Solar Fake – New Album „Enjoy Distopia“ CD1+CD2 – VÖ: 12.02.2021 und Video ‚It’s who you are’

SOLAR FAKE 

– Neue Single & Video ‚It’s who you are‘ veröffentlicht  
– Das neue Solar Fake Album „Enjoy Dystopia“ erscheint am 12. Februar!

Das neue Solar Fake Video ‚It’s who you are’ ist ab sofort hier zu sehen:

https://youtu.be/K0btFVScoLs 

„‘It’s who you are‘ haben wir bereits auf unseren Corona-Sommer-Open Airs gespielt. Die einzelnen ‚Home- Szenen‘ hat jeder separat gedreht, bis auf ein paar Szenen, die wir während der Dreharbeiten zu unserer ersten Single ‚This Pretty Life‘ aufgenommen haben,“ erzählt Sven Friedrich, „und natürlich ist der Clip eine Überspitzung des Bildes, was durch unseren Podcast wahrscheinlich jeder von unserem Privatleben hat. Im Song selbst geht es um unangenehme und schleimige Menschen, die permanent versuchen, ihr Umfeld zu manipulieren.“ 

Drei Jahre nach der Veröffentlichung von „You Win. Who Cares?“ erscheint am 12. Februar endlich das neue Solar Fake Album „Enjoy Dystopia“.

Die Singles streamen oder Solar Fake – „Enjoy Dystopia“ vorbestellen: https://solarfake.lnk.to/EnjoyDystopia

 

 

 

 

 

 

Drei Jahre nach dem Silberling „You Win. Who Cares?“ kündigen Solar Fake ein neues Album mit dem Titel „Enjoy Dystopia“ an – ein Album, das den Weg des von Fans geliebten Vorgängers konsequent mehrere Schritte weiter geht.

Das sieht auch Sänger Sven Friedrich so: „Es gibt einige Songs, die näher an „You Win. Who Cares?“ dran sind, andere sind etwas weiter weg. Mit jedem neuen Album schaue ich ein wenig über den Tellerrand und probiere, neue Elemente in die Musik einzubringen, ohne dabei den Solar Fake-Sound zu „verraten.“ Eine Neuerung liegt dem sympathischen Sänger besonders am Herzen: „Es gibt zum ersten mal einen deutschsprachigen Song auf dem Album. Das hatten wir bei Solar Fake noch nie. Ich hatte die Refrain-Zeilen direkt im Kopf, als ich den Song geschrieben habe. Und irgendwie wollte ich das nicht ins Englische übersetzen, das wäre ein Kompromiss gewesen und bei Solar Fake mache ich keine Kompromisse. Nie.“ Starke Worte, aber tatsächlich fügt sich „Es geht dich nichts an“ perfekt auf dem Album ein und zeigt eine bisher unbekannte Facette im Solar Fake Sound. Inhaltlich ist dagegen alles beim Alten, und Solar Fake Fans dürfen sich über in Melodien und Beats gegossene Wut freuen: „Das Album wird von Aggression dominiert, die mal offensichtlicher und mal subtiler ausfällt. Natürlich gibt es auch stillere und traurige Momente. Aber im Groben wird sich derjenige verstanden fühlen, der gerade in der heutigen Zeit nicht weiß, wohin mit seinen Gefühlen, seiner Aggression, seiner Verzweiflung am Menschen, seiner Hilflosigkeit der allgemeinen Dummheit gegenüber.“

„Enjoy Dystopia“ erscheint in verschiedenen Formaten. Als einfache CD, als 2-CD Digipak, als limitierte 2-LP sowie als streng limitierte Box inklusive dem Digipak, der exklusiven Akustik CD „Masked“, Handyhalter, Bandfoto, Geldbeutel und Silikonarmband. Aber das ist noch nicht alles: Drei zufällig ausgewählte Boxen werden ein „Golden Ticket“ enthalten. Mit diesem „Golden Ticket“ kann der Gewinner mit einer Begleitperson einen kompletten Konzerttag mit Solar Fake erleben, von der Ankunft bis zum Abbau, inklusive Catering und Übernachtung nach dem Konzert. Ein ganz besonderer Tag mit einer ganz besonderen Band. Alle Infos: https://www.outoflineshop.de.

 

 

 

 

Schaut euch das Video von Solar Fake – „This Pretty Life“ hier an: https://youtu.be/DkQLM8hUTr8

„This Pretty Life“ ist vielleicht nicht der typischste Song von Solar Fake, aber ich weiß auch gar nicht nicht, ob es überhaupt DEN typischen Song von uns gibt“, meint Sänger Sven Friedrich dazu und zeigt damit, dass er auch nach einem Karrierehighlight wie „You Win. Who Cares?“ nicht auf Nummer sicher geht. Und er hat mit beiden Aussagen recht, denn einerseits fügt „This Pretty Life“ dem Sound der Band eine deutlich neue Facette hinzu, andererseits bekommen Fans alles, was sie an der Band kennen und lieben: Ein eingängiger Beat, simple und doch tief gehende Synthie Melodien und die unverkennbare Stimme von Sven, die den Hörer sofort gefangen nimmt. „This Pretty Life“ ist eine handnummerierte Clubsingle inklusive drei Bonus Tracks. Jetzt überall erhältlich als MaxiCD (Limited Edition) sowie digital: https://solarfake.lnk.to/ThisPrettyLife

 

 

 

 

 

Solar Fake:
Sven Friedrich (vocals)
André Feller (keyboards, bass)
Jens Halbauer (drums)

 

 

 

 

 

 

 

Tracklistings:

CD 1:
1. At Least We‘ll Forget
2. I Despise You
3. This Pretty Life
4. Arrive Somewhere
5. Es geht dich nichts an
6. It‘s Who You Are
7. Trying Too Hard
8. Implode
9. Just Leave It
10. Wish Myself Away

CD 2:
1. Join Me In Death
2. Where Is My Mind
3. Es geht dich nichts an (Faelder Remix)
4. Implode (Blutengel Remix)
5. Arrive Somewhere (Solitary Experiments Remix)
6. This Pretty Life (Iris Remix)
7. I Despise You (Massive Ego Remix)
8. Trying Too Hard (Dunkelsucht Remix)
9. At Least We‘ll Forget (Backline Remix by Blood & Tears)
10. It’s who you are (Random Starlight Remix)
11. I despise you (Vintage Remix by NAN)
12. At least we’ll forget (Uplifting Emotional Mix by Anja & Alex)
13. It’s who you are (Ost+Front Remix)
14. Just leave it (Lord of the Lost Version)

CD3:
„Masked“
1. I despise you (Piano Version)
2. This pretty life (Acoustic Version)
3. Arrive somewhere (Acoustic Version)
4. Implode (
5. Just leave it (Piano Version)
6. It’s who you are (Acoustic Version)
7. Wish myself away (Acoustic Version)

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Photo Credit: Melanie Haack

Review – Solar Fake – Enjoy Dystopia

Liebe Freunde der düster-elektronischen Musik und charismatischen Sänger, das Warten hat ein Ende. Am 12. Februar 2021 erscheint, drei Jahre nach „You win. Who cares?“, das sechste Studioalbum von Solar Fake. Die Jungs haben sich nicht lumpen lassen und „Enjoy Dystopia“ in mehrere Varianten verpackt. Das gute Stück ist als simple CD, 2-CD Digipack oder als streng limitierte Fanbox mit 3 CDs und allerlei Leckerlis erhältlich. Auch wer sich seine Musik lieber als Vinyl ins Regal stellt, wurde mit der limitierten 2-LP Version nicht vergessen.

Nun aber zu den inneren Werten des neuen Albums.

Wie der eine oder andere vielleicht verfolgt hat, konnte man sich mit „This pretty life“ und einem wirklich unterhaltsamen Videoclip bereits einen ersten kleinen Eindruck verschaffen. Was mir sofort auffiel: Der Einsatz der elektronischen Klänge wurde etwas reduziert. Die Musik ist deshalb aber nicht weniger mitreißend und es ist immer noch ganz klar Solar Fake. Sven hat sich dieses Mal jedoch anscheinend eher für die klaren Klänge entschieden, was ich auch gerne mag.

Eröffnet wird das Album mit „At least we’ll forget“. Man wird gleich von sehr klaren Synthies begrüßt, bevor Svens Stimme einsetzt. Der Song macht sofort Spaß und lädt zum mit wippen ein. Mit druckvollen und ruhigeren Abschnitten bildet er eine gute Gesamtübersicht über die folgenden Stücke.

I despise you“ dürfte denen, die das Glück hatten eins der Sommer-Open-Airs zu besuchen, bereits bekannt sein. Mich erinnert er am Anfang ein bisschen an „All the things you say“ vom Album „Another Manic Episode“. Automatisch fangen meine Füße an zu zucken. Erstaunlich wie man bei einem Song, der davon handelt, wie sehr man jemanden verachtet, so gute Laune bekommen kann.

Enjoy Dystopia“ überrascht außerdem mit dem ersten deutschen Titel in der Geschichte von Solar Fake. „Es geht dich nichts an“ beginnt direkt aggressiv und erscheint in seinen Aussagen kompromisslos. Der Text ist eher gesprochen als gesungen und zeigt eine völlig neue Facette der Band. Ich musste mich ein bisschen rein hören und bin sehr gespannt auf die Live-Umsetzung.

Ein schneller Beat verpackt die textlich schwere Kost von „It’s who you are“ gut tanzbar. Der Refrain geht ins Ohr und Svens Stimme bleibt im Kopf. Auch zu diesem Song ist ein Video erschienen, das die privaten Eigenschaften von André, Jeans und Sven mit einem Augenzwinkern darstellt. Der geneigte Podcast-Hörer wird hier viele der Dinge wiederfinden, welche die Jungs dort so erzählen.

Ein absoluter Ohrwurm ist „Implode“. Dieses Gefühl, wenn man genug hat, es einem wirklich reicht und man es nicht rauslassen darf oder kann, das kennt wahrscheinlich jeder. Der aggressive Unterton im Song beschreibt es gut, garniert mit dem Lächeln, dass man nach außen zeigt. Die orchestrale Umsetzung auf der Bonus-CD „Masked“ ist auch wirklich der Wahnsinn und sehr zu empfehlen.

Just leave it“ ist eher ein Midtempo Song. Er vermittelt mir das Gefühl einen Brief zu lesen. Als würde jemand aus der Vergangenheit rufen, die Dinge die einen unglücklich machen endlich ruhen zu lassen. Sehr mitreißend und mit einem Hoffnungsschimmer versehen. Auch die Pianoversion von Lord of the Lost hat mich sehr berührt.

Den Ausklang bildet die Ballade „Wish myself away“, sie beginnt sehr ruhig und klar. Die Einsetzende Stimme trägt einen davon und man würde gerne mit Sven mitgehen, wohin auch immer er möchte. Der Song hinterlässt mich, wie so oft, mit einem emotionalen Cliffhanger, der auf baldige Fortsetzung hoffen lässt.

Auf „Enjoy Dystopia“ klingt kein Song wie der andere. Sven hat Solar Fake wieder einmal neu erfunden und ist sich dabei trotzdem treu geblieben. Die zehn neuen Songs bieten alles was das Herz begehrt, von Melancholie und Schwere bis zu Tanzbarkeit und dem Scheiß-auf-alle-anderen-Gefühl ist wirklich alles dabei.

Wer außerdem schon immer wissen wollte, wie HIM im Gewand von Solar Fake klingen würden, der sollte sich die Coverversion von „Join me in death“ keines Falls entgehen lassen. Ich, als langjähriger HIM-Fan war skeptisch, aber es ist wirklich gut geworden.

geschrieben von Antje Heine

 

 

 

 

 

 

Interview – Solar Fake

Am 12.Februar 2021 hat das Warten für die Fans von Solar Fake ein Ende. Drei Jahre nach dem letzten Album folgt nun „Enjoy Dystopia“. Ich habe mich für euch mit Sven Friedrich unterhalten und ihm das ein oder andere Detail zum neuen Werk entlockt.

KainKlang: Hallo Sven! Das verrückte Jahr 2020 ist nun gerade vorüber. Wie hast du die letzten Tage des Jahres verbracht?

Sven: Ich habe Silvester in Spanien verbracht. Da befindet sozusagen mein Zweitwohnsitz und es ist eine total ruhige Ecke. Da wird nie geknallt und es gibt keine Böller und ich war um null Uhr tatsächlich mit dem Hund draußen spazieren. Im Berliner Umland, wo ich ja normalerweise wohne, ist das undenkbar. Ich hatte bis Weihnachten auch extrem viel Stress und da habe ich dann über die ganzen Feiertage auch mal ein bisschen ruhiger gemacht und mich erholt.

KK: Euer neues Album „Enjoy Dystopia“ steht in den Startlöchern. Wie viel Arbeit hast du in den gut 4 Wochen bis es erscheint noch vor dir?

Sven: Die Grafik und die Musik ist schon eine Weile fertig. Ich habe die Website von Solar Fake noch erneuert und sitze jetzt gerade noch am Videoclip für „It’s who you are“, der am 28. Januar erscheint. Da ist immer noch genug zu tun.

KK: Das ist ja nun bei weitem nicht euer erstes Album. Ist die Aufregung kurz vor dem Erscheinen trotzdem noch groß?

Sven: Ach, hör bloß auf. Ich habe da jetzt über ein Jahr so ziemlich jeden Tag dran gearbeitet, also wirklich eine ziemlich lange Zeit, und es ist natürlich sehr spannend wie das dann so ankommt. Ob das außer mir überhaupt noch jemand mag. Ich meine, solange man noch dran arbeitet, denkt man ja, man hat da irgendwie noch was in der Hand, um noch was daran zu machen. Aber wenn es einmal abgegeben ist, dann ist es halt so wie es ist und dann kannst du nur noch abwarten. Das ist schon eine ziemliche Qual für mich. Am besten wäre es, wenn es nach dem Abgeben am nächsten Tag auch einfach rauskommt, aber so funktioniert das ja leider nicht, da müssen halt erst noch CDs gepresst werden. Es ist ja auch wichtig etwas zu machen, das man in der Hand halten kann. Ich glaube unsere Fans stehen da auch drauf, gerade auf die Fanboxen. Es wird außerdem auch eine Vinyl-Version geben. Das hat schon was.

KK: Was hast du selbst für Erwartungen an „Enjoy Dystopia“? Ist eine Platzierung in den Charts für dich wichtig oder bist du da eher entspannt?

Sven: Eigentlich bin ich da ziemlich entspannt. Aber dadurch das unsere letzten beiden Alben auch schon relativ gut in den Charts eingestiegen sind und sogar unser Live-Album „Who Cares? It’s live.“ auf Platz 25 eingestiegen ist, da wäre das natürlich schon nicht ganz blöd. Aber andererseits bedeutet es ja auch nur wie viel Umsatz macht welcher Künstler in dieser Woche des Jahres. Wenn man dann eine der Wochen erwischt, mit sehr vielen Veröffentlichungen, dann rutscht man eben auch mal 10 oder 20 Plätze weiter nach hinten. Und in einer anderen Woche sind dann relativ unbekannte Bands in den Top 5. Also so eine richtige Aussage, darüber wie erfolgreich du als Künstler bist, trifft eine Platzierung am Ende auch nicht. Eigentlich kann es einem also egal sein, aber es ist natürlich trotzdem schön, wenn man da eine tolle Platzierung erreicht hat. Ich würde es mir wünschen, aber ich bin jetzt auch nicht am Boden zerstört, wenn es eine schlechtere Platzierung wird.

Früher hatte das noch eine Wertigkeit was die Konzerte anbelangt, ob man als Künstler gebucht wird oder nicht. Heute achtet da kein Veranstalter mehr drauf. Da wird geschaut wie viele Tickets man verkauft und dann buchen sie dich oder lassen es halt bleiben. Die Chartplatzierung ist dann eher etwas für das Künstler-Ego.

Es bedeutet mir insgesamt auf jeden Fall mehr, wie die Musik bei den Leuten ankommt. Wenn mir die Fans schreiben, was sie mit den Songs verbindet, das finde ich dann schon besser. Oder wenn einfach viele Leute zum Konzert kommen. Das ist dann schon eher ein Spiegel dessen, wie erfolgreich du bist.

 

 

 

 

 

KK: Als Chef der Band, wie André und Jeans es so gerne bezeichnen, ist dein Einfluss auf das Album wohl am größten. Welche Musik hast du im Schaffensprozess privat gehört und hat diese Musik das Album vielleicht auch ein Stück weit beeinflusst?

Sven: Da ich ja wirklich alles selbst mache, tendiere ich dazu mich sehr schnell verunsichern zu lassen. Deshalb höre ich in dem ganzen Prozess nicht so unendlich viel Musik. In der technischen Phase, wo man die Songs mischt oder mastert, da höre ich dann schon relativ viel fremde Musik von der ich weiß, dass sie gut klingt. Es kam aber in der letzten Zeit auch nicht viel Musik raus, die meinen Geschmack so hundert prozentig trifft, außer das letzte Album von Iris „Six“, das habe ich viel gehört.

KK: Ist es dir ohne die ganzen Eindrücke, die die Touren sonst so mit sich bringen schwerer gefallen am neuen Album zu arbeiten? Hat es dich in deiner Kreativität beeinträchtigt?

Sven: Nee, eigentlich nicht.

Wir hatten das Glück, dass wir unseren zweiten Teil der Tour zum letzten Album im Januar und Februar noch machen konnten und auch noch einige Konzerte in Spanien spielen konnten. Somit hatten wir Anfang des Jahres ja schon noch so ein bisschen Tour Leben. Dass im Sommer die ganzen Festivals weggefallen sind, war schon sehr schade, das macht mir immer tierisch viel Spaß.

Aber letzten Endes für die Produktion war das an sich gar nicht so schlecht. Ich habe das ganze Album mehr oder weniger in Spanien produziert und wenn ich dann beispielsweise nach Deutschland fahre für ein Konzert, dann kann ich mir immer nur ein bisschen Arbeit mitnehmen. Das heißt auch, dass ich aus dem Arbeitsfluss raus gerissen werde. Ich denke, dass ich dadurch jetzt etwas schneller gewesen bin, sonst wäre das neue Album wahrscheinlich erst im Frühjahr oder Sommer erschienen. Das wäre auch kein Drama gewesen, aber so ging es halt etwas schneller.

KK: Ich durfte schon mal in die neuen Werke hinein hören. Dabei ist mir ein Lied besonders aufgefallen: „Es geht dich nichts an“ hat den ersten deutschen Text in der Geschichte von Solar Fake. Wie kam es zur doch eher ungewöhnlichen Umsetzung mit dem „Sprechgesang“?

Sven: Als ich den Song geschrieben habe, hatte ich diesen Refrain-Teil textlich und gesanglich schon fest im Kopf. Ich hatte dann eine ganze Zeit lang überlegt, wie ich jetzt daraus etwas adäquates in Englisch machen könnte und hab mir dann am Ende gedacht: „Das ist doch Blödsinn. Du hast es ja eigentlich und dann machst du denn Song jetzt halt auf Deutsch, das ist ja nun auch kein Beinbruch.“ Ich habe den Text super schnell geschrieben. Normaler Weise sitze ich da ewig dran, aber der schrieb sich einfach so runter. Nach ein, zwei Tagen war er fertig.

In dem Song geht es ja vorrangig darum, wie Leute auf Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung reagieren. Da kommen dann halt so unreflektierte Leute und sagen beispielsweise zu einem depressiven Menschen, dass er sich mal zusammenreißen soll. Die ganzen Strophen sind ja nur eine Aneinanderreihung von Plattitüden, die einfach ohne viel darüber nachzudenken, den Leuten an den Kopf geworfen werden, die an genau solchen Sachen dann zugrunde gehen. Es passt halt auch nicht dazu, zu diesen Aussagen viel zu singen, deshalb ist es eher gesprochen.

KK: Zu „This pretty life“ habt ihr ein sehr unterhaltsames Video produziert. Warum wird eigentlich immer André umgebracht? Bei „Under Control“ musste er ja auch schon dran glauben.

Sven: (lacht) Er bietet sich halt einfach an. Nee, er ist von uns schauspielerisch am talentiertesten. Wir sind ja nun alle keine Schauspieler und André kann das einfach am besten rüberbringen. Der hat da überhaupt keine Hemmungen. Deshalb bekommt er die schwierigsten Rollen und das ist in dem Fall eben mal wieder zu sterben.

KK: „I despise you“ weckt bei mir Erinnerungen an „I don’t want you in here“ und „All the things you say“. Folgt hier möglicherweise auch ein Video im ähnlichen Stil, so dass es eine Trilogie wird?

Sven: Wir machen auf jeden Fall noch mehr Videos, haben damit aber noch nicht angefangen. Das werden dann auch nicht mehr so super aufwendige Videos. Momentan schränkt der Lockdown die ganze Sache auch extrem ein. Wir haben noch ein paar Ideen, wo wir mal schauen müssen was zu welchem Song am besten passt aber da ist jetzt noch nichts geplant.

Bei „All the things you say“ und „I don’t want you in here“, sollte es eigentlich ein Videoclip werden. Wir haben aber diese Story überhaupt nicht in einen Song gepackt gekriegt und dann haben wir geguckt, wo können wir das unterteilen und welcher Song passt noch zu dem visuellen Stil. Deshalb haben wir das auf die zwei Songs verteilt, da es auch in der Mitte der Story so eine Zäsur gab. So was haben wir jetzt aber erstmal nicht geplant.

 

 

 

 

 

KK: Der Song „Implode“ ist bei mir direkt hängen geblieben. Wie ist das bei dir? Implodierst oder explodierst du eher?

Sven: Abwechselnd. Implodieren ist ja so ein Ding, wenn alles so komplett in sich zusammenfällt. Man aber selbst in dem Moment nicht fähig ist das raus zu lassen, weil man es nicht kann oder es einfach gerade nicht geht und irgendwo muss das ja alles hin. Dann geht es halt nach innen und das ist natürlich schlecht. Darum geht es in dem Song und das passiert natürlich auch mir. Ich kann aber auch nach außen, also das geht schon auch. Seit ich vor fast 10 Jahren aufgehört habe mit Rauchen passiert das auch viel häufiger. Gerade in der ersten Zeit war das echt schlimm, auch für meine Umwelt. Jetzt habe ich das aber wieder besser im Griff.

KK: Wish myself away“ ist soweit ich feststellen konnte, die einzige Ballade auf „Enjoy Dystopia“. Gibt es einen Grund dafür?

Sven: Ich habe ja bei Solar Fake meistens nicht so viele Balladen auf den Alben. Das ist meistens so der letzte Song und oft gibt es einen Midtempo Song, in dem Fall „Just leave it“. Mehr ist da eher selten drauf. Ich glaube, ich habe auch so ein bisschen Angst davor so ein Balladen-Musiker zu werden. Viele Musiker werden ja im Alter immer harmloser, immer lieblicher und immer gefälliger und das will ich auf gar keinen Fall. Deswegen lass ich mich nicht so oft dazu hinreißen solche Songs zu schreiben, weil es mir bei anderen so auf den Sack geht. Es gibt aber natürlich auch ganz viele Beispiele wie Project Pitchfork, Suicide Commando oder Combichrist, die werden ja auch im Alter nicht harmloser und das finde ich auch gut so. Das ist dann eher so meine Orientierung.

KK: Unter anderem als Vinyl oder aber in der Fan-Edition mit drei CDs, wo auch Remixe und akustische Aufnahmen dabei sind. Was entsteht bei der Albumproduktion zuerst, der akustische oder der elektronische Teil?

Sven: Ich mach immer zuerst die elektronischen Sachen und davon ausgehend bekommt Dirk Riegner, unser Pianist, dann die Demoversionen. Er schickt sie mir dann quasi auf dem Piano zurück oder manchmal auch schon als arrangiertes Stück. Ich singe dann darauf und dann bekommt es Norman und auch André und Jeans und die spielen dann alle ihr Zeug dazu. Am Ende kommt dieser ganze Wust wieder zu mir zurück. Ich mische es dann zusammen und mache, dass es schön klingt. Das macht richtig viel Spaß, einfach auch weil das schöne und ganz andere Versionen sind, obwohl es immer noch erkennbar die gleichen Songs sind. Aber die Basis für alles sind schon die Elektroversionen.

KK: Hat dich einer der Remixe besonders überrascht oder warst du auf einen besonders gespannt?

Sven: Auf den Remix von Iris bin ich sehr stolz, aber ich habe auch einen Remix für sie gemacht. Das ist immer ein Geben und Nehmen. Das ist eigentlich ganz cool, denn man bezahlt dann halt mit seiner eigenen Arbeit.

Ich finde aber alle Remixe sehr, sehr toll. Da war ich insgesamt wirklich überrascht. Die Remixe von Solitary Experiments, Massive Ego oder Blutengel sind großartig. Von Lord of the Lost diese klassische Version von „Just leave it“ und Faelder mit der Rockvariante von „Es geht dich nichts an“, die sind alle wirklich toll geworden. Die sind alle echt abwechslungsreich und machen Spaß zu hören. Ich bin auch froh, dass da so große Namen mitgemacht haben.

KK: Haben die Künstler für die Remixe freie Hand oder gibst du vor in welche Richtung es gehen soll?

Sven: Nee, die haben da komplett freie Hand. Sie können da machen was sie wollen. Sonst macht das ja auch keinen Sinn. Ich gebe meistens zwei Songs zur Auswahl. Man will ja auch nicht x-mal den gleichen Song in unterschiedlichen Versionen drauf haben, sondern schon möglichst das ganze Album abdecken. Die Songauswahl ist also eigentlich das Einzige, wo ich mich einmische und alles andere ist komplett deren Ding.

 

 

 

 

 

 

KK: Singst du dafür die Songs nochmal neu ein? Der Unterschied zum Original ist ja beispielsweise bei „I despise you“ im Massive Ego Remix doch recht groß.

Sven: Nee, das ist alles der originale Gesang. Da ist nichts neu eingesungen. Ich mische das ja dann auch nicht nochmal. Ich bekomme am Ende eine Audiodatei und das wars.

KK: Ich habe auf den Tracklisten unter anderem „Join me in death“ von HIM als Coverversion von euch gefunden. Warum fiel die Wahl auf diesen HIM Song?

Sven: Ich finde den Song toll und ich hatte mal diese Schnapsidee einen Song von HIM zu covern. Dann habe ich erstmal bei Ville nachgefragt, ob das in Ordnung ist. Er meinte das wäre eine Ehre und da habe ich es mal probiert. Ich habe ihm die Demoversion geschickt und Ville fand die cool und da haben ich mir gedacht, na dann mache ich das doch mal. Ganz einfach also.

KK: Was macht dir persönlich mehr Spaß, die Produktion oder die Live-Auftritte?

Sven: Das Schöne an Solar Fake ist, dass mir alles daran Spaß macht. Ob es nun die Produktion ist, oder die Konzerte, das Videodrehen oder die Grafiken. Aber ich kann mich da halt auch komplett austoben, mir redet da niemand rein. Das ist einfach komplett, hundert prozentig mein Ding.

Bei den Konzerten von Solar Fake ist die Chemie auf der Bühne so stimmig und überträgt sich direkt aufs Publikum, das hatte ich bisher auch mit noch keiner Band. Meistens sind ab dem ersten Song alle am Springen und Tanzen und Jubeln. Das ist schon sehr cool und macht tierischen Spaß, wenn du merkst, dass die Leute von Minute eins an einfach nur Spaß haben. Viel besser geht es ja nicht. Das ist einfach perfekt. Ich hoffe das ist so auch bald wieder möglich, obwohl ich auch unsere Corona-Open Airs echt toll fand. In Hannover war es etwas schwieriger, weil die Leute da nicht aufstehen durften, die haben dann halt im Sitzen getanzt. Das ging auch. Das war vielleicht nicht so cool, aber ich glaube, Spaß hat es ihnen trotzdem gemacht.

KK: Das Abschlusskonzert zu „You win. Who cares?“ in Görlitz wurde ja inzwischen auf den 13.11.2021 verschoben. Wird dieses Konzert überhaupt noch zur alten Tour stattfinden, oder bindet ihr es in die Tour zu „Enjoy Dystopia“ ein?

Sven: Ja, na klar. Das ist ja Quatsch zu einem Album ein Konzert zu geben, dass dann schon nicht mehr das aktuellste ist. Das wird dann einfach ein Konzert in der nächsten Tour.

KK: Habt ihr für 2021 insgesamt eine Tour geplant oder wartet ihr lieber noch bis es wieder wahrscheinlicher ist die Konzerte dann auch wirklich spielen zu können?

Sven: Eigentlich hatten wir sehr viele Konzerte schon geplant. Es sollte im März mit den ersten Konzerten losgehen und wäre bis in den Mai rein gegangen. Das ist ja nun logischer Weise alles schon wieder hinfällig. Jetzt schieben wir gerade alles auf Anfang 2022. Mal schauen, ob es da noch ein paar schöne Daten gibt, die frei sind. Wir müssen mal gucken was im Sommer so geht, ob wir da vielleicht wieder ein paar Open Airs machen können. Ich denke das wird dieses Jahr alles eher spontan ablaufen. Hoffen wir einfach, dass ab Ende des Jahres alles wieder ein bisschen entspannter ist.

 

 

 

 

 

KK: Live steht ihr seit der letzten Tour neben den Drums auch gelegentlich mit dem Bass auf der Bühne. Werden in Zukunft noch weitere Instrumente hinzukommen?

Sven: Nein, das reicht. Ich will auch auf gar keinen Fall eine Gitarre auf der Bühne oder so. Wir sind zu Dritt so gut eingespielt und verstehen uns so gut, das ist wirklich perfekt. Es fehlt nichts und ich finde das jetzt gerade absolut genial und so lassen wir das jetzt erstmal. Das heißt jetzt nicht, dass es für immer so bleiben muss, vielleicht stellt man irgendwann fest, dass doch noch jemand viertes auf die Bühne muss, nur momentan würde ich das absolut nicht sehen. Das André ab und zu Bass spielt finde ich cool, weil es eben auch noch mal was anderes ist.

KK: Seit dem Frühjahr 2020 verwöhnt ihr eure Fans regelmäßig mit einem Podcast. Wie kamt ihr auf diese Idee und wie gut kommt der Podcast an?

Sven: Der Podcast kommt sehr gut an und wir haben eine stetig wachsende Hörerschaft. Das war alles so ein bisschen aus der Not heraus geboren. Wir wollten uns nicht jeder in seinem Wohnzimmer vor eine Kamera setzten und auf Akustikgitarre unsere Songs spielen. Wir haben halt überlegt wie man sonst für die Fans da sein kann und was man für sie machen könnte. Dann haben wir uns gedacht, wir probieren das mal. Der erste halbe Versuch kam so gut an, genau wie die nächsten Folgen, dass es sich nun so eingespielt hat, dass der Podcast nun mehr oder weniger wöchentlich stattfindet. Wir haben gestern den 32. Podcast aufgenommen. Ich hätte gar nicht gedacht, dass wir so viel zu sagen haben. Also eigentlich haben wir ja gar nichts zu sagen. Die Gespräche sind irgendwie so, wie wenn wir gemeinsam in den Tourbus steigen und losfahren. Insofern war das, gerade während der ersten Corona-Welle, ein Ersatz für das Tourbus-Gefühl.

KK: Vielen Dank für deine Zeit und bleib gesund!

Sven: Gerne, du auch!

geschrieben von Antje Heine

 

 

 

 

 

 

 

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