Rockharz 2018 4.7. – 7.7. (aus Sicht eines Besuchers)

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Dieses Jahr war großes Jubiläum auf dem Flughafen in Ballenstedt. Das Rockharz wurde 25 Jahre und feierte dies mit einer erlesenen Auswahl an Bands und 17.000 begeisterten Fans.

Alles fing 1993 klein, mit dem „Rock gegen Rechts“, in Osterode indoor an. Damals mit ca.1400 Fans.

Den Namen ROCKHARZ bekam das Festival ein Jahr später. Zu diesem Openair kamen 1000 Metalheads. Es wuchs stetig und wurde immer beliebter. Aufgrund des Wachstums, musste das Gelände gewechselt werden. Der Flugplatz in Ballenstedt, bot sich, nach ein paar Absagen von anderen Orten, super dafür an. Mit dem Besitzer, konnte man sich sofort einigen und dem Umzug auf das neue Gelände, stand nichts mehr im Weg. Seit 2009 reisen nun Metalfans Jahr für Jahr immer wieder gern an diesen Ort. Ich war dieses Jahr zum 9ten Mal dabei, habe also nächstes Jahr auch ein kleines Jubiläum zu feiern. Es zählt zu meinem liebsten Festival in Deutschland. Es ist sehr familiär, viele kennt man mittlerweile die man dort trifft. Es ist sauber (gilt als sauberstes Festival in Deutschland), preislich im grünen Bereich und buntgemischt von der Bandauswahl im Bereich Metal und Rock.

Mittlerweile ist es kein Geheimtipp mehr, was man an der stetig wachsenden Zahl des Publikums erlebt. 2009 waren es noch 7500 Fans, dieses Jahr o.g. 17.000. Die Kapazität des kompletten Flugplatzes ist mittlerweile ausgeschöpft. Größer sollte es also nicht mehr werden.

Dieses Jahr spielten unter anderem Bands wie Hammerfall (exklusive „HARZ on FIRE“ Show), Powerwolf, Ensiferum, Knorkator, Finntroll, Battle Beast, Die Apokalyptischen Reiter, The Other, Kreator, Cannibal Corpse, In Flames, Sodom, Letzte Instanz, Schandmaul, Trollfest, Mr. Hurley & die Pulveraffen, Amorphis, Equilibrium u.v.m..

Für uns startete das Festival Mittwoch früh um 5 Uhr, mit einer knapp 3 stündigen Fahrt, und mit der kleinen Sorge im Hinterkopf, möglicherweise keinen ordentlichen Platz auf dem Campingground zu bekommen. Wir wollten mit unser Gruppe (dieses Jahr 7 köpfig) nicht auseinander gewürfelt sein, da im Vorfeld auf Facebook doch etwas Panik gemacht wurde, da eben sehr viele Fans bereits Dienstag angereist waren und der Platz bereits zu 2/3 voll war. Wir waren gegen 8 Uhr am Einlass und wurden nach hinten auf den Zeltplatz (Bereich F) eingewiesen. Da die Hälfte unserer Gruppe schon drin war, klappte alles super mit unserem Zusammensein. Pavillon, Zelte und Autos alles gut beieinander, und zu guter Letzt das Privatdixi, machte dann alles perfekt.

Wettertechnisch war es dieses Jahr auch klasse, etwas Wind und Staub, aber ansonsten perfekt. Beim Rockharz wurde ja wettertechnisch schon viel geboten (von Regen und 8°, sowie Sonne und 35°, war schon alles dabei, außer Nebel und Schnee :) ).

Bei mir auf dem Bandzettel standen dieses Jahr Kreator, Finntroll, Ensiferum, Cannibal Corpse, Knorkator, The Other, viele andere ergeben sich meist kurzfristig für mich.

Kreator spielten als erster Headliner Mittwochabend, es war laut, gut und voll. Titel wie „Satan is real“, „Flag of hate“, „Pleasure to kill“ fehlten natürlich nicht im Liveset. Untermalt war das Ganze mit einer guten Licht- & Feuershow. Das ROCKHARZ startete also klasse ins 25jährige.

Donnerstag wurde zeitig aus dem Zelt gekrochen und ordentlich gefrühstückt, um dann doch endlich nach ewigen „Nein“ und „Vielleicht“ die Teufelsmauer zu erklimmen (sehr empfehlenswert, der Blick von dort oben lohnt sich! Fantastische Sicht auf das komplette Festivalgelände und die herumliegende Landschaft).

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13 Uhr ging es zu Nothgard. Nothgard ist eine deutsche Melodic-Death-Metalband. Der Platz war gut gefüllt, während die Jungs aus Bayern ein gutes Brett auf der Bühne ablegten. Nach Nothgard folgten anschließend Skalmöld , eine Viking- Metalband aus Island. Mit feinsten Gitarrenriffs und sehr guten, kraftvollen Stimme, begeisterten diese die Fans für gute 35 Minuten.

Danach schlenderte ich durch die FOOD-& NON- FOODAREA, die sehr gut auf dem Infield des Festivals aufgeteilt/hingestellt ist, so dass man nichts vom Bühnenprogramm verpasst und das Ganze auch aus etwas mehr Ferne genießen kann. Man kann hier sehr gut Essen (riesige Auswahl, wo für wirklich jeden Geschmack etwas dabei ist) und durch Stände schlendern die viel bieten, z.B. Massen an T-Shirts, Patches, Musikgut, Schmuck, bis hin zu Holzdildos :).

Für mich war musikalisch an diesem Tag nichts mehr dabei (Schande über mein Haupt, da doch die großen Amorphis und Powerwolf am Abend auftraten)…irgendwie blieb ich dann doch in unser kleinen Zeltstadt hängen.

Freitag Nachmittag war Horrorpunk mit The Other angesagt. Bei gefühlten 30° und bombigen Sonnenschein, betraten die Jungs gegen 14:35 Uhr die Bühne und lieferten eine klasse Show mit einer sehr guten Setlist ab. Horrorpunk macht eben auch im Hellen Spaß! Das Publikum war begeistert und auch ich war mal wieder sehr mitgerissen, das erste Festivalhighlight war geglückt.

Danach wurde wieder auf dem Campingplatz pausiert, denn es standen noch ein paar Bands auf der Liste und es sollte wirklich bis in die Nacht gehen, aber eher unfreiwillig. Denn gegen 16 Uhr wurde bekannt gegeben, dass Ensiferum ihren Gig von 19:35 auf 1:00 Uhr verschieben mussten, da es Probleme am Flughafen gab.

Gegen 17:30 Uhr stiefelte ich zum Festivalgelände runter, alleine unterm Pavillon war es mir dann doch zu langweilig. So ergab sich für mich gleich die Chance Battle Beast aus Norwegen zu sehen. Sie bieten, ohne Frage eine gute Show mit viel Power und einer sehr stimmgewaltigen Sängerin, mit der ich aber leider nicht warm werde. Bei mir stand Finntroll aus Finnland ganz oben auf der Wunschliste, die gleich im Anschluss spielten. Diese traten – nach dem wohl längsten Intro (ca. 10 Minuten) des Festivals – um 19:10 Uhr auf die Bühne und sie hatten mit ihrem ersten Ton vom Song „Drap“, das Publikum sofort auf ihrer Seite. Ich hab sie jetzt nach 2014 und 2016 das 3te Mal auf dem RH gesehen und bin immer wieder begeistert von den Trollen mit ihrem Humppa Folkmetal. Mit 9 Liedern brachten sie die Menge zum Rennen (Staubtornado im Circle Pit) und feiern!

Danach konnte man gediegen auf den Zeltplatz gehen und den Abend bei ein paar Bier und Ciderchen unterm Pavillon und einer Runde Schwedenschach genießen. Headliner an diesem Abend waren Hammerfall mit einer exklusiven Feuershow, die das ganze Festivalfeld immer wieder kurzzeitig erwärmte. Bei einem leckeren Fischbrötchen betrachtete ich mir die Show aus der Ferne und kam derweil mit anderen Festivalbesuchern ins Gespräch. Bei Hammerfall war alles dabei an Hits, was die Fans verlangten und auch bekamen (u.a. Hammer high, Hearts on fire, Renegade). Nach Hammerfall traf sich unsere Gruppe nochmal auf einen Plausch und hörte den Tönen von Versengold zu, einer Folk-Band aus Bremen, die mit Trinkliedern natürlich ordentlich mit dem Publikum zusammen abfeierte.

Auf Versengold folgten endlich Ensiferum, die mit dem Intro„Ajattomasta Unesta“ und dem darauf folgenden „For those about to fight for metal“ gleich sehr gut loslegten. Der Band und dem Publikum merkte man nichts an von der langen Wartezeit und den Strapazen des Tages an. Die Dreiviertelstunde mit 8 Liedern verging wie im Flug. Und mein liebstes Stück von der aktuellen Platte war auch dabei- „Two of Spades“ – Discotime! Aus Interesse schaute ich mir nach Ensiferum noch etwas Eisregen an. Nun ja meins ist es nicht, aber für 1:45 Uhr war es recht voll vor der Bühne und die Fans der Band waren gut dabei.

Der Samstag fängt an und somit der letzte Festivaltag (doch schon wieder). Nach nun mehr über 3 Tagen merke ich mein Alter! Zelten mit Luftmatratze macht Rückenaua und Alkohol schlägt auf den Magen – ein Hoch auf Kräutertee,Vollkornbrot und Müsli mit Mandelmilch, sowie Schmerztabletten und Iberogast :) ! Was geht heut so,natürlich erstmal 14:45 Trollfest ,norwegische Trinklieder und verwurstete Popsongs,Spaß muss sein auf nem Metalfestival und das bietet das RH jedes Jahr aufs Neue. Was macht man am letzten Tag eines Festivals wenn man pausiert ,weil grad nix interssantes spielt? Man baut schon mal den Pavillon ab, da man ja am nächsten Tag früh starten möchte, um nicht im Abreisestau ewig warten zu müssen. Pünktlich nach dem Abbau und duschen (das 2x nach Donnerstag, ich weiß „Duschen ist kein Heavy Metal“, aber bei dem Staub musste das sein) ging es 18:45 Uhr zu Cannibal Corpse, ne ordentliche Portion Grunzen ist schon Pflicht auf nem Metalfestival. Eine 40 minütige Show und danach gabs Abendbrot, man isst Schwarz. Burger, Currywurst, Chili sin Carne, alles in feinstem schwarz gefärbt und da das Auge ja mit isst, wars ne ordentliche Überwindung für mich(mit Augen zu gings – man muss ja jeden Trend mal mitmachen). Mit vollen Bäuchen gingen wir wieder zur Campingarea (das liebe ich ja auch so beim RH, kurze Wege – eine Bierlänge- und man ist beim Zelt oder bei der Bühne), Bierchen zwitschern und auf Knorkator warten, mein heimlicher Headliner des Abends. Die Meiste Band der Welt betrat Punkt 21:45 Uhr mit einem kleine Geburtstagsständchen die Bühne, und das bereits zum 8ten Mal. Es war voll, sehr voll vor der Bühne! Knorkator sind eben immer ihre Show wert und sehr beliebte Gäste beim RH. Eine Stunde Show ist viel zu wenig für die verrückten Männers, es war eine 2 Generationen Show, mit viel Spaß und Gefühl. Am Ende stand man mit Wehmut da und dachte: “hach, was war das alles wieder klasse, nächstes Jahr unbedingt wieder.“ Die Crew bedankte sich nach dem Gig für die 25 Jahre bei den Fans, bei sich selber und den Bands. Danke und was kam danach,ach ja … In Flames . Vor 10 Jahren mal eine echt sehr gute Band, mittlerweile aber leider nicht mehr meins, selbst das Infield war leerer als bei Knorke…da hab ich bei anderen Headlinern an einem Samstagabend schon viel mehr Menschen gesehen. Lediglich 2 Lieder haben wir gelauscht und dann aufgegeben. Das wars gewesen für dieses Jahr! Nun hieß es: ab ins Zelt und schlafen um 6 Uhr klingelt der Wecker. Nach einem kurzen, reibungslosen Abbau, war für uns um 7 Uhr Abfahrt und das ohne Stau. Ich freu mich schon auf nächstes Jahr, da hab ich dann 10 Jähriges, Karten sind schon bestellt und das Line-up wächst bereits ebenfalls. Bisher sind fürs kommende Jahr schon 13 Bands bestätigt, u.a. Children of Bodom, Wintersun, Cradle Of Filth, Mono Inc., Hämatom!

See you next Year Folks

Eure Antje Reichelt :-)

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