Sea of Sin – Unbroken – Rezension

Stahlbetonwand und eine Leuchtstoffröhre. Manchmal braucht es nicht mehr um ein ansprechendes Cover zu gestalten. Es handelt sich um die neue CD des deutschen Synthpopduos „Sea of Sin“ mit dem Titel „unbroken“.

Wie ich es normalerweise mache: Köpfhörer auf die Ohren, CD laden und einmal unvoreingenommen durchlaufen lassen. Diesmal hat das nicht ganz so funktioniert. Bei jedem Song gab es einen „Huch“-Effekt, die Augen und Ohren gingen auf und ich musste die Songs noch einmal hören. Meine Synapsen registrierten dabei elektronische Klangwelten, unglaublich gutes Songwriting, eine Seele-schmeichelnde Stimme – und leiteten diese Information ungefiltert an die Schaltzentrale Gänsehaut weiter, die wiederum an den Hirnzoo rückkoppelte und den Ohrwurm fütterte.

Der Opener und gleichzeitig die Auskopplung „Contamination“ ist gleich so ein Kandidat. Ein toller eingängiger Song mit einem wichtigem Thema. Ich stimme der Band zu. Die Erde ist nicht nur verseucht, sondern ein Ausweg zur Heilung fast nicht mehr möglich. Steht uns die Natur-Apokalypse bevor?

Der Folgetitel „You…(Bitter Sweet)“ ist ein Liebeslied mit sozialkritischem Hintergrund. Es wird von der Menschheit erzählt, die alles verloren hat, was uns als Gesellschaft ausmacht (Liebe, Vertrauen…) – dieser Mangel macht uns krank. Aber es gibt Heilung – der Heimathafen und die Personen, die einen in den Arm nehmen und für einen da sind.

Mein Favorit der CD ist „Unspoken words“. Ich kenne die Situation gut, wenn Unausgesprochenes im Inneren gärt, die Worte dann herausbrechen und alles vergiften. Ich mag mich bei der Band für diese Glanzleistung bedanken. Ich habe seit langem nicht mehr so einen grandiosen Song gehört. Der Titel saugt einen ein und lässt nicht mehr los.

Weitere Anspieltipps sind „Immaculate“, „Satellite“ und „Naked“.

Mein Fazit: Diese CD sollte sich in jedem CD-Regal befinden. Sie ist ausgereift, man kann sie auf Dauerschleife hören und wartet mit tollen Melodien und Texten auf. Ich kann nicht umher satte 10 von 10 Korgs zu verteilen.

geschrieben von Marc Seidler

Facebook: https://www.facebook.com/seaofsinGER/

bandcamp: https://seaofsin1.bandcamp.com/?fbclid=IwAR0J7M-ehhYPELyo3_05sMHzQ2bxgVyA6o5DTGNPDdijRFD77J_nhhI2el8

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