Veranstalter und Leitung in die Gigs und Events reinhängen. Leider werden solche Bemühungen nicht immer unterstützt. Aber das ist überall in Deutschland so. Trotzdem hab ich in Bielefeld immer meine Stätten des Kults gefunden, über ein Eisbrecher-Konzert, über Band-Contests, über Freunde und Menschen wie Mike, Thomas, Udo, Kutte und Lisa. Die Metal-Party’s im „Falkendom“, „Stellwerk“,“Hakenort“ und im „Stricker“ waren genauso beeindruckend wie die dunklen Parties nach dem Eisbrecher-Konzert im „Ringlockschuppen“, im „movie“ und im „X“ in Herford oder „Schlöss’chen“. Die Punk-Parties im „AJZ“ oder „Potemkin“ boten dazu auch noch die nötige Abwechslung und Kopffreiheit. Veranstaltungen wie die PC69-Party in der „Hechelei“ von Udo und Konsorten oder Metal-Lesungen im „Extra“ komplettierten in mir die Bindung zu dieser Stadt. Und so dachte ich an einen Song aus der Gothic-Szene „Kinder dieser Stadt“. Denn was zählt ist nicht die Stadt, sondern die Freunde und Menschen, mit den wir unsere Musik teilen. Die sind unsere Heimat. Wie der Partner der uns begleitet, oder begleiten sollte.

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