…so tell your sister and tell your bro….about… Arctic Sunrise – Across The Ice

Mit „Across The Ice“ veröffentlichen Arctic Sunrise ihren lang ersehnten dritten Longplayer. Nach dem 2015 erschienen Debutalbum „A Smarter Enemy“ legten Torsten Verlinden (Vocals) und Steve Baltes (Electronics & Production) bereits 2016 den Nachfolger „When Traces End“ nach, welcher erneut für weltweite Aufmerksamkeit in der Szene sorgte. Titel wie „Twilight“, „Tell The Truth“ oder der Titeltrack „When Traces End“tauchen in zahlreichen internationalen Playlists auf. Album und Singles konnten sich in Alternativcharts wie DAC und GEWC behaupten.

Es folgten zahlreiche Radio- und Print-Features / -Interviews in Szene- Magazinen wie Sonic Seducer oder Orkus. Darüber hinaus haben Torstenund Steve sich in der Zwischenzeit auch live einen Namen gemacht und performten unter anderem auf der Electricity Conference in Düsseldorf zusammen mit Acts wie Anne Clark oder Robert Goerl von DAF.

Um die nach den beiden international beachteten Alben hoch gelegte Messlatte noch einmal zu toppen, nahm sich das Mönchengladbacher Synth- / Electro-Pop Duo diesmal ganze drei Jahre Zeit, um am neuen Album zu feilen. Als Vorgeschmack auf „Across The Ice“ wurden mit „Stars“ und „Surrender“ (TOP10 DAC / Deutsche Alternativ Charts) bereits zwei erfolgreiche Vorabsingles mit ‚hymnenartiger‘ Qualität veröffentlicht, die beweisen, dass sich das Warten gelohnt hat. Beide Songs vereinen die typisch dichte Arctic Sunrise Atmosphäre gepaart mit energetischen Beats und einem euphorischen Refrain, mit dem Torsten seine gesangliche Messlatte noch einmal deutlich höher legt und neugierig auf mehr macht.

Wie gewohnt setzt Soundtüftler Steve konsequent auf seinen weiter gewachsenen Vintage- und Obskuritäten-Fuhrpark und verzichtet dabei fast komplett auf virtuelle Klangerzeuger, um den individuellen Signature-Sound der ersten beiden Alben noch einmal weiterzuentwickeln und zu perfektionieren. Erstmalig gibt es mit „SSP84“ auch ein dichtes
Instrumental, und mit „Running Up That Hill“ von Kate Bush wurde ebenfalls zum ersten Mal ein Klassiker gecovert.

Verstärkt wurden Arctic Sunrise dabei erneut von Gitarrist Oliver Franken, der zuletzt mit seinen Remixen unter dem Pseudonym Oliver Reville für volle Tanzflächen (u.a. „Twilight“) sorgte und das Duo außerdem auf der Bühne in ein Trio verwandelt. Für das finale Mastering konnte einmal mehr der weltweit renommierte Mastering-Engineer Steffen Müller gewonnen
werden, welcher dem Album den letzten Schliff verpasst hat.

„Across The Ice“ erscheint wie seine beiden Vorgänger auf dem deutschenLabel Echozone und steht für den langen Weg, den Torsten Verlinden und Steve Baltes auf ihrem Kurs zum dritten und stärksten Album gemeinsam zurückgelegt haben. Ab September 2019 kann man sich davon überzeugen, dass sich das lange Warten gelohnt hat.

Audio Tracklisting:
1 Surrender (Album Version) 03:53
2 A Simple Love Song 05:03
3 The Game 04:16
4 Fly 04:48
5 Emptiness 03:21
6 Stars (Album Version) 04:00
7 Time Is On Our Side 04:31
8 Heart Of Glass 04:59
9 Break Of Day 04:07
10 Freedom 04:35
11 SSP84 02:53
12 Running Up That Hill 03:57

Arctic Sunrise – Across The Ice – Rezension

Wenn man an Arctic Sunrise denkt, dann eventuell an das ehemalige Forschungsschiff von Greenpeace oder an das Synth-/Electropop-Duo aus Mönchengladbach. Beide haben schon viel Gutes hervorgebracht, im Fall des Duos bestehend aus Torsten Verlinden (Vocals) und Steve Baltes (Electronics) zwei Longplayer („A Smarter Enemy“ und „When Traces End“), die internationale Alternativecharts stürmten. Nun veröffentlichen „Arctic Sunrise“ die dritte Scheibe „Across The Ice“.

Das Cover zeigt den Sonnenaufgang im ewigen Eis und verknüpft damit den  Band- und CD-Namen miteinander. Elf eigene Lieder und ein Coversong („Running Up That Hill“ von Kate Bush) füllen die Rillen 50 Minuten lang.

Den Hörer erwartet zum einen klassischer und wunderschöner Synthpop, zum anderen ein vielschichtiger, erwachsener und atmosphärischer Klangteppich. Gehen wir mal ins Detail:

Die CD beginnt mit der Uptempo-Nummer „Surrender“, die vorab veröffentlicht wurde und neben der DAC-Chartplazierung sicher die Floors füllt. Aber auch mit Kopfhörer und geschlossenen Augen ist der Song toll. Man kann ihn als Ganzes genießen, oder in verschiedene Ebenen eintauchen – überall passiert etwas ohne dass es sich teigig anhört. Die nächsten zwei Lieder „A Simple Love Song“ und „The Game“ sind langsamer aber nicht weniger atmosphärisch. Mein Favorit auf der CD ist aber der darauf folgende Track „Fly“. Ich habe ihn das erste mal gehört und ich dachte: Wenn Klaus Doldinger heute die unendliche Geschichte vertonen müsste, dann mit diesem Lied. Es erinnerte mich (den Gesang mal beiseite geschoben) an den „Flug auf dem Glücksdrachen“. Hammer Song mit Gänsehaut-Garantie! Nach „Emptiness“ folgt die zweite Auskopplung „Stars“. Dieses Lied ist auch perfekt gesungen und produziert, mir persönlich aber zu schnell. Auf der Tanzfläche käme ich mir unter Strom gesetzt vor. Ein weiterer Anspieltipp ist „Break of Day“. Alle DM-Fans werden sich freuen, denn das lehnt sich an die Depeche Mode Epoche von Violator an. Tanzbarer Rhythmus, großartige Flächen und ein wenig Gitarre im Hintergrund. Die eigenen Songs beschließt das Instrumental „SSP84“. Die Beurteilung des Cover-Songs fällt mir schwer. Nicht weil es kein gutes Cover ist, aber es gibt so viele davon, dass man zumindest etwas Außergewöhnliches erwartet. Daher bleibt mein Lieblingscover des Songs immer noch die Placebo-Version.

Abschließend kann ich nur zu einem gelungenen Album gratulieren mit toller Musik und Gesang. Ich vergebe 8 von 10 Titanic-Schlitzer.

geschrieben von Marc Seidler

Facebook: https://www.facebook.com/wearearcticsunrise/

Label: http://www.echozone.de/