SOLITARY EXPERIMENTS – Future Tense inkl. Rezension

„Crash & Burn“ war der Vorbote und ein Versprechen, „Future Tense“ ist folglich die Tat: Das siebte Studioalbum von SOLITARY EXPERIMENTS zeigt die Berliner Electro Institution in einer Frische, die sich nur wenige Acts dieses Alters bewahren können und die bei ihren Fans immer wieder für viel Freude sorgt.

Seit über 20 Jahren versorgen uns SOLITARY EXPERIMENTS nun bereits mit bezaubernden Melodien und locker-tanzbaren Beats. Ihre Songs gehen direkt ins Ohr und nehmen von dort aus den Weg ins Bein. „Future Tense“ ist hier keine Ausnahme und bietet alles, was man von der Band kennt im Überfluss und in bester Qualität. Dazu gehören auch die wortstarken Texte, die sich scheinbar von selbst  in Ohrwurm Refrains manifestieren. Die Single „Crash & Burn“ bietet erstmals ein hervorragendes Duett mit Tea F. Thimé (Ashbury Heights), doch in erster Linie verlässt sich die Band auf ihre bekannten, in langer Arbeit geschliffenen Stärken, die „Future Tense“ zu einer beeindruckenden Demonstration von Stil und Können machen. Das Album kommt als 2-CD-Digipak und als auf 500 Einheiten limitierte nummerierte Holzbox.

Review – Solitary Experiments – Future Tense
Release: 26.10.2018

Seit 1994 existiert die Band Solitary Experiments schon und auch nach fast einem viertel Jahrhundert hat man sich noch nicht sattgehört. Mit „Future Tense“ zeigen Solitary Experiments wiedereinmal was sie können und das sie es gut können.
Der Opener ist das Instrumental „A Countdown“, mit ruhigen Tönen spielt sich dieses Album direkt am Beginn in unser Ohr und geht auch so schnell nicht mehr raus.

Der erste Track mit der unvergleichlichen Stimme von Dennis Schober ist „Every Time“, welcher stark den Ton des gesamten Albums anzugeben scheint: Future Pop in Reinform. Rhythmen, die ins Ohr gehen. Beats, die zum Tanzen animieren, dem gekonnten Einsatz des Synthesizer und Lyrics die einen lange verfolgen und im besten Fall sprachlos zurücklassen.

Mit einem schnellen und zum Tanzen animierenden Rhythmus kommt Track Nummer Vier um die Ecke und lässt einen definitiv nicht ruhig sitzen. Doch das ist nicht das einzige was „Crash & Burn“ bietet, denn einen Teil der Lyrics übernimmt Tea F. Thimé (Ashbury Heights). Thimé und Schober zaubern mit ihren unverkennbaren Stimmen, einem schnellen Rhythmus und guten Lyrics ein Duett, welches eines der größten Highlights auf dem Album darstellt.

Der sechste Track „Shelter“ kommt um einiges ruhiger und nachdenklicher daher und ist ganz das Highlight von „Future Tense“, mit sanften Beats und der über Allem schwebenden Stimme des Sängers wird hier gezeigt welches Spektrum Solitary Experiments hat. Direkt darauf folgt „Die Zukunft“, der einzig komplett deutsche Song auf dem Album, welcher sehr an die Arbeit von „Wolfsheim“ erinnert.
„The Struggle“ als zehnter Track von „Future Tense“ überrascht. Der zum Großteil englische Song versprüht eine Art Erdung, welche in diesem Genre eher seltener zu finden ist. Reduziert auf die wichtigsten Elemente des Stils; bringt er einem noch einmal nahe wie es in den 90ern Jahren war,als das Genre das Licht der Welt erblickte.
Mit dem Closer des Albums, Track Nummer Zwölf „Phoenix“, wird das Gesamtwerk stimmig abgerundet. Wieder etwas langsamer verbindet „Phoenix“ noch einmal das Können der Band, Stimme und Melodie und lässt einen zufrieden zurück, aber definitiv mit Lust auf mehr.

Bonus CD: Remixe

Als Bonus gibt es eine Remix-CD. Auf dieser finden sich große Namen wie Empirion, L’Ame Immortelle und Mono Inc.. Nur letztere konnten mich voll und ganz mit ihrem Konzept überzeugen, das ist aber reine Geschmackssache, wer ein Befürworter der Remix-Kultur ist bekommt definitiv mit der zweiten CD ein großes Geschenk. Wohingegen Hörerinnen und Hörer, welche kein Fan der Remix-Kultur sind, hier keinen Mehrwert des Albums erkennen können.

Zudem gibt es noch vier extra Songs, und zwar nur Coverversionen. Darunter „Kein Zurück“ von Wolfsheim. Heppners Text aus dem Mund von Schober, kombiniert mit dem typischen Solitary Experiments Stil ist definitiv mein persönliches Highlight unter diesen vier Songs. Es ist kein simples Cover, sondern Solitary Experiments bringt einen der größten Hits von Wolfsheim auf ein komplett neues Level.

Fazit: Solitary Experiments bringen mit ihrem siebten Studioalbum ein gelungenes Werk heraus. Stimmige Beats, gute Rythmen, gekonnter Einsatz des Synthesizer und tolle Lyrics. Facettenreich schafft Solitary Experiments ein Album, das ihre ganze Bandbreite an Können zeigt und uns schon Freude auf Studioalbum Nummer 8 macht.

geschrieben von: Daniel Schneider

Tracklist:

CD1: Future tense

01. A Countdown
02. Every Time
03. Achromatic
04. Crash & Burn
05. Brace Yourself!
06. Shelter
07. Die Zukunft
08. Sanctuary
09. I Am
10. The Struggle
11. Double Dealer
12. Phoenix

CD2: Simple Present

01. The Struggle (ES23 RMX)
02. Achromatic (Mental Discipline RMX)
03. Double Dealer (Empirion RMX)
04. I Am (Binary Park RMX)
05. Brace Yourself! (FREUNDE DER TECHNIK RMX)
06. Shelter (Mono Inc. RMX)
07. Every Time (People Theatre RMX)
08. Achromatic (Rob Dust RMX)
09. Die Zukunft (L’âme Immortelle RMX)
10. Crash & Burn (Beborn Beton RMX)
11. Double Dealer (Paul Parra RMX)
12. Sanctuary (Hartung & Schleinitz RMX)
13. Phoenix (Uniik RMX)

Bonus:
01. Pale Shelter

02. Ballet Dancer

03. Kein Zurück

04. Nobodies Diary

Besetzung: Dennis Schober, Michael Thielemann, Markus Schmidt, Frank Glaßl


Solitary Experiments auf Facebook: https://www.facebook.com/solitaryexperiments

Band Website: https://www.solitaryexperiments.de/

Label: https://www.outofline.de/