Six Faces – Behind the truth – Rezension

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Six Faces – Behind the truth

Es geschehen noch Zeichen und Wunder, und auch dieses Jahr haben meine tauben Ohren nochmal das Glück, wirklich bemerkenswerte Platten zu Gehör zu bekommen.

Gerade dreht sich hier bei mir das erste Album des Projektes „Six Faces“ aus Berlin. Zu meiner Freude erwartet mich keine x-te Electroplatte mit immer den gleichen Sounds und immer den gleichen Basslines, die wir alle in den vergangenen Jahren zuhauf gehört haben. Alle Electropopper hingehört, so wird das gemacht.

Bereits mit dem simplen „Intro“ gibt Mastermind Marko Rujner die Stilrichtung vor. Eine Prise Electro hier, ein fettes Schlagzeug da und viel, ganz viel Atmosphäre. Mit „My Empathy“ kommt mir da was Fettes in die Ohren. Irgendwie nicht fremd aber doch sehr einladend, fühle ich mich ein bisschen vom Gesang an „She wants revenge“ erinnert, was ich hier als äußerst positiven Einfluss gelten lasse. Mein erster Lieblingstrack der Platte ist gefunden und ich erwische mich doch dabei, den Track ein zweites Mal laufen zu lassen.

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Devil Inside“ ist dann da schon etwas anders. Zuckersüß mit einem schönen Riff ist es Electropop at its best. Nett anzuhören. Diesen Track kann ich mir tatsächlich im allgemeinen Mainstreamradio vorstellen, und mein Herz würde höher schlagen, sollte ich es tatsächlich da zu hören bekommen. Ausgefeilt bis ins Detail, aber nicht zu verspielt und klebrig. Ein weiteres Highlight ist „Pray“. Es dominiert die Gitarre mit hartem Riff und verschiebt die Grenzen zwischen Synthie und Rock ein wenig, ohne sich einer der beiden Stile zu sehr anzubiedern.

Durch die ganze Platte zieht sich ein Faden der Zerrissenheit und der Prüfungen, die das Leben aufgibt. Und das spiegelt sich in jedem einzelnen Track wieder. Mal sanft, mal mit einem harten Brett („Gentle Rain“). Aber eins hat jeder einzelne Track auf jeden Fall, und das ist Livepotenzial! Diese Platte schreit danach, auf die Bühne gebracht zu werden, und ich hoffe für Marko Rujner, dass er die richtigen Musiker im Rücken hat, um den Druck der Platte auch vor Publikum zu präsentieren. Verdient hat es die Platte.

geschrieben von Alf Urbschat

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