Rezensionen

 

 

Lacrimosa – Zeitreise – Rezension

Wer sich schon lange in der schwarzen Szene aufhält, der kommt um Lacrimosa nicht herum. Bereits seit 1990 gibt es die Formation um Tilo Wolff. Mit 13 Studioalben und über 100 Kompositionen haben Lacrimosa bisher schon ein beeindruckendes Gesamtwerk erschaffen und sollten mit Songs wie „Copycat“ oder „Stolzes Herz“ so ziemlich jedem ein Begriff sein. Nun haben sie am 22. März 2019 mit „Zeitreise“ ein Best of Album veröffentlicht, welches einen wirklich guten Querschnitt durch die Werke von 1990 bis heute bietet und auch einen kleinen Ausblick auf die Zukunft gewährt. In 25 Songs kann man sich auf diesem Doppelalbum quer durch die Geschichte Lacrimosas hören und somit im wahrsten Sinne des Wortes eine „Zeitreise“ unternehmen.

Unter anderem hat es der Song „Lichtgestalt“ aus dem gleichnamigen Album von 2009 auf den Tonträger geschafft. Ein Lied, welches ich liebe, seit ich es das erste Mal gehört habe. Mit seiner schon fast bedrohlichen Beschreibung, inwiefern der Schatten Teil jeder Lichtgestalt ist und der entsprechenden musikalischen Untermalung, wird einfach eine unvergleichliche Atmosphäre geschaffen.

Ein verhältnismäßig junges Stück ist „Die Unbekannte Farbe“ vom 2015 veröffentlichen Album „Hoffnung“. Nach einem ruhigen Pianointro gewinnt das Lied schließlich an Tempo und Druck und beherbergt längere Instrumentalpassagen. Es klingt am Ende genauso ruhig aus, wie es begann und ist wieder ein Song, in dem man sich verlieren kann.

Mit dem 2012 auf dem Album „Revolution“ erschienen „Irgendein Arsch ist immer unterwegs“ trifft Herr Wolff den Nagel auf den Kopf. Denn egal wie gut es für einen gerade läuft, am Ende kommt immer irgendein Arsch um die Ecke und macht alles kaputt. Der Song beginnt mit einem ruhigen Klavierintro und nimmt dann an Fahrt auf. Auf jeden Fall ein Stück, in das man sich gut einfühlen kann.

Stolzes Herz“ ist einer der bekannteren Songs. Bei dem Werk aus dem Album „Stille“ von 1997 wird Tilos Stimme zunächst nur von zarten Streichern und Klaviertönen begleitet, später gewinnt der Song an Tempo und Härte. Immer wieder wechseln ruhige Passagen mit schnelleren Abschnitten und versetzen den Hörer in Aufbruchstimmung.

Mit „Copycat“ haben Lacrimosa einen weiteren Hit auf die CD gepackt. Der Song aus dem Jahr 1995, erschienen auf dem Album „Inferno“, ist einer der selteneren englisch sprachigen Titel. Er ist ein zackiger Gothicrock Song, bei dem Tilo Wolff auf seine tiefste Stimmlage zurückgreift.

Aus dem Album „Elodia“ von 1999 wurde auch „Ich verlasse heut dein Herz“ ausgewählt. Dieses Lied beschreibt in einer herzergreifenden Art und Weise eine Trennung aus der Sicht von dem, der geht. Es ist ein sehr langer Song mit einer Mischung aus Dank und Abschied, der ausgedehnte Instrumental Sequenzen enthält.

Ein ganz neues Stück ist hingegen „Drei Sekunden“. Auch dieser Song ist ganz im Stile Tilo Wolffs. Es gibt schnelle, kraftvolle Passagen, die sich mit ruhigeren Teilen abwechseln. Die Stimme des Sängers steht auch hier sehr deutlich im Vordergrund. Schon alleine der Satz „Drei Sekunden sind ein Leben“, haben sich mir so eingeprägt, dass ich den Song mehr als einmal gehört habe, um ihn ganz erfassen zu können.

Den Ausklang der Doppel-CD und gleichzeitig einen Ausblick in die Zukunft bildet „Im Schatten der Sonne“. Der Song empfängt den Hörer mit einem tiefen, melancholischen Klavierintro und ist zunächst ein ruhiges Stück. Die Aussage des Songs ist sehr klar: Alle Menschen sind gleich. Keiner ist mehr oder weniger Wert. Nur im Schatten der Sonne sieht die Realität leider oft anders aus. Den Ausklang aus dem Lied bilden Alltagsgeräusche. Man darf gespannt sein, was Lacrimosa für ein neues Studioalbum noch für Werke hervorbringen werden.

Eines lässt sich über Lacrimosa in jedem Fall sagen: Sie sind sich und ihrem Stil in all den Jahren treu geblieben, ohne sich jedoch zu wiederholen. Ihre Musik ist unverkennbar und auch im dreißigsten Jahr ihrer Bandgeschichte sind Lacrimosa kein bisschen leiser und schon gar nicht eintönig.

geschrieben von Antje Heine

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Ich konnte es kaum erwarten, die neue Scheibe in Ruhe zu hören und ich war natürlich voreingenommen. Das Debütalbum „Behind the Truth“ läuft bis heute bei mir.

Wie ein kleines Kind, das sich auf Weihnachten freut, sitze ich immer noch da und höre nun schon seit Tagen das neue Album „Tremble And Fall“ von Six Faces.

Das Intro – „The Trip“ lässt mich schon erahnen, wo die Reise hingehen wird. Es ist nicht zum nebenbei hören gedacht, es muss mit dem entsprechenden Respekt gehört werden. Kurz, lasst euch drauf ein und ihr werdet begeistert sein.

„Free“ trifft den Nerv! Tief und absolut, aber so was von, besonders wenn man es mit Kopfhörern und geschlossenen Augen hört. Alles kam wieder hoch, alles. Das Schöne, das Traurige, die unendliche Trauer und auch das Wissen, das man es überlebt hat. Stärker geworden ist. Ich habe immer noch Tränen in den Augen. Aber wenn ich es im Auto höre, dann weiß ich, das es mein Song des Jahres ist und für ewig bleiben wird.

Die rockige Untermalung von „Plain“ reißt mich unweigerlich aus meiner Lethargie und ich bin putzmunter. Eine gelungene Abwechslung zu den im Hintergrund laufenden Synthiklängen. Was ich immer wieder krass finde ist, das Markos Stimme so super gut hinein passt, obwohl sie ganz und gar nicht grade „gebügelt“ daher kommt. Eben charismatisch, eben Six Faces. Und das Gänsehautfeeling ist wieder da. Es ist auch völlig egal, ob es draußen regnet und eben „frischer Wind“ weht – bei guter Musik bekomme ich die auch bei 40 Grad im Schatten:-)

Wenn man sich „Psychosomatic Overdose“ anhört, dann fühlt man sich sofort in die 80iger zurück versetzt. An mir sind sie nicht spurlos vorüber gegangen und ich kann viele Parallelen hören, die Wechsel in der Stimmhöhe und auch in der Melodie. Dieser Song stellt für mich eine super Verbindung zu heute her. “I´m afraid of myself“ – wer kennt das nicht, aber das ist genau richtig so, denn nur so lernt man sich kennen. Und brennt nicht jeder von uns für etwas? Wie gut, denn das ist für mich auch der Sinn des Lebens.

Sorry im Voraus, aber bei „Let Us Love“ fühle ich mich, als wäre ich beim hören eines IAMX Songs. Das ist meinerseits ein riesen Kompliment an Marko, denn ich liebe diese Band und ihre Musik. Man soll ja niemanden vergleichen, aber das er das so krass drauf hat, hätte ich nie gedacht. Hey, danke für diese geniale Überraschung. Ich habe 1 Million Bilder im Kopf…Liebe, das wichtigste, was wir alle brauchen, aber auch das, bei dem wir am meisten finden, wenn wir sie zulassen.

„You Got Me On Fire“ stellt für mich den Wechsel auf der Scheibe dar. Ich befinde mich ein bisschen wie in einem Western, was daran liegt, das das Pfeifen mich an „Spiel mir das Lied vom Tod“ erinnert. Immer etwas abwartend, um dann wieder rockig und ruppig darauf aufmerksam zu machen, das manche Menschen in einem ein Feuer auslösen können, egal ob positiv oder negativ. Kleine Erinnerung daran, das man aufpassen muss, sich nicht zu verbrennen. Coole Interpretation und gelungene musikalische Umsetzung. Überraschend, weil so ganz anders, wie vorher und wie vom ersten Album gewöhnt.

Wow, ganz schön mutig, sich mit dem Thema Stalking auseinander zu setzen. Hoffentlich beruht das nicht auf negativen Selbsterfahrungen….Ich möchte das nie erleben, denn es ist wirklich eine schlimme Sache. „Follow Me“ trifft hier genau die Stimmung und man kann sich sehr gut in die Situation hinein versetzen. Beklemmung macht sich breit, weil der energische, drückende und wiederkehrende böse Ton immer wieder an einem zerrt. Und durch die Steigerung, die langsam aufgebaut wird um dann umso stärker über einen hereinzubrechen, bin ich geschockt. Sehr gut! Das Thema bleibt mir noch lange im Gedächtnis, dank dieses Songs.

„Surrender Your Love“ kommt ganz schräg daher. Wem soll man seine Liebe übergeben? Begibt man sich da nicht doch auf dünnes Eis, weil die eigene Empathie doch kurzfristig völlig abgegeben wird, an diese eine Person? Ganz schön tiefgründig was? Ja, weil das alles eben kein Spiel ist und man leider viel zu oft den falschen Leuten sein Wohlwollen und seine Freundschaft, am Ende seine ganze Liebe gibt, um dann doch wieder alleine da zu sitzen und sich zu fragen, warum muss ausgerechnet mir das passieren. Oder warum sind die so? Ich kann das gut nachvollziehen, aber es macht Mut, das es mir nicht alleine so geht.

Jetzt kommt ein weiteres Highlight auf diesem genialen Album. „Time Is Running“ schickt mich zurück in meinen Wunschtraum, endlich in einem Segelflugzeug zu fliegen. Warum? Es beflügelt mich einfach, rein von der Melodie her. Ich komme nie umhin, das auf die höchste Lautstärke zu drehen und völlig ab zu tauchen. So hat sich doch schon jeder gefühlt, für nix und niemanden Zeit zu haben. Oder eben nicht für sich selbst. Und mir ging dann auch plötzlich der Gedanke durch den Kopf, was wäre gewesen, wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, mit jemandem zu sprechen, der nicht mehr da ist. Der melancholische Unterton in der Musik, ich weiß nicht, er macht mich ein bisschen wütend auf mich selbst, das ich es nicht geschafft habe und nun nichts mehr daran ändern kann. Was soll´s ich kann es eben nur noch besser machen.

„Brutal Emptiness“ klingt wie ein Aufschrei. Wo und wann werde ich gerettet? Niemand hilft mir hier raus. Nein. natürlich nicht, das muss man selbst tun. Wer am Boden ist, muss von alleine aufstehen, sonst macht es keinen Sinn. …“just another step“…genau, langsam und bedacht, zurück ins Leben. Der stetige antreibende Ton und auch die eindringliche stimmliche Untermalung machen es nicht schwer, das als wahr zu empfinden. Es ist hart, das wissen wir alle, egal auf welche Situation wir das beziehen. Einfach mal machen und dann wird es gut. Das beste Beispiel ist diese CD hier;-) Ich spreche in Metaphern? Kann sein, aber ich weiß, das diese Worte genau da ankommen, wo sie hingehören!

Kleiner Stilwechsel gefällig? „Prism“ schafft das gut. Schon wieder, nanu? Die Überraschungen nehmen ja kein Ende, wie schön. Was für krasse Facetten hier zu Tage kommen, ich bin begeistert. Ich wusste es ja schon immer und ich bin wirklich stolz, das so viel Mut hier an den Tag gelegt wird, das so offen zu zeigen. Danke dafür. Die eigenen Dämonen, ja diese ekelhaften Schweinehunde, was zum Teufel machen sie mit einem? Meine sind wirklich fies, denn ich will dann einfach nicht mehr, ich würde am liebsten manchmal „abdanken“. Scheiß drauf, es geht immer irgendwie weiter…I am alive! Ganz genau und das ist auch gut so!

„Charades“ erinnert mich ein bisschen an die Art von APOP. Ein bisschen schief, ein bisschen Gefrikkel, ein bisschen seltsamer Gesang, ich hatte zu tun, denn ich bin nicht begeistert, wenn ich etwas höre, das wie nachgemacht klingt. Aber das tut es ja gar nicht, denn es ist eben unverwechselbar, weil es eben Six Faces ist. Und genau das macht es eben auch aus, nicht immer gleich und langweilig. Was hier, wie auch sonst auf der kompletten Scheibe auffällt ist, das alles super abgemischt ist und man auch bei der krassesten Lautstärke keinerlei Macke findet. Ich hasse nichts mehr, wenn es übersteuert oder nicht zusammen passt. Hier passt für mich alles!

„To Much Enemies“ – Ja, die hat man dann – aber wen interessierts? Wenn man immer auf alles und jeden Rücksicht nimmt, ist doch langweilig. Weiter kommen kann man nur, wenn man seine Feinde zu seinen Verbündeten macht;-)

Sag was du willst und gut, wer das nicht versteht oder mag, hat das Problem, nicht du. Für mich ein super Song, genau nach meinem Geschmack, wahr, rebellisch und eindringlich. Gut gemacht.

Langsam neigt sich die Scheibe dem Ende und ich habe bis jetzt keine Sekunde Langeweile gehabt. Das ist doch mal was! Meine Meinung ist ja aber nicht so wichtig, die Mischung aus Elektro, tiefgründigen Texten und hier und da ein wenig mehr Schlagzeug oder Gitarre, damit habe ich nicht gerechnet. Nicht in dieser Art.

„Dark Clouds“ passt hier wieder, wie die Faust aufs Auge. Man merkt auf jeden Fall, das hier nicht nur einfach dahin gesungen wird. Es wird sehr viel verarbeitet und wir alle dürfen teilhaben. Aber wie sagt man so schön, nach Regen folgt Sonnenschein. Und ich bin wirklich froh, das ich diese Strahlen abbekommen darf. Mich baut es auf und es ist definitiv keine weitere langweilige Elektroplatte.

„Final Stage“ wie passend als Schlusssong. Es hinterlässt mit dem typischen hallenden Hintergrund und den sphärischen Klängen ein Gefühl von Zufriedenheit, und diese verdammte Gänsehaut, wenn die Stimme hier wieder einsetzt. Manchmal frage ich mich, wie man das so umsetzen kann, es ist einfach nur der Hammer!!!

Fazit: Vielleicht bin ich ja verrückt, aber ich schreibe hier nur was ich denke und ich bin der festen Überzeugung, das das ein Durchbruch in der Geschichte von Six Faces ist und definitiv eine Steigerung. Wann und wo der letzte Auftritt sein wird ist bei jedem ungewiss, ich hoffe es wird nicht zu bald sein!!!

Ich vergebe heute auch 10 von 10 Notenschlüsseln.

geschrieben von Claudia Tomaszewski

Facebook: https://www.facebook.com/sixfaces/

Website: http://www.sixfaces.de/

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Stahlbetonwand und eine Leuchtstoffröhre. Manchmal braucht es nicht mehr um ein ansprechendes Cover zu gestalten. Es handelt sich um die neue CD des deutschen Synthpopduos „Sea of Sin“ mit dem Titel „unbroken“.

Wie ich es normalerweise mache: Köpfhörer auf die Ohren, CD laden und einmal unvoreingenommen durchlaufen lassen. Diesmal hat das nicht ganz so funktioniert. Bei jedem Song gab es einen „Huch“-Effekt, die Augen und Ohren gingen auf und ich musste die Songs noch einmal hören. Meine Synapsen registrierten dabei elektronische Klangwelten, unglaublich gutes Songwriting, eine Seele-schmeichelnde Stimme – und leiteten diese Information ungefiltert an die Schaltzentrale Gänsehaut weiter, die wiederum an den Hirnzoo rückkoppelte und den Ohrwurm fütterte.

Der Opener und gleichzeitig die Auskopplung „Contamination“ ist gleich so ein Kandidat. Ein toller eingängiger Song mit einem wichtigem Thema. Ich stimme der Band zu. Die Erde ist nicht nur verseucht, sondern ein Ausweg zur Heilung fast nicht mehr möglich. Steht uns die Natur-Apokalypse bevor?

Der Folgetitel „You…(Bitter Sweet)“ ist ein Liebeslied mit sozialkritischem Hintergrund. Es wird von der Menschheit erzählt, die alles verloren hat, was uns als Gesellschaft ausmacht (Liebe, Vertrauen…) – dieser Mangel macht uns krank. Aber es gibt Heilung – der Heimathafen und die Personen, die einen in den Arm nehmen und für einen da sind.

Mein Favorit der CD ist „Unspoken words“. Ich kenne die Situation gut, wenn Unausgesprochenes im Inneren gärt, die Worte dann herausbrechen und alles vergiften. Ich mag mich bei der Band für diese Glanzleistung bedanken. Ich habe seit langem nicht mehr so einen grandiosen Song gehört. Der Titel saugt einen ein und lässt nicht mehr los.

Weitere Anspieltipps sind „Immaculate“, „Satellite“ und „Naked“.

Mein Fazit: Diese CD sollte sich in jedem CD-Regal befinden. Sie ist ausgereift, man kann sie auf Dauerschleife hören und wartet mit tollen Melodien und Texten auf. Ich kann nicht umher satte 10 von 10 Korgs zu verteilen.

geschrieben von Marc Seidler

Facebook: https://www.facebook.com/seaofsinGER/

bandcamp: https://seaofsin1.bandcamp.com/?fbclid=IwAR0J7M-ehhYPELyo3_05sMHzQ2bxgVyA6o5DTGNPDdijRFD77J_nhhI2el8

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1977 – ein junger Gunther von Hagens arbeitet in Heidelberg an der Idee der Plastination und skizziert eines seiner Exponate, die er später in der weltberühmten Ausstellung „Körperwelten“ ausstellen will. Das kommt mir in den Sinn, wenn ich mir das Cover der CD „XS2XTC“ der Schweizer Band „Almøst Human“ ansehe. Die Bleistiftzeichnung zeigt einen Mensch, der sich selbst die Haut abzieht. Wenn man XS2XTC (Access to Ecstasy) hat, denke ich in Zusammenhang mit dem Bild an eine Metapher, sein äußeres/altes Ich abzustreifen und das innere Ekstatische zu entdecken. Da ich die Art Cover mag und die Thematik spannend finde, bin ich gespannt, was mich erwartet – obwohl ich eher Gothic-Rock erwartet hätte statt Metal.

Beim ersten Durch hören hat die Band schon einen Stein bei mir im Brett. Ich finde keinen Vergleich, keine Kopie, keinen Einfluss anderer Bands. Die wird es sicher geben, aber es scheint als haben sich die Musiker selbst und untereinander gefunden.

Der Opener „System Of Beliefs“ musste ich mehrmals hören. Zum einen, weil ich herausfinden wollte, ob es sich bei den hohen Tönen um einen Synthesizer oder extrem verzerrte Gitarren handelt (ein Stilelement der ganzen CD) und zum anderen, weil die Bridge und Refrain unglaublich gut ins Ohr geht und der Clean-Gesang sich gut in das Growling einfügt. Eine würdige Nr.1, die wunderbar die Facetten und die Musikalität der Bandmitglieder zeigt. Das Lied endet mit einem gehaltenen gezerrten Ton…und der nächste Song überraschend riffig mit sehr langen Pausen. „Warpigs“ ist ein härterer Titel und, ganz dem Kriegsgedanken folgend, voll mit Stakkato-Riffes. „Naked Now“ ist ähnlich treibend und damit es nicht langweilig wird, wird das Lied mit einer Fläche aufgebrochen. „What Makes You So Hard?“ ist gespickt mit Triolen, unerwarteten Pausen, Passagen und Stilwechseln. Es ist der anspruchsvollste Song der CD für den Hörer. Ich könnte mir vorstellen, dass es dem einen oder anderen nicht gefällt. Ich persönlich mag ab und an solch harten Tobak. Der Instrumentaltrack „Chemical Breakfast“ gefällt mir weniger. Es ist mir zu wenig los und mir fehlt das Verständnis, dass von drei Minuten eine Minute ausgefaded wird. „Divine Comedy“ und „Baby Glued“ sind wiederum Songs, die man sich mehrmals anhören muss. Ein musikalisches Stilelement jagt das nächste, was zunächst verwirrt, dann aber doch irgendwie gefällt. Die Band hat es mit „Clowned“ geschafft einen traurigen Clown musikalisch zu interpretieren. Man hört Tonfolgen von Zirkusmelodien heraus – sehr gut gemacht und fast mein Lieblingstrack auf der CD, wäre da nicht „Beloved Pet“. Dieser Track ist so spannend, dass er unter allen Titeln sofort auffällt. Er erinnert mich an den klassischen Dramen/Komödienaufbau der Literatur in 5 Akten. Sphärisches In- und Outro, melodischer Zwischenpart und gute Headbangparts dazwischen. „Promised Paradies“ ist ein Übergangstrack mit gesprochenen Worten und verzerrten Sounds. Es geht um die Worte Gottes, die uns das Paradies versprechen. Schöne Idee, denn „In The Name(s) Of God(s)“ wird postum damit abgerechnet. Hier merkt man, dass alle Musiker damit einverstanden sind, denn jeder legt so richtig Wut und Enttäuschung in das jeweilige Instrument. Am Ende hört man den Sänger um Luft ringen. Auch eine super Idee um dem Growling den Stempel Diesmal war es ernst aufzudrücken. Nach diesem Titel klingt „Fucktory Of Illusions“ fast schon langweilig. Dennoch ist auch er toll gemacht mit ansprechenden Tempiwechseln, Riffs und melodischen Passagen. Ich finde die Idee das eigene Gehirn als „Fuckbrik der Illusionen“ zu betiteln genial. „From Womb 2 Tomb“ ist erneut ein Übergangsstück für den letzten Track „Welcome 2 Neverland“. Er ist auch wieder ein kleines Goldstück, wenn man sich einmal rein gehört hat. Die Band bedient sich arabischer und Zigeuner-ähnlichen Tonfolgen um das Neverland zu beschreiben. Nach sechs Minuten ist der Song vorbei, der CD Player zeigt aber noch 9 Minuten an. Juhu, ein Ghost Song. Und genau das ist er. Ich verrate nicht zu viel.

Mein Fazit: Die CD ist klasse, hier und da schwierig und nichts für Mal-Eben-So-Hören. Man wird mitgenommen und die Thematiken sind stimmig, die Musik ist astrein und es gibt Überraschungen. Einen Wunsch würde ich der Band gerne nahe bringen. Die Titel und das Arrangement lädt gerade dazu ein, dass die CD in einem durch gemixt ist. Teilweise sind die Pausen zwischen den Tracks seltsam oder störend. Insgesamt vergebe ich 8 von 10 Pommes -Forgglä.

geschrieben von Marc Seidler

Label: http://www.fastball-music.de/

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Driven Under – Hello Mr. Defeat – Rezension

„Driven Under“ aus der Schweiz sind kein ungeschriebenes Blatt. Die vier Mitglieder spielten schon als Support bei diversen internationalen Acts, wie Pentagram, Eluveitie, Killing Joke und Atreyu und haben nach Ihrer Promo-CD nun ihre zweite offizielle Studioplatte auf dem Metal-Markt veröffentlicht.

Die CD „Hello Mr. Defeat“ kommt im orange/schwarzen Gewand. Ein Kaputzenmann mit Knarre in der Hand sitzt auf einem Ohrensessel, der wiederum zufällig auf der Straße einer zerstörten Stadt steht. Sachen gibt’s. Ich kann mir nicht helfen, aber er trägt eine Sido-Maske… sorry.

Hören wir doch mal in die Musik rein. Laut Interview vergleichen sie selbst Ihren Stil mit Tool. Diese Meinung kann ich überhaupt nicht teilen. Beim ersten Anhören bin ich bei klassischem Metal. Ich assoziiere Sabbath, Mötley, Maiden und Ramones.

Der erste Track „Millionaire“ schlägt zunächst mit einem guten Riff und passendem Drive ein. Die Stimme erinnert schon stark an Bruce Dickinson. Der Song wechselt das Tempo und wird im Refrain langsamer und im Ozzy-Stil gesungen um am Ende nochmal mit einem zackigen Ramones-Part abzuklingen. Textlich bin ich verwirrt. Geht die Band in Richtung Steel Panther oder haben sie keinen besseren Reim gefunden („But I am not a crazy millionaire, all day long I clean my underwear“)? „Needless“ hängt sich dem Stil an, während „Daywalker“ eine etwas langsamere Nummer ist. Gezupfte Strophe und der Refrain ist sehr melodisch und catchy. Alleine die Screams in der Bridge hätte man weglassen sollen – Rob Halford ist halt ein Genickbrecher. „R’N’R“ kann man sich auch als Video auf deren Webseite oder YouTube ansehen. Wirklich ein guter Song, aber auch hier weiß ich nicht so genau, ob es eine Satire ist, oder das Reimverständnis im Englischen fehlt. Ein kritisches Metal-Lied über das Saufen und man trinkt„beer and some wine“ . Aber vielleicht denke ich auch zu true. Apropos true. Ein HailHailHailandKill-Manowar Moment beschließt diesen Song. Mein Anspieltipp ist „Liquidators“. Dieser Song ist am klarsten strukturiert und sehr klassischer Metal. Die CD endet überraschend mit einem Instrumentalstück, das ich auch sehr gelungen finde.

Die CD macht Spaß zu hören und man merkt, dass die Schweizer Bock drauf haben. Hier und da fehlt es noch an Individualität oder an einem Konzept. Ein wenig mehr Übung beim Texten und Reimen ist sicher auch von Vorteil. Trotzdem, guter Metal! Ich vergebe 6 von 10 Schokis.

geschrieben von Marc Seidler

Links

Website: drivenunder.ch 

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Nebel durchzieht die Häuserschluchten aus rotem Ziegel und Stahlbeton – künstliches Licht flackert. Rot durchdringt das Wabern und ein leichtes Brummen ist unter der Erde zu hören. Das Rot wird heller, doch statt der Sonne zieht ein Meteor einen brennenden Streifen durch den Himmel und schlägt erbarmungslos ein.

Das ist, was mir beim Opener „Start Over“ in den Sinn kommt. Mir liegt die CD „Overpower“ der Gelsenkirchner MetalCore Band „Any Given Day“ vor, die am 15.03.2019 erscheinen wird und in die Metalcore-Szene erbarmungslos einschlagen wird.

STOP! Bevor Ihr diese CD anhört, muss ich eine Sache anmerken. Entstaubt Eure Kutten, ölt die Tattoos auf dem Unterarm, schmeißt die Haargummis in die Ecke und dreht die Anlage bis zum Anschlag auf!

Diese CD ist so ein Megabrett, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Sie hat einen fetten Drive und unglaublichen Druck, dass einem schwindlig wird. Die CD ist sehr gut abgemischt und die 11 Tracks bieten alles, was das Metal Herz begehrt. Jeder Song hat eine Geschichte und eine eigene Atmosphäre. Die Musiker beherrschen Ihre Instrumente perfekt und der Sänger bedient sowohl die Growls als auch den Clean – und beides sogar richtig gut. Die Songs „Savior“ und „Lonewolf“ sind als Video auf YouTube verfügbar und mehr als ansehn- und -hörlich. „Savior“ ist einer meiner Lieblingstracks auf der CD und wenn ich ehrlich bin, gefällt er mir besser als der neue Kram von B4MV. Ein nettes Intro, die Gitarre steigt ein und dann lass gehen Kapelle – Moschen für den Weltfrieden und dazu gesellt sich ein melodischer Refrain. „Lonewolf“ ist etwas ruhiger, was man nach den ersten Tracks auch vertragen kann – ein Metalcore-Schmachtfetzen par excellence. Neben den Videoauskopplungen möchte ich „Whatever it takes“ und „Never surrender“als Anspieltipp geben. Hier wird sich der MoshPit ganz von alleine in Bewegung setzen.

Insgesamt ist die ganze CD voll mit geilen Licks, Riffs, Soli, Tempiwechsel, Herz, Power und guter Musik. Sie ist etwas für die Metalfaust, die Pommesgabel und den Hairkopter. Die Band steht den internationalen Metalcore-Giganten in Nichts nach! Ich postuliere, dass diesen Sommer einige Festivals Kopf stehen werden.

Ich vergebe (seltene) 10 von 10 Kohleschippen.

geschrieben von Marc Seidler

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„Driven Under“ aus der Schweiz sind kein ungeschriebenes Blatt. Die vier Mitglieder spielten schon als Support bei diversen internationalen Acts, wie Pentagram, Eluveitie, Killing Joke und Atreyu und haben nach Ihrer Promo-CD nun ihre zweite offizielle Studioplatte auf dem Metal-Markt veröffentlicht.

Die CD „Hello Mr. Defeat“ kommt im orange/schwarzen Gewand. Ein Kaputzenmann mit Knarre in der Hand sitzt auf einem Ohrensessel, der wiederum zufällig auf der Straße einer zerstörten Stadt steht. Sachen gibt’s. Ich kann mir nicht helfen, aber er trägt eine Sido-Maske… sorry.

Hören wir doch mal in die Musik rein. Laut Interview vergleichen sie selbst Ihren Stil mit Tool. Diese Meinung kann ich überhaupt nicht teilen. Beim ersten Anhören bin ich bei klassischem Metal. Ich assoziiere Sabbath, Mötley, Maiden und Ramones.

Der erste Track „Millionaire“ schlägt zunächst mit einem guten Riff und passendem Drive ein. Die Stimme erinnert schon stark an Bruce Dickinson. Der Song wechselt das Tempo und wird im Refrain langsamer und im Ozzy-Stil gesungen um am Ende nochmal mit einem zackigen Ramones-Part abzuklingen. Textlich bin ich verwirrt. Geht die Band in Richtung Steel Panther oder haben sie keinen besseren Reim gefunden („But I am not a crazy millionaire, all day long I clean my underwear“)? „Needless“ hängt sich dem Stil an, während „Daywalker“ eine etwas langsamere Nummer ist. Gezupfte Strophe und der Refrain ist sehr melodisch und catchy. Alleine die Screams in der Bridge hätte man weglassen sollen – Rob Halford ist halt ein Genickbrecher. „R’N’R“ kann man sich auch als Video auf deren Webseite oder YouTube ansehen. Wirklich ein guter Song, aber auch hier weiß ich nicht so genau, ob es eine Satire ist, oder das Reimverständnis im Englischen fehlt. Ein kritisches Metal-Lied über das Saufen und man trinkt„beer and some wine“ . Aber vielleicht denke ich auch zu true. Apropos true. Ein HailHailHailandKill-Manowar Moment beschließt diesen Song. Mein Anspieltipp ist „Liquidators“. Dieser Song ist am klarsten strukturiert und sehr klassischer Metal. Die CD endet überraschend mit einem Instrumentalstück, das ich auch sehr gelungen finde.

Die CD macht Spaß zu hören und man merkt, dass die Schweizer Bock drauf haben. Hier und da fehlt es noch an Individualität oder an einem Konzept. Ein wenig mehr Übung beim Texten und Reimen ist sicher auch von Vorteil. Trotzdem, guter Metal! Ich vergebe 6 von 10 Schokis.

geschrieben von Marc Seidler

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Die ersten zwei Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, als ich das Album „Through the Mourning Woods“ in den Händen hielt war: „Geiles Cover!“ und „Das ist aber kurz?“. Die Doom-Metalband „Left Hand Solution“ aus Schweden gibt es schon seit 1991, und nach einer längeren familiären Pause ist dies Ihre vierte Veröffentlichung mit gerade mal 35 Minuten. Passend zum Album-Titel sieht man auf dem Cover eine Waldlichtung. Eine Person in schwarzer Mönchskutte ist geisterartig im Nebel verschwommen und formt mit einem Licht ein Kreuz (Langbelichtungszeit-Fotografie). Einfach, wirkt und passt zum Titel. Begeben wir uns doch mal auf die Lichtung und hören, wie sehr der Wald trauert.

Und er trauert sehr! Die CD lässt My Dying Bride und die Frühen Werke von Paradise Lost wie Karneval-Songs erscheinen. Die ganze CD hat massig Atmosphäre und haut einem Trauer, Angst und Hoffnungslosigkeit um die Ohren. Man wird regelrecht in die Dunkelheit gezogen – So muss Doom sein. Der Opener „Blessed be my fallen“ und „And time went by“ bestechen mit klassischen Metalriffs und Refrains, die eher Goth-Rock-ig sind und teilweise sogar Ohrwurm-Charakter haben. Die Stimme der Sängerin wird dabei durch eine männliche Stimme unterstützt. Die nächsten zwei Songs minimieren die Geschwindigkeit mehr und mehr, bis zu dem Song „Stillborn“, der auch mein Favorit und Anspieltipp ist. Der 3/4 Takt passt so gut zur Stimme der Sängerin, dass man sich vorstellt man stünde inmitten einem Kreis aus Hexen und die Hohepriesterin singt Ihre monotone Beschwörung. Die Instrumente untermalen das, was dabei geschieht. Der letzte Song „Fields on Fire“ nimmt wieder etwas Fahrt auf und man fühlt sich in die Evanescence-Zeit zurückversetzt.

Die CD ist keine leichte Kost und eher nicht Party-tauglich. Sie ist aber eine schöne Abwechslung und läd in eine andere Welt ein, wenn es draußen mal wieder regnet. Ich vergebe 7 von 10 Trauerweiden.

geschrieben von Marc Seidler

(All Photos from LHS Archives/Photos by Olle Melkered)

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„Ein Bob Ross Memorial“, denke ich mir, aber etwas stört. „Hat der Androiden gemalt?“ Nein, es ist das Cover der Debüt-Scheibe „Paramount“ von The Wide. Paramount ist eine Stadt in Kalifornien, die weder eine besondere Geschichte, noch Sehenswürdigkeiten ihr Eigen nennen kann. Da man Berge sieht, könnte dies auch zu dem Logo von Paramount Pictures passen oder sie nehmen Bezug auf die Plattenfirma Paramount Records, die allerdings hauptsächlich Jazz herausgebracht hat.

Das ist nun überhaupt nicht das Genre der Band. Beim ersten Durchhören ist schnell klar, dass hier die 80er mitschwingen und man die Platte eher in die Indie-Pop- / Wave- Schiene packen würde. Und tatsächlich – The Wide sind vier Musiker aus Mönchengladbach, die schon lange im Geschäft sind. Die vier Mitglieder spielten bereits bei 12 Drummers Drumming, die bereits 1983 ihre erste Platte herausbrachten. So findet man Anlehnungen den den Sound, den Gesang und die Stimmung der 80er mit Bands, wie The Smiths, The Cure, Killing Joke und hier und da kommt ein Bowie durch. Dennoch klingt die CD modern und ist clever durchdacht.

Die ersten beiden Tracks „Walking away“ und „Girl“ changieren zwischen Schwermütigem und Leichtfüßigem und werden dabei von der eingängigen Gesangsstimme getragen. Als großer Fan der Zeit und deren Musik treibt mir „Eyes are close“ doch ein kleines Tränchen ins Auge. Der Song ist ein Kracher! Zu dem Bratschen – Synthie – Sound gesellt sich ein typischer 80er Drum-Rhythmus, wunderschön hallende Cure-Gitarrenpicks, eine treibende Bass-Line und ein Morrisey-Gesangs-BonBon mit Ohrwurm-Refrain. Mit „Heroine“ kommen Fans von David Bowie voll auf Ihre Kosten. Es wäre verwegen den Song in die Bowie-Sphären zu heben, aber das Arrangement des Songs ist sehr mutig und The Wide werden für diesen belohnt – Chapeau!

Leider reißt einen „Fall for your love“ und „Fearkilling Love“ etwas aus der schönen lethargischen Stimmung. Ich finde mich auf der B-Seite einer Beatles-Platte wieder. Seltsamer Stilbruch… Leider können „Stars“, „So in Love“ und „You“ das Gefühl nicht wieder zurückbringen. Der letzte und auch der Titel-Track „Paramount“ ist stolze 9 Minuten lang. Hier toben sich die Musiker aus und zeigen, dass sie Ihr Handwerk verstehen, aber der Song bietet wenig Überraschung und wirkt daher etwas überlang.

Um diese CD zu bewerten teile ich sie. Track 1-4 erhalten 8 von 10 Schulterpolster, der Rest leider nur 4 von 10 Kajal.

geschrieben von Marc Seidler

Facebook: https://www.facebook.com/thewidefearkillinglove/

Website: http://www.thewide.eu/

Label: http://www.echozone.de/

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Bei „The Altstadt Abyss“ denke ich sofort an meine Sturm- und Drangzeit, die sich ausschließlich im zwielichtigen Metal-Kneipenmilieu der Innenstadt abspielte. Der Abgrund war immer nahe, aber nach oben habe ich zu dieser Zeit nie geschaut. Dafür kannte ich jeden Kopfstein des Pflasters beim Namen. Vielleicht wäre ein Bild davon besser als Cover geeignet gewesen als Stuck-Wasserspeier nebst Bordüre. Es ist aber vielleicht auch der Eingang in eine Katakombe oder eine andere Welt. Steorrah spielen progressiven Death-Metal und „The Altstadt Abyss“ ist bereits ihr drittes Studiowerk.

Begeben wir uns auf die Reise in die Tiefe und starten mit dem ersten Titel „The silver apples of the moon“. Der Track schlägt schon mal ein. Doublebase, Growling, aber dennoch Death-Metal untypische Prog-Rhythmen dazwischen. Kurze Atempause mit Flüstergesang-Gitarrengezupf („Rhyme of the Ancient Mariner“ von Maiden lässt grüßen), gefolgt von melodischem Gesang und mit einer Mischung aus melodischen Soli und Growl wieder zurück zur „Windmühle“. Huch, die 5 Minuten sind schon vorbei? Nochmal anhören, da muss doch irgendwo ein Haken sein. Nein, es scheint ein Leichtes für die Bonner zu sein zwischen Melodie-Prog und Death-Gebange ganz nach Belieben hin und her zu wechseln.

In den folgenden Songs „Sea Foam Empyrean“ und „Saturnalia for Posteri“ werden diese Wechsel noch deutlicher. Growl meets Jazz meets Melodie meets Epic meets Piano und schon wieder sind 6-7 Minuten wie im Flug vergangen.

„Wolves & Seagulls“ ist mir persönlich zu viel Jazz, jemand anderem mag es aber sicher gefallen. Ich glaube, ich skippe zum nächsten Titel – huch, eine Pause – es ertönen Hörner und wir werden mit Zwergengesängen (vergleiche The Hobbit) in den Abgrund eingeladen. Das hatte ich jetzt nicht erwartet. Vielen Dank, diese nette Überraschung ist gelungen!

Mich kann man mit Weltmusik und sphärischen Klängen immer einfangen. Daher sind meine Ohren bei dem längsten Stück der CD „Where My Vessel Dwells“ sofort gestellt. Es beginnt mit einer düsteren Fläche, man hört Glocken, Amboss-Schläge und eine Sitar begleitet uns in eine druckvolle Death-Nummer. Das indisch-arabische Thema wird hier und da von Bass und Gitarre aufgefangen und die Drums mit Tabla (indische Handtrommel) erweitert. Es regnet und der Song endet in einer düsteren Fläche mit hallendem, teils geflüstertem Growl-Gesang. Das musikalische Arrangement des Songs ist so intelligent gemacht, dass man auf eine Reise geht. Jeder mag hier selbst interpretieren. Ich sehe ein Ritual und der Beginn einer Reise in unser Inneres mit vielen Wendungen und dem Ziel das eigene Gefäß der persönlichen Kraft zu aktivieren, was schlussendlich auch gelingt. Nach dem Ausflug in unser Inneres holt uns Steorrah mit dem wunderschönen Piano-Stück „Spheroid Nine“ wieder zurück.

Der letzte Song ist auch der Titel-Track. „The Altstadt Abyss“ reiht sich in die Riege der oberen Songs ein, bietet aber keine Überraschungen mehr und wäre am besten gar nicht da. Ich bin ehrlich. Für mich ist die CD nach dem Piano-Stück zu ende, lässt mich in einer wohligen Stimmung zurück und 5 Minuten still sitzen.

Die ganze CD ist eine Reise mit Tempo- und Stimmungswechseln. Sie ist mutig intelligent und überraschend. Sie ist technisch perfekt, bietet trotzdem den nötigen Druck für das Genre und hat ordentlich Atmosphäre. Es ist kein Album, das man im Auto oder in der Bahn hört. Man hört sie bewusst und lässt sich darauf ein. Sie ist ein Sahnestück im Einheitsbrei. Ich verteile 9 von 10 Cobblestones.

geschrieben von Marc Seidler

Facebook: https://www.facebook.com/STEORRAH/

Website: http://steorrah.com

Label: http://www.fastball-music.de/

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It doesn’t matter if we all die – Es spielt keine Rolle, wenn wir alle sterben. Das ist die erste Textzeile der 1982 veröffentlichten LP „Pornography“ von The Cure, die zunächst als Misserfolg bewertet und heute als Meilenstein des Gothic-Rock gefeiert wird. Die Faszination der Texte, der düsteren und zugleich emotionalen Songs, inspirierte eine Band aus Frankreich sich den Namen PORN -in Anlehnung an diese LP- zu geben. Obwohl sich in Frankreich der Rock/Metal schwer tut, wissen wir spätestens seit Gojira, dass es sich lohnt auch mal über dem Teller-Rhein nach guten Bands Ausschau zu halten.

Ich bekam die aktuelle CD „The Darkest of Human Desires Act II“ in die Finger und was soll ich sagen… Seitdem läuft diese bei mir in der Dauerschleife! PORN selbst bezeichnet seinen Stil als Murder-Rock. Die CD ist Teil 2 einer Trilogie mit der sich die Band den Wunsch erfüllt die Geschichte eines Mörders musikalisch umzusetzen. Die Trilogie startete mit „The Ogre Inside“ und findet hier nun seine Weiterführung. PORN erschufen einen Charakter, der in Teil 1 seinen inneren Dämon entdeckt, der sich, getrieben von inneren Konflikten und dunklen Wünschen, nach außen gräbt. In Teil 2 hat er sein Ziel erreicht. Mr. Strangler (Hr. Würger) ist geboren. Nun beginnt dieser sein dunkles Ich zu akzeptieren und wird zum Serienmörder. Dieser Weg wird auf der CD mit gesprochenen Snippets oder Interview-Samples dargestellt. So scheint es nur passend, wenn die Worte Aussagen des Okkultisten Aleister Crowley und der schlimmsten Massenmörder (u.a. Charles Manson) sind. PORN arbeiteten bei dieser CD mit Tom Baker zusammen, der bereits am Album „Antichrist Superstar“ von Marilyn Manson mitwirkte. Ein netter Zufall.

Die CD hat wenige Schwächen. Sie ist stimmig vom ersten bis zum letzten Track, sie ist düster und melancholisch, perfekt produziert und abgemischt. Wie in einem guten Buch wird ein Spannungsbogen aufgebaut und die Geschichte erzählt. Musikalisch tummeln sich die Franzosen auf Industrial und Gothic-Rock Pfaden. Ich erkenne etwas Type-O-Negative, Nine Inch Nails, eine Prise Marylin Manson und die Synthieflächen mit Wortsamples erinnern mich an :Wumpscut:. Die teilweise sehr eingängigen Refrains mit melodischen Riffs und Drumbaselines klingen auch schon mal nach Neuer Deutscher Härte ala Oomph!

Mir gefallen alle Songs, doch besonders angetan bin ich von dem langsamsten Stück „Tonight, Forever Bound“ und der MidTempo-Nummer „The Radiance Of All That Shines“. Ich kann diese CD nur empfehlen und vergebe 9 von 10 Garotten.

geschrieben von Marc Seidler

Facebook: https://www.facebook.com/PORNtheband/

bandcamp: https://porntheband.bandcamp.com/merch

Label: http://www.echozone.de/

 

Anna Lux – Wunderland

Der deutsche Synthpop hat mit der Schweizer Band Anna Lux einen weiteren hochkarätigen Vertreter erhalten. „Wunderland“ ist das Erstlingswerk des Trios bestehend aus Sängerin Anna, Drummer Rico und Gitarristin Lara.

Eröffnet wird das Album mit dem gut tanzbaren und von starken Beats unterlegten „Zuhause“. Der Song beschreibt das Gefühl Zuhause zu sein und dort fröhlich und traurig sein zu dürfen, sehr schön.

Bei „Mädchen im Koma“ erzählt Anna mit ihrer klaren Stimme die Geschichte eines Mädchens, dass die Aufmerksamkeit eines Jungen dadurch erlangen wollte, dass ihr etwas geschieht. Nun liegt sie im Koma, ist wach und doch unendlich weit vom Leben entfernt und der Junge hat sie überhaupt nicht bemerkt. Mich hat dieser Song sehr berührt.

Mit schnellen Synthesizern, ruhigeren Strophen und zügigem Refrain vermittelt „Tanz durch die Nacht“ sehr gut wie es sich anfühlt sich einfach mal frei zu tanzen und dem Alltag zu entfliehen. Ein sehr schöner Song.

Der Titelsong „Wunderland“ ist wieder ein eher ruhiges Stück mit wundervollem Piano zum Einstieg. Man befindet sich sofort Hand in Hand mit Anna auf dem Weg ins Wunderland.

Den Ausklang bildet „Applaus“. Der Song beginnt mit schnellen, harten Riffs, wird in den Strophen etwas ruhiger und nimmt im Refrain wieder an Fahrt auf. Anders als man vielleicht denken mag, geht es hier nicht um den Applaus auf der Bühne. Der Rest ist der Fantasie des Hörers überlassen.

Dieses Album zeigt, dass Synthpop auch mit deutschen Texten hervorragend funktioniert. Es hat eine gute Mischung aus schnellen Synthesizern, langsamen Stücken und wohldosiertem Einsatz von ordentlichen Gitarrenriffs. Ich bin gespannt was wir in den kommenden Jahren noch so von Anna Lux zu hören bekommen werden.

geschrieben von Antje Heine

Facebook: https://www.facebook.com/annaluxmusic/

Website: http://annaluxmusic.com/musik/

nocut: nocut: http://nocut.de/

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Me Against The World – Breaking Apart – Rezension

Mir liegt das Debütalbum der Band Me Against The World aus Oberschwaben vor. Das Cover zeigt eine Industriekulisse mit Smogwolken auf der linken und eine Landschaft unberührter Natur auf der rechten. Diese scheinen in der Mitte auseinanderzubrechen und der Titel des Albums „Breaking Apart“ unterstreicht dieses Szenario. Besondere Erwähnung soll hier das Logo der Band bekommen – ein wichtiges Detail einer jeden Metal- und Rockband. Der Bandname ist in einer schönen, lesbaren aber auch einzigartigen Schrift dargestellt. Das graphische Detail ist die Erdkrümmung mit angedeuteten Kontinenten. Ich denke mir: So ein T-Shirt würde ich mir am Merch kaufen!

Doch nun genug des Lobes auf das Cover, es wird Zeit für die Musik!

Der Opener „Go Away“ startet mit einem klassischen Maiden-Lick gefolgt von einem waschechten Priest-Riff. Der Gesang beginnt und irgendwo schwingt James Hetfield mit. Es klingt nicht nachgemacht, aber die Einflüsse scheinen klar und machen Lust auf mehr. Ich vermute, dass es so weiter geht…weit gefehlt. Der zweite Titel „Dead or Alive“ beginnt mit einem harten Pantera-esquen Riff und wechselt mit flotten Tempi-Wechsel in die Bridge und weiter in den Chorus. „Defrauded“ entführt uns in die Welt des Alternative-Metal und eine Anlehnung an System of a Down ist nicht zu leugnen. Nach den harten, verspielten, ersten Songs entführen uns die Oberschwaben nun mit „Dying World“ in eine ruhige, akustische Ballade. Genug der Ruhe – „Say no more“ ist ein Thrash-Brett mit etwas Gojira im Gesang. In diesem Genre bleibt die Stimmung und die Tracks „Against the world“ und „This day we fight“ könnten auch von Metallica oder Bullet For My Valentine sein. Der Titel-Track „Breaking Apart“ ist in zwei Versionen auf der CD zu finden – im special-radio-edit mit zusätzlicher weiblicher Backgroundstimme. Hier zeigt sich die ganze Bandbreite der Stilistiken im Dreivierteltakt – sehr catchy! Wo wir gerade bei außergewöhnlichen Rhythmen sind: „Eternal Sorrow“ wechselt von Slipknot-angehauchten Riffs und Gesang in komplizierte Triolen. Die CD findet ihr Ende mit dem 10 Minuten Epos „Morgans Misery“ (mein Favorit auf der CD) und spätestens hier kann man kaum einen Vergleich treffen.

Ein gelungenes, ehrliches Debütalbum mit einem interessanten Mix verschiedener Stilrichtungen. Schöne Melodien, harte Riffs und, für Metal, außergewöhnliche und komplexe Rhythmus- und Tempiwechsel. Die klare Stimme des Sängers hängt sich an und führt den Hörer, wie ein roter Faden, durch die Stücke.

geschrieben von Marc Seidler

Facebook: https://www.facebook.com/MATWOfficial/

Website: http://www.meagainsttheworld.de/?fbclid=IwAR2nBYHcyiSKBerjaYBa6oC6DEAq-_rjv4DataccQ5zBifYORlh9DBm7DsE

Label: http://www.fastball-music.de/

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Mono Inc. – Welcome to Hell

Seit dem 27.08.2018 laden uns Mono Inc. ein, mit ihnen eine Reise durch die Hölle zu unternehmen, oder besser gesagt, durch das Pest gebeutelte Hamburg. In elf Liedern erzählen sie uns, aus verschiedenen Perspektiven, beeindruckende Geschichten rund um die Stadt. Mono Inc. haben sich mit ihrem 10. Studioalbum wirklich selbst ein Geschenk gemacht und auch die Fans kommen nicht zu kurz, denn „Welcome to Hell“ kommt als Doppelpack daher. Wer möchte, kann dass Album auch in der Classic Version genießen.

Eröffnet wird die Geschichte mit „The Heart of the Raven“. Eine alte Spieluhr, eine einsame Violine, sie verstärken den traurigen Blick auf die Geschehnisse und das Leid in der Stadt, erzählt von einem Protagonisten, genannt der Rabe, der im Verlauf des Albums immer wieder auftaucht. Dieses Lied erzeugt wirklich eine sehr realistische Stimmung.

Der Titelsong „Welcome to Hell“ geht anschließend mit schnellen Drums und starken Gitarren zügig voran und ist eine freudige Einladung in die Hölle Hamburgs aus der Sicht derer, die von all dem Sterben profitieren.

Bei „Flies“ kann man sich nicht entscheiden, ob der Song nun ruhig oder eher treibend ist. Katha Mias Stimme im Background überträgt durchaus die Dringlichkeit, die der Protagonist empfinden muss, als er sich entschließt seine Geliebte mit einem Kissen zu ersticken, um sie von ihrem Leid zu befreien. Der Song endet mit dem Summen unzähliger Fliegen, die einfach überall zu sein scheinen. Ein Gänsehauteffekt.

Auch „A Vagabond’s Life“ ist schaurig schön. Bei diesem Song werden Mono Inc. von Eric Fish unterstützt, der hier nicht nur seine Stimme, sondern auch seine Flöten einbringt und somit eine ganz eigene Stimmung erzeugt. Es wird sehr mitreißend vom Sterben eines Landstreichers erzählt, den eigentlich keiner kennt und der trotzdem vom Mob erschlagen wird.

Mit „When the Raven Dies Tonight“ schließt sich der Kreis. Der Rabe hat sich mit der Pest infiziert und stirbt einsam und verzweifelt. Sein Ende ist musikalisch gut verpackt, so dass man die Verzweiflung förmlich greifen kann.

Meiner Meinung nach, haben Mono Inc. hier ihr bisher bestes Album hervorgebracht. Sie sind sich im Großen und Ganzen selbst treu geblieben, haben aber unter anderem mit Gitarrensoli und lebensechten Soundeffekten auch mal etwas Neues gewagt. Für mich ist das Album sehr ergreifend.

Wer sich gerne Live von den neuen Liedern überzeugen möchte, sollte die Symphonic Tour der Band im Frühjahr nicht verpassen.

geschrieben von Antje Montag

Facebook: https://www.facebook.com/monoinc/

Website: http://mono-inc.com/

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Inkubus Sukkubus – Sabrina (Goddess of the Severn)

“Sabrina – Goddess of the Severn” is the final part of the Inkubus Sukkubus musical Triptych “Tales of Witchcraft & Wonder” which has seen the release of “Barrow Wake” and “Belas Knap” albums interwoven within the regular Inkubus Sukkubus release Schedule.
A series of “Horror Folk” albums, the Witchcraft & Wonder series have seen the Inkubus Sukkubus explore the acoustic/folk side of their musical universe. The tracks have dealt with rich and at times dark history and folklore of rural Gloucestershire and the Cotswolds.


Sabrina – Goddess of the Severn explores the flip side of the rural idyll, and finds a dark dystopia amongst the rambling fields, hedges and golden Cotswold stone. Central to the album is “Sabrina” the Roman Goddess of the River Severn, a goddess of darkness and light, mercy and cruelty.
As with Lilith and Bast, Sabrina has been a major influence upon Inkubus Sukkubus since before their formation in 1989.
Now on the eve of their third decade the Inkubus Sukkubus are still increasing in momentum as the wheel of fate, ever moving forward.

Nach “Barrow Wake” and “Belas Knap” erscheint mit “Sabrina – Goddess of the Severn” ist der dritte und zugleich letzte Teil des musikalischen Triptichones “Tales of Witchcraft & Wonder”

Track List:

1. Sabrina – Once More & Again

2. The Wych Elm’s Secret

3. Garden of Pain

4. The Uley Gorilla – John Daniel

5. Datura Dreamer

6. Return to Barrow Wake

7. A Simple Girl

8. She has Fled to the Sacred Land

9. In the Dark House

10. This Bird has Flown

11. To the River a Life

12. Warrior Queen

13. Lest the Dead Return Again

14. Sabrina – Original Version

Facebook: https://www.facebook.com/InkubusSukkubus/

Website: http://www.inkubussukkubus.com

Kontakt : info@sabrina.inkubussukkubus.com

Label: http://www.darkdimensions.de/

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Inkubus Sukkubus – Sabrina (Goddess of the Severn) – Rezension

Bereits seit 30 Jahren gibt es die britische Formation, welche sich vorrangig dem Pagan Stil verschrieben hat. Mit „Sabrina“ schließen sie nun die Trilogie „Tales of Witchcraft and Wonder“ ab. Wie die beiden Vorgänger Alben „Barrow Wake“ und „ Belas Knap“ handelt „Sabrina“ von den großartigen und dunklen Mythen rund um die Gegend von Gloucestershire und den Costwolds in England. Dieses Mal steht aber, wie der Name schon sagt, die Göttin aus Licht und Schatten, Sabrina, im Mittelpunkt. Seit dem 26.10.2018 ist das Werk veröffentlicht.

Das Album wird vom gleichnamigen Song eingeschlossen und beginnt und endet mit „Sabrina“ einmal in der neuen und einmal in der Originalversion von 1995. Im Remake wird die Stimme von Candia sehr schön mit Streichern unterlegt, während die Originalversion nur mit einer Akustikgitarre begleitet wird. Ich finde beide Versionen des Songs sehr schön. Denn obwohl es ein sehr ruhiges Stück ist, sind Melodie und Refrain doch sehr eingängig.

Um den aus seiner Heimat verschleppten und als Attraktion in einem Käfig ausgestellten Gorilla John Daniel geht es bei „The Uley Gorilla“. Der Titel stellt die traurige Stimmung des armen Tieres durch die schweren Töne eines Cellos sehr schön dar.

Wunderschön ruhig und trotzdem sehr einprägsam kommt auch „A Simple Girl“ daher. Mit Akustikgitarre, Streichern und einer einzelnen Pauke schaffen Inkubus Sukkubus eine Stimmung, bei der man sich das Mädchen mit der besonderen Gabe gut vorstellen kann, wie es einsam durch die Wälder streift.

Bei „Warrior Queen“ kann man das Schreiten der Königin durch die Menge förmlich vor sich sehen. Untermalt mit Glockenschlägen und einer entsprechenden Dringlichkeit, kommen die Feierlichkeit aber auch die nötige Ernsthaftigkeit dieses Augenblickes hervorragend zur Geltung.

Das letzte Lied der Geschichte ist „Lest the Dead Return Again“. Es ist ebenfalls wieder ein sehr getragenes Stück und bildet einen ruhigen Ausklang.

Die Geschichte um Sabrina wird mit umfangreichen Songtexten beeindruckend erzählt und die Stimmung wirklich schön mit Streichinstrumenten unterlegt. Wer sich gerne mit Musik in fremde Welten der Mythologie entführen lässt, dem sei dieses Album, ebenso wie seine Vorgänger, wärmstens ans Herz gelegt.

geschrieben von Antje Montag

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Grausame Töchter – Engel im Rausch

Mit „Engel im Rausch“ (ihrem 5. Album) (VÖ Termin : 26.10.18 – Scanner / Dark Dimensions Label Group) setzt sich beeindruckend die stetige Weiterentwicklung der Band fort.
Auf „Engel im Rausch“ geht es metaphorisch um eine Nacht, in die uns Frontfrau Aranea Peel mit dem Titelsong (Engel im Rausch) hineinzieht und mit dem letzten Titel (Helle Sonne) wieder in den folgenden Morgen entlässt.
Dazwischen zeigen uns die anderen Songs Aspekte einer rauschhaften und bisweilen psychedelischen Nacht und lassen es interpretierbar, ob die vielen Metaphern, die meistens mit dem Himmel und dem Weltall zu tun haben, für Liebe, Drogen, Sex oder etwas ganz anderes stehen.
Bei vielen Texten wird erst auf den zweiten oder dritten Blick deutlich, dass inhaltlich alles komplexer ist und mehr in die Tiefe geht, als es zunächst den Anschein hat.
Musikalisch gibt man sich erneut sehr offen und vielfälltig.
Mal orchestral-pathetisch, mal in guter alter Dark Wave Tradition, verarbeitet man auch Elemente aus dem Elektropunk, dem EBM oder TripHop.

Erstmals bei den Grausamen Töchtern gibt es auch Coverversionen, es sind zum einen Klassiker der „Neuen Deutschen Welle“ („Goldener Reiter“ von Joachim Witt und „Rosemarie“ von Hubert Kah) und zum anderen covert man sich selbst. („Beleidigte Engel“ von ihrem ersten Album)

„Engel im Rausch“ erscheint ebenfalls in einer limitierten 2CD Edition mit 14 Track – Remix Bonus Album, u.a. konnten Szenegrößen wie And One, Suicide Commando oder auch Centhron für dieses Projekt gewonnen werden.

Die Grausamen Töchter sind eine der innovativsten und musikalisch versiertesten Bands ihres Genres.

Kreativ, intelligent und immer auch ein „klein“ wenig provokant!

Lasset den Rausch beginnen!

Tracklist :

CD 01:

01 – Engel im Rausch
02 – Wildes Tier
03 – Engel im Himmel
04 – Goldener Reiter
05 – Annika in Ekstase
06 – …und ich fühle nichts
07 – Atme mich
08 – Fickmaschine
09 – Rosemarie
10 – Lila Katzen
11 – Sternenmädchen
12 – Beleidigte Engel 2020
13 – In deinem Kopf
14 – Wie eine Zecke
15 – Sex in Deutschland
16 – Nein!
17 – Wodka-Polka
18 – Helle Sonne

CD 02 / Bonus CD:

1. Engel im Rausch GREGCORE REMIX
2. Engel im Himmel LUST AND DEATH REMIX
3. Drecksau CENTHRON REMIX
4. Wildes Tier SUICIDE COMMANDO REMIX
5. Mein Messer MECHANICAL MOTH REMIX
6. Therapie für dich DEVIL-M MIX
7. Bis das Blut fließt UNTERSCHICHT REMIX
8. Freundin ZYPHOS-REMIX
9. Verlassen BARABAZ-REMIX
10. Ficken ist ein…. XaytoX – Hardcore Remix
11. Solipsismus PABLO-ORTEGA-REMIX
12. Befleckt SHIZOPHRENIAC-MIX
13. Befleckt SHIZOPHRENIAC REMIX
14. Wildes Tier AND ONE REMIX

 

Facebook: https://www.facebook.com/GrausameToechter/

Label: http://www.darkdimensions.de/

Kontakt :
grausametoechter@gmx.de

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Grausame Töchter – Engel im Rausch- Rezension

Mit „Engel im Rausch“ veröffentlichten die grausamen Töchter am 26.10.2018 ihr bereits fünftes Studioalbum. Das Album wird ausschließlich von deutschen Texten beherrscht, die zum größten Teil Frontfrau Aranea Peel vorträgt. Mich erinnert die Art und Weise wie sie ihre Stimme einsetzt zum Teil an Nina Hagen, was aber zur unkonventionellen Art der Musik der Band durchaus passt.

Das Album beginnt mit dem Titelsong „Engel im Rausch“ und offenbart eine Mischung aus Sprechgesang und melodisch gesungenen Elementen. Man folgt hier einem Engel in die Nacht, der dem unangenehmen Tag entfliehen will.

„Wildes Tier“ erinnert an einen Vortrag zum Ich und Über-Ich, und dem Drang von Es, wie ein wildes Tier die Kontrolle zu übernehmen. Jedem Psychologie Studenten wäre es eine Freude dieser Interpretation zu lauschen. Unterlegt ist das Ganze mit harten Beats und blechernen Geräuschen, was den Song erstaunlich tanzbar macht.

In eine Art Rauschzustand versetzt einen „Atme mich“. Bei der Mischung aus abstrakten Klängen, Hall und Sprechgesang fühlt man sich wie in einem mit schnellen Beats unterlegten Drogentrip.

Der Text zu „In deinem Kopf“ beschreibt wie einem langsam das Gehirn weich wird. Der Song ist eine groteske Mischung aus Elementen des Industrial, Blasinstrumenten und Sprache. Man kann sich absolut vorstellen, wie einem der Kopf dabei zu Brei wird.

Einen eher ruhigen Ausklang aus dem Album bildet „Helle Sonne“ Die turbulente Nacht geht zu Ende und der Tag bricht an. Die Vortragsweise ist hier eher monoton gehalten und wird von Blasinstrumenten getragen.

Die Grausamen Töchter nehmen den Hörer auf einen Trip mit, der einem das Gefühl gibt, die ganze Nacht durch gefeiert zu haben und am Morgen völlig erschöpft zu sein. Außerdem haben sie auf dem Album Coverversionen vom „Goldenen Reiter“ und „Rosemarie“ mit ihrem ganz eigenen Sound versehen. Wer also auf einen Trip gehen möchte, dem sei dieses Album wärmstens empfohlen.

geschrieben von Antje Montag

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Helge Wiegand © Frank Güthoff

WIEGAND – Released – Review

Okay, beim ersten durchschauen des Promo Materials kann man schon mal sagen, das sich da jemand viel Mühe gemacht hat, alles sieht sehr professionell aus, Der Pressetext, das Logo, die Bilder. Cover und Co. , da kennt sich jemand aus und möchte es perfekt machen.

So überrascht es mich auch nicht in der Info zu lesen das Wiegand schon bekannt ist und auch mit Diorama auf der Bühne steht, als Keyboarder und Backing-Vocalist. Diorama kenne ich natürlich, da gibt es ein paar wirklich gute Stücke. Also bin ich gespannt. (wie son Flitze-bogen!) ;-)

Weiter zu lesen ist das Helge Wiegand sich von einigen Musikers zu seinem Album „Released“ hat inspirieren lassen, genannt werden da Frozen Plazma, t.o.y. und Mental Discipline. Am ehesten kann man die Musik wohl als Elektro- Pop bezeichnen und wie es im Pressetext steht, melancholisch tragend, klavierlastig und hoch-melodisch. Na dann mal anhören!

geschrieben von Antje

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Helge Wiegand © Frank Güthoff

Tracklist: 

1. Down the memory lane

2. Floating away

3. Falling

4. The room

5. Hideaway

6. Time

7. Superheld

8. The little man

9. Waiting in line

10. Down the memory lane (live piano session)

11. Falling (piano version)

12. Floating away (aftershow edit)

Mein Fazit:

Das Erste was mir einfällt dazu ist “Aalglatt” das Dingen, nicht grade das was man vielleicht hören mag wenn man so professionell ist , oder vielleicht grade doch?! … es klingt alles sehr gut produziert und abgemischt, leider fehlt hier und da etwas das Gefühl, es holt mich persönlich nicht ab.

Da sind neun Songs plus zwei Klavier Versionen und eine Edit Version auf dem Album, die alle etwas ähnlich klingen, manchmal ziehen sie ich sich etwas, aber einige kommen auch ganz locker daher, mit tanzbaren Beats.

Ich weiß das es eine Menge Menschen dafür gibt, die genau auf so was gewartet haben. Das ist alles Geschmackssache, also rate ich euch dringend rein zu hören.

Da ist ein wenig Depeche Mode und Wolfsheim, das ist eigentlich nicht schlecht, wobei da die Stimme nicht ganz (Gahan/Gore oder Heppner) ran kommt.

Der Song “Floating Away” hat mir richtig gut gefallen in beiden Versionen, Superheld ist mir aber zu sehr Schlager, weiterhin zu erwähnen sind “Down The Memory Lane”, “The Room” und “The Little Man”, gute Musik mit (wie gesagt) etwas zu “trockenem” Gesang!

Abschließend kann man nur sagen, eine gute Produktion , mit teils frischer, teils altbackener, aber stimmiger elektronischer Musik und einer Menge Energie.

26.01.2019
geschrieben von Karsten Zakrzewski

Mail: info@wiegand-music.com 
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Neon Tzigane – DEL WESH – Review

Neon Tzigane sind:

Howling Mina: alle Visuals Geräusche, Vocals und Percussions

Samson Deluxe: Gitarre, Synthesizer ,Drum-Programmierung, Geräusche und Vocals

Zuerst mal das Cover angucken, tanzende Frauen, ein Weihnachtsbaum, Symbole(?) und alles in Neonlila, hmmm. das spricht mich persönlich erstmal nicht so an, aber das ist alles Geschmacksache!

Als nächstes schau ich mal die Bio der Band an, Post-Punk, 80er und Einflüsse wie Siouxsie and the Banshees, das gefällt mir und macht mich neugierig. Die Band stammt aus London und hat Ihr Album “Del Wesh” genannt weil das in der Roma Sprache wohl “dunkle Wälder” bedeutet…yeah! Die Spannung steigt, aber weiter gehts in der Bio dann mit Jan Hammer Musik, Miami Vice , da bin ich dann wieder raus. Egal.

Tracklisting:

1.When Hell Freezes Over

2.Neon Witch

3.Return From Tomorrow

4.Unplanned End

Okay, wird Zeit sich das ganze mal anzuhören, ich starte mit dem ersten :“When Heell Freezes Over“:

Die ersten Klänge erinnern mich an Rosetta Stone, der einfache aber eingängige Gitarrenpart zwischendurch kommt gut, die Stimme geht auch gut, ein solider Goth-Rock Song!

Nächster Song: „Neon Witch“:

Der Anfang von diesem Song nervt etwas, langes „geplänkel“ bevor es los geht, die Stimme könnte mehr Dampf vertragen, es gibt keine richtige Hook, es plätschert so dahin! Nach dem dritten , vierten mal hören ist es dann doch ganz Okay, ein Song der nicht sofort ins Ohr geht!

Auf zum nächsten Lied „Return To Tomorrow“:

Return To Tomorrow” könnte gut in den Ohren hängen bleiben, wenn….? Naja…vielleicht muss da noch was nachgemischt werden, vielleicht gehört es auch so, die Wiederholungen in des Refrains kommen gut rüber! Am Ende bleibt er doch nicht so hängen!

Dann der letzte Song „Unplanned End“:

Die Drums kommen sofort gut rüber, die Gitarre klingt sehr schräg, ist sicher so gewollt, es irritiert ein wenig, das Lied hat nen guten „flow“ der Gesang passt gut. Jetzt ist man an den Sound gewöhnt.

Alles in Allem ist Alles Okay!! ;-), ..kein Meisterwerk, aber klassisch dunkler Post-Punk Sound, da sind jetzt nur vier Songs zu hören, da kann man also nicht viel zu sagen, und die sind irgendwie auch noch leicht im Demo Status, „When Hell Freezes Over“ ist sicher der beste Song von dieser (e.p.?)!! Mal sehen was da noch kommt!

26.01.2019
geschrieben von Karsten Zakrzewski

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Solar Fake – You Win. Who Cares?- Rezension

Drei Jahre mussten die Fans von Solar Fake auf ein neues Werk der Band warten. Doch es hat sich gelohnt. „You Win. Who Cares?“ ist das fünfte Studioalbum der Jungs um Mastermind Sven Friedrich und es ist ein großartiges Album geworden. Eines das in 11 Liedern zum Tanzen einlädt, einen nachdenklich und traurig stimmt und im nächsten Augenblick wieder so viel Energie freisetzt, dass man nicht anders kann als laut mitzusingen.

Eröffnet wird „You Win. Who Cares?“ mit dem Stück „Sick of You“, welches bereits als Single mit dazugehörigem Video veröffentlicht wurde. Es verdeutlicht, wie gekünstelt und verstellt sich viele Menschen in der Zeit der sozialen Medien geben, verpackt in treibenden Beats und schönen Synthesizer-Sounds.

Invisible“ ist ein wunderschönes Lied, welches mich selbst zum Nachdenken bringt, denn manchmal wünscht sich wohl jeder einfach unsichtbar zu werden. Gesang und Sound spielen sehr gut zusammen und laden den Hörer ein, in die Atmosphäre des Songs einzutreten.

Ein absoluter Ohrwurm ist „The Pain That Kills You Too“. Es ist ein eher ruhiges Stück, dass einen trotzdem voll mitnimmt, hinterlegt mit ruhigen Synthesizern und einer Melodie, die zumindest mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Zum Tanzen lädt neben „A Bullet Left For You“ auch „I Don’t Fight Back“ ein. Mit starken Beats, verzerrter Stimme und gekonnt eingesetztem Elektro-Sound macht dieses Lied einfach Spaß, auch wenn es vom Text her eher ein ernstes Stück ist.

What If There’s Nothing“ bildet einen ruhigen und getragenen Abschluss des neuen Werkes. Svens Stimme wird unter anderem von sanften Pianoklängen getragen und verbreitet ein Gefühl von Abschied. Aber natürlich nur für dieses Album.

geschrieben von Antje

Facebook: https://www.facebook.com/SolarFake/

Website: https://www.solarfake.de

Label: Out of Line

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Review – Holly Loose – Melancholia Release: 23.11.2018

Einen Gemütszustand namens Melancholie kennt jeder von uns, nachdenkliche Stunden, schwermütige Tage und traurige Erinnerungen. Melancholische Abende verbringe ich immer begleitet von dem ein oder anderem Glas Whisky, ein paar Zigaretten und leiser Musik, welche vor allem durch die langsamen Töne von Gitarren und Piano definiert wird. Doch nun wird es anders, die Musik wird lauter gemacht, denn Holly Loose hat, passend zur grauen und kalten Jahreszeit, sein erstes Solo-Album herausgebracht. Mit seinem Erstwerk „Melancholia“ bietet er den Soundtrack zu einem Gefühl, welches wir alle kennen aber so schwer zu beschreiben ist.

„Der Stein“ fungiert als Opener des Albums und es wird sofort klar welchen Ton dieses anschlägt, ruhig, langsam und auf eine gewisse Art und Weise doch so groß. Die einzigartige, warme und starke Stimme von Loose wird getragen durch ruhige Melodien.

Eines der Highlights auf der Platte ist der Dritte Track, „Irgendwann“. Eine Art Dunkelheit macht sich breit, eingeleitet von Streichern die nach und nach von Akustikgitarre, Piano und sanften Percussions komplettiert werden. Loose schafft es mit dem Text, etwas zu definieren für was uns sonst immer die Worte fehlten.

Eine vertonte Version von Theodor Fontanes „John Maynard“ befindet sich in der Tracklist an vierter Stelle. Eines der berühmtesten und wahrscheinlich am meisten auf den Lehrplänen stehenden Gedichte des Poeten zu vertonen ist mutig. Dieser Mut zahlt sich definitiv aus, durch eine langsam steigende Intensität schafft Loose hier grandioses Denkmal für die Legende des John Maynards.

Mit „Alle Wasser“, dem sechsten Track und damit der Halbzeit, erschafft Rainer Stefan Hoffmann, so Looses bürgerlicher Name, eine Symphonie für den Tod. Selten war das Ableben schöner. Normal halte ich mich mit Vergleichen zurück, da sie entweder als Beleidigung aufgenommen werden können oder einem Künstler nicht gerecht werden. Aber hier kann ich nicht anders. Mit dieser Komposition, dem Text und der Stimme stellt sich Loose auf eine Stufe mit Leonard Cohen. Und das ist das größte Kompliment, welches ich als Liebhaber der Melancholie geben kann.

Bei Nummer Acht des Albums, „Kein Zurück, wagt sich Loose an einen der berühmtesten Hit der Band Wolfsheim. Man erkennt sofort das Original wieder, jedoch verpasst der Sänger dem Stück seinen komplett eigenen, geerdeten und traurigen Charme. Welche Version einem besser gefällt ist jedoch reine Geschmackssache, ich möchte mich hier selbst nicht festlegen.

Den Closer macht eine besondere Überraschung, „Schwanenkönig“, ich glaube niemand hätte jemals die Band „Karat“ mit dem Namen Holly Loose in Verbindung gebracht. Aber wie Katja Ebstein schon sang, Wunder gibt es immer wieder. Mit Schwanenkönig als Schlusssong hat sich Loose meines Erachtens nach keinen gefallen getan. Es ist gut, keine Frage, es fängt die Stimmung des Albums noch einmal komplett ein und schließt es so wie es angefangen hat, stark. Doch zumindest mir hätte hier ein Song gefallen, welcher aus Looses Feder stammt. Holly ist nicht nur ein großartiger Sänger, sondern auch ein begnadeter Geschichtenschreiber und Erzähler, und ich hätte die Geschichte seines ersten Solo-Albums gerne mit einer seiner abgeschlossen gesehen.

 

Fazit: Das erste Solo-Album begeistert. Zwischen Melancholie und einem wagen Hoffnungsschimmer schwebt die warme Stimme des Sängers auf ruhigen Melodien. Bis auf die Stimme hat das überhaupt nichts mit „Letzte Instanz“ zu tun. Und das ist auch gut so. „Melancholia“ zeigt, dass Loose nicht nur ein genialer Frontmann einer zurecht gefeierten Band ist, sondern auch als Solokünstler viel zu sagen hat. Und was er zu sagen hat ist grandios. Seine Texte sprechen ihm aus dem Herzen, und wahrscheinlich auch vielen Fans. Loose erfüllt mit diesem Album nicht nur einen seiner Herzenswünsche, sondern erschafft ein Werk welches sich in die Herzen vieler spielen wird. Für mich ist „Melancholia“ eines der musikalischen Highlights des Jahres und wird definitiv zum Soundtrack der dunklen Jahreszeit.

Tracklist:

CD1: Melancholia

01. Der Stein
02. Supernova
03. Irgendwann
04. John Maynard
05. Ich War
06. Alle Wasser
07. Leichtigkeit
08. Kein Zurück
09. Muscheln am Strand
10. Unsere Zeit
11. Die Geduld der Sterne
12. Schwanenkönig

Besetzung: Holly Loose


Holly Loose im Web: https://www.holly-loose.com/
Holly Loose auf Facebook: https://www.facebook.com/Loose.Holly/

geschrieben von: Daniel Schneider

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Scarlet Dorn – Lack of Light

Es gibt einen neuen Stern am schwarzen Himmel der Gothic-Szene. Scarlet Dorn sorgt mit ihrer Hamburger Band für Furore. Die weiteren Bandmitglieder sind jedoch gar nicht mal so unbekannt. Unter anderem steht Gared Dirge von Lord of the Lost am Keyboard und auch Chris Harms selbst hat als Produzent hierbei seine Finger im Spiel. Ein weiterer Grund dem Debutalbum „Lack of Light“ ein Ohr zu leihen. In 12 Songs zeigt Scarlet Dorn eine beeindruckende musikalische Bandbreite, bei der von rockig bis ruhig alles vertreten ist.

Eröffnet wird das Album mit „Heavy Beauty“. Der Song legt gleich ein gutes Tempo vor und beeindruckt mit kraftvollem Gesang. Er macht definitiv neugierig auf den Rest des Albums.

Als Ballade kommt „Kill Bitterness with Love“ daher. Scarlets tiefe Stimme schafft eine wundervolle Atmosphäre und auch diese sanften Töne stehen ihr gut.

„I Love the Way you say my Name“ verleiht Chris Harms in einem wunderschönen Duett seine Stimme. Der Song beginnt mit einem ruhigen Piano Part und entwickelt sich zu einem ausgereiften Liebeslied, in dem die Stimmen von Chris und Scarlet gut harmonieren. Zu diesem Song existiert außerdem ein Video.

Mit „Cinderella“ wird es dann wieder rockiger. Der Anfang ist für mich jedoch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Alles in allem ist es ein eingängiger Song mit zackigem Drumsolo und ordentlichen Riffs.

Einen ruhigen Ausklang bildet „In Another Life“. Hier stehen Pianoklänge und sanfter Gesang im Vordergrund. Der Song vermittelt den Eindruck, dass in einem anderen Leben alles besser werden wird, sehr gut.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass in diesem Debutalbum für jeden was dabei ist, egal ob man es laut oder leise mag. Ich bin gespannt, was wir noch so alles von Scarlet Dorn zu hören bekommen.

geschrieben von Antje Montag

Facebook: https://www.facebook.com/scarletdornofficial/

Website: http://scarletdorn.de/

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Review – Solitary Experiments – Future Tense
Release: 26.10.2018

Seit 1994 existiert die Band Solitary Experiments schon und auch nach fast einem viertel Jahrhundert hat man sich noch nicht sattgehört. Mit „Future Tense“ zeigen Solitary Experiments wiedereinmal was sie können und das sie es gut können.
Der Opener ist das Instrumental „A Countdown“, mit ruhigen Tönen spielt sich dieses Album direkt am Beginn in unser Ohr und geht auch so schnell nicht mehr raus.

Der erste Track mit der unvergleichlichen Stimme von Dennis Schober ist „Every Time“, welcher stark den Ton des gesamten Albums anzugeben scheint: Future Pop in Reinform. Rhythmen, die ins Ohr gehen. Beats, die zum Tanzen animieren, dem gekonnten Einsatz des Synthesizer und Lyrics die einen lange verfolgen und im besten Fall sprachlos zurücklassen.

Mit einem schnellen und zum Tanzen animierenden Rhythmus kommt Track Nummer Vier um die Ecke und lässt einen definitiv nicht ruhig sitzen. Doch das ist nicht das einzige was „Crash & Burn“ bietet, denn einen Teil der Lyrics übernimmt Tea F. Thimé (Ashbury Heights). Thimé und Schober zaubern mit ihren unverkennbaren Stimmen, einem schnellen Rhythmus und guten Lyrics ein Duett, welches eines der größten Highlights auf dem Album darstellt.

Der sechste Track „Shelter“ kommt um einiges ruhiger und nachdenklicher daher und ist ganz das Highlight von „Future Tense“, mit sanften Beats und der über Allem schwebenden Stimme des Sängers wird hier gezeigt welches Spektrum Solitary Experiments hat. Direkt darauf folgt „Die Zukunft“, der einzig komplett deutsche Song auf dem Album, welcher sehr an die Arbeit von „Wolfsheim“ erinnert.
„The Struggle“ als zehnter Track von „Future Tense“ überrascht. Der zum Großteil englische Song versprüht eine Art Erdung, welche in diesem Genre eher seltener zu finden ist. Reduziert auf die wichtigsten Elemente des Stils; bringt er einem noch einmal nahe wie es in den 90ern Jahren war,als das Genre das Licht der Welt erblickte.
Mit dem Closer des Albums, Track Nummer Zwölf „Phoenix“, wird das Gesamtwerk stimmig abgerundet. Wieder etwas langsamer verbindet „Phoenix“ noch einmal das Können der Band, Stimme und Melodie und lässt einen zufrieden zurück, aber definitiv mit Lust auf mehr.

Bonus CD: Remixe

Als Bonus gibt es eine Remix-CD. Auf dieser finden sich große Namen wie Empirion, L’Ame Immortelle und Mono Inc.. Nur letztere konnten mich voll und ganz mit ihrem Konzept überzeugen, das ist aber reine Geschmackssache, wer ein Befürworter der Remix-Kultur ist bekommt definitiv mit der zweiten CD ein großes Geschenk. Wohingegen Hörerinnen und Hörer, welche kein Fan der Remix-Kultur sind, hier keinen Mehrwert des Albums erkennen können.

Zudem gibt es noch vier extra Songs, und zwar nur Coverversionen. Darunter „Kein Zurück“ von Wolfsheim. Heppners Text aus dem Mund von Schober, kombiniert mit dem typischen Solitary Experiments Stil ist definitiv mein persönliches Highlight unter diesen vier Songs. Es ist kein simples Cover, sondern Solitary Experiments bringt einen der größten Hits von Wolfsheim auf ein komplett neues Level.

Fazit: Solitary Experiments bringen mit ihrem siebten Studioalbum ein gelungenes Werk heraus. Stimmige Beats, gute Rythmen, gekonnter Einsatz des Synthesizer und tolle Lyrics. Facettenreich schafft Solitary Experiments ein Album, das ihre ganze Bandbreite an Können zeigt und uns schon Freude auf Studioalbum Nummer 8 macht.

geschrieben von: Daniel Schneider

Tracklist:

CD1: Future tense

01. A Countdown
02. Every Time
03. Achromatic
04. Crash & Burn
05. Brace Yourself!
06. Shelter
07. Die Zukunft
08. Sanctuary
09. I Am
10. The Struggle
11. Double Dealer
12. Phoenix

CD2: Simple Present

01. The Struggle (ES23 RMX)
02. Achromatic (Mental Discipline RMX)
03. Double Dealer (Empirion RMX)
04. I Am (Binary Park RMX)
05. Brace Yourself! (FREUNDE DER TECHNIK RMX)
06. Shelter (Mono Inc. RMX)
07. Every Time (People Theatre RMX)
08. Achromatic (Rob Dust RMX)
09. Die Zukunft (L’âme Immortelle RMX)
10. Crash & Burn (Beborn Beton RMX)
11. Double Dealer (Paul Parra RMX)
12. Sanctuary (Hartung & Schleinitz RMX)
13. Phoenix (Uniik RMX)

Bonus:
01. Pale Shelter

02. Ballet Dancer

03. Kein Zurück

04. Nobodies Diary

Besetzung: Dennis Schober, Michael Thielemann, Markus Schmidt, Frank Glaßl


Solitary Experiments auf Facebook: https://www.facebook.com/solitaryexperiments

Band Website: https://www.solitaryexperiments.de/

Label: https://www.outofline.de/

 

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TiktAAlik – Tiktaalik

Das estnisch/deutsch Duo hat mit seinem gleichnamigen Debutalbum in 12 Songs ein wunderbares Werk zum entschleunigen geschaffen. Sie selbst bezeichnen ihren Musikstil als eine Mischung aus Triphop und Elektrosound. Layns reine und wundervolle Stimme fügt sich sehr schön in die hier einmal anders eingesetzten Synthesizer ein. Beides zusammen erschafft eine äußerst erholsame Stimmung.

Bereits das Intro „Honey“ hat etwas von einer erholsamen Meditation. Es gibt einen guten Ausblick auf das gesamte Album.

Child’s Voice“ haben die Künstler mit einem leichten Kratzen hinterlegt, wie man es bei alten Schallplatten hören kann. Dazu gibt es leichte Klavierklänge und sanfte Synths, sowie Layns glockenreine Stimme.

Nicht ganz so ruhig ist „He Won’t Come“. Die Stimme wurde hier teilweise etwas atonal eingesetzt und die Begleitmusik ist im Vergleich zu den anderen Songs fast schon aufgeregt und blechern. Den Refrain kann man sich gut merken, denn er besteht hauptsächlich aus den drei Worten des Titels.

Bei „Higher Hopes“ hat sich die Aufregung schon wieder gelegt und es gibt Layns ruhige und sanfte Stimme im Einklang mit Violinen und sanften Rhythmen. Wenn man hier die Augen schließt, findet man sich gedanklich in einem sonnigen Garten wieder, in dem langsam die ersten Blätter von den Bäumen fallen.

Den Ausklang aus diesem Album läutet „Going Nowhere“ ein. Es ist ein sanftes Stück, dass einen durchaus noch ein bisschen zum Verweilen einlädt. Die Zwischenpassage ist allerdings so ruhig, dass man meint, das Stück wäre bereits zu Ende, bevor es noch ein bisschen weitergeht.

Dieses Album entlässt einen genauso entspannt, wie es einem einen ruhigen Empfang bereitet. Ich finde es sehr erholsam zu hören, denn es nimmt die Hektik aus dem Alltag, die einen so häufig begleitet.

geschrieben von Antje

Website: www.tiktaalik.info 
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FEWJAR „Gamma“ 

 

Lounge meets Party. So kann man den Sound der Berliner Jungs wohl am ehesten beschreiben. Mit ihrem neuen Album Gamma haben Fewjar ein ganz anders Hörvergnügen geschaffen. Sie schlagen in den acht Songs eher ruhige Töne an, die gemischt mit Blasinstrumenten einen zum Teil fast jazzigen Einschlag haben.

Gamma“, Namensgeber des Albums, beginnt langsam mit ruhigen Synthies und wohldosierten Drums. Der Refrain allerdings geht gut ins Ohr und ist einprägsam. Zu diesem Song gibt es übrigens auch ein interessantes Video.

Ein aufgewecktes Stück ist „Structured“, welches mit zwei Stimmen und einer überraschenden Rap-Passage für Abwechslung sorgt. Sirenensounds und Trompeten spielen hier ebenfalls erstaunlich gut zusammen.

(This is Not) Worth it“ kommt wieder sehr ruhig daher und ist eine Art Duett. Schön eingesetzte Bläser und Alltagsgeräusche schaffen ein Gefühl, dass einen in einen alten Ganovenfilm versetzt.

Schwungvoll und doch ohne viele aufdringliche Instrumente bildet „Treasure“ das letzte Stück auf der Platte. Es wird abrupt unterbrochen, so dass man der Meinung ist, das Lied wäre zu Ende; geht dann aber langsam noch einige Minuten weiter und sorgt dafür, dass dieses Album ruhig ausklingt.

Fewjar haben ihren ganz eigenen Sound gefunden, der ihnen wirklich gut steht und trotz ruhiger Lieder durch einen interessanten Instrumentenmix nicht langweilig wird.

geschrieben von Antje

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Dead Leaf Echo – Beyond Desire – Rezension

 

Nach dem ersten Album des Künstlerkollektives aus Brooklyn im Jahr 2013, war es erst einmal ruhig um die Amerikaner. Aber am 13.10.2017 legten sie mit ihrem neuen Werk „Beyond Desire“ nach und führen ihre Hörer in 10 Songs geradewegs zurück in die 80er Jahre. Mit Echos, verzerrten Stimmen und reichlich Synthies ist alles vertreten, was das Retro-Herz begehrt. Vom Sound her erinnert das Werk an The Cure in einer relativ ruhigen Variante, gemischt mit etwas, dass man nicht richtig erfassen kann.

Los geht das Album mit „Desire“ einem kurzem Intro, welches direkt überleitet zum ersten Song „Temple“. Dieses Stück erinnert wirklich sehr stark an die Band um Robert Smith, mit einer weiblichen Stimme im Background. Fortschreitend nimmt der Song an Tempo zu und hat zum Schluss hin einen fast außerirdischen Sound.

Eine recht eingängige Melodie hat „Lemonheart“. Umgeben von teils unruhigen, teils ruhigen Elementen der Synthesizer hat dieses Stück eine ganz eigene Dynamik. Für die Verhältnisse von Dead Leaf Echo ist dieser Song mit seinen ca. 3 Minuten ein eher kurzes Stück.

Das Titelstück „Beyond Desire“ ist langsam und tragend. Die Stimme von Ana B. haucht dem Lied neben Sänger LG Galleon Leben ein. Zwischendrin ertönt ein Geräusch, welches an „Game Over“ erinnert, bevor der Sound wieder an Fahrt aufnimmt.

It’s Starting to Happen“ bildet einen stiltreuen Abschluss des Albums. In den knapp acht Minuten hat man das Gefühl in den Weltraum getragen zu werden, verwickelt in eine Art geordnetes Chaos, welches ab und an von ruhigen Passagen unterbrochen wird.

Alles in Allem ist das neue Werk von Dead Leaf Echo etwas für die Nostalgiker unter uns, die den Sound der 80er Jahre suchen und lieben. Das Album ist aus einem Guss und viele Songs gehen weit über die normale radiotaugliche Länge hinaus. Für meinen Geschmack könnte es jedoch etwas mehr stimmliche und musikalische Abwechslung vertragen.

geschrieben von Antje

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Cover

Lords of Acid – Pretty in Kink

Bereits seit 1988 sorgen Lords of Acid für Aufruhr in der Musikwelt. Mit den eindeutig sexuellen Anspielungen in ihren Texten und ihrem Techno lastigen Sound sorgen sie immer wieder für Gesprächsstoff. Am 29. Juni 2018 haben sie mit „Pretty in Kink“ nachgelegt und geben uns mit der Unterstützung ihrer neuen Sängerin Marieke 12 frische Songs auf die Ohren.

Mit „Break me“ haben Lords of Acid einen kraftvollen Start für das Album geschaffen. Die Synthesizer gehen gut voran und Marieke zeigt hier gleich welche Bandbreite ihre Stimme hat.

Sexcam Girl“ beweist Stiltreue zum bevorzugten Thema der Band und verschafft dem Zuhörer durchaus ein lebendiges Kopfkino, in dem sich eine knapp bekleidete Dame vor einer Kamera räkelt.

Eine etwas seltsame Mischung hat der Song „Goldfinger“. Er besteht aus Teilen, die klingen wie aus den 50er Jahren, in denen Marieke ihren Gesang langsam und tragend vorträgt und Techno-Sounds mit stampfenden Beats und verzerrter Stimme. Etwas gewöhnungsbedürftig aber durchaus schön.

What the Fuck“ hat ebenfalls einen speziellen Sound. Mit dem Sprechgesang von Mastermind Praga Khan hat er einen Touch der 90er Jahre. Somit bricht er aus dem restlichen Konzept des Albums ein wenig aus.

Sozusagen den letzten Glockenschlag bildet „We are the Freaks“. Er beginnt mit Glockengeläut und Gewitter und einer insgesamt düsteren Atmosphäre. Das i-Tüpfelchen bildet hier der spanische Text der Strophen.

Insgesamt ist das Album sehr gelungen und außergewöhnlich. Der Techno-Sound verleitet einen automatisch zum mitwippen. Es sind 12 Songs, die auf jeden Fall im Ohr bleiben.

geschrieben von Antje Montag

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Ash Code – Perspektive

Auch in Italien ist der Synthie-Pop und Post Punk immer noch zu Hause, das machen Ash Code hinlänglich klar. Mit „Perspektive“ veröffentlichten die Bellucci-Brüder zusammen mit Claudia Nottebella am 18. Mai 2018 bereits ihren dritten Longplayer. Ihrem Stil und dem unüberhörbaren Einfluss der Darkwave und Post Punk Szene der 80er Jahre, sind sie in jedem Falle auch bei ihrem neuen Werk treu geblieben, was sie in 11 Songs und sechs Remixen eindrucksvoll zur Schau stellen.

Glow“ bietet hierbei einen sehr guten Einstieg und ist absolut richtungsweisend für das ganze Album. Es ziehen sich klare Synthesizer durch das Lied und der Gesang ist leicht verzerrt und angenehm, ganz im Sinne ihrer Vorbilder wie etwa She Past Away.

Auch „Betrayed“ ist ein stilgetreues Stück, ruhig gehalten und mit einem leicht zu merkenden Refrain. Dafür, dass es in dem Song um Betrug geht, wirkt der Gesang allerdings schon fast zu ruhig. Etwas, was man sich in solchen Situationen für sich selbst eigentlich nur wünschen kann.

Der Titelsong „Perspektive“ kommt mit einem deutschen Text daher, was schön ist und mit dem italienischen Akzent fast schon niedlich klingt. Für mich wirken einige Passagen in diesem Song ein wenig atonal, was aber wohl von der Perspektive des Zuhörers abhängt und sicherlich gewollt ist. Unterstützt werden Ash Code hier gesanglich von Luca Gillian.

Die Stimme von Claudia kommt bei „Rivers“ gut zur Geltung. Teilweise sind die Vocals hier eher Sprechgesang, was sich aber gut in das Soundgerüst aus Synthesizern und Basslinien einfügt. Dieser Song lädt durchaus zum Tanzen ein.

Lie“ bildet einen ruhigen Abschluss des Albums mit einem langen instrumentalen Intro und insgesamt nur wenig Gesang.

Alles in Allem ist „Perspektive“ ein gelungenes, wenn auch recht ruhiges Album geworden. Für Liebhaber des Post Punk und Darkwave à la She Past Away oder Clan of Xymox ist es auf jeden Fall eine gute Idee hier einmal ein Ohr zu riskieren. Ich selbst finde, dass die Drei gerne etwas mehr Individualität und eigenen Stil einfließen lassen können.

geschrieben von Antje Montag

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Florian Grey – Ritus – Rezension

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Wer auf den guten alten Gothic-Rock steht, der ist hier genau an der richtigen Adresse. Die 2013 gegründete Band rund um den Hamburger Mastermind Florian Grey legt mit „Ritus“ ein wirklich gutes Zweitwerk vor.

Ritus“ wurde am 18.05.2018 veröffentlicht. Aus dem Album wurden mit „My Babylon“, „Until we go down“ und dem jüngst erschienenen „Relief“ bereits einige Singles ausgekoppelt.

Den Reigen eröffnet der Titel „Bluecifer“. Er ist ein schwungvoller Einstieg in das Werk, welches einen sofort packt, was zu großen Teilen sicher auch an dem beeindruckenden Bariton von Florian Grey liegt.

Until we go down“ macht schnell klar, warum dieser Song als Single ausgewählt wurde, denn Stimme und Soundgerüst passen hier einfach perfekt zusammen. Das Musikvideo hierzu untermalt außerdem sehr schön die transportierte hoffnungslose Stimmung.

Ein sehr eingängiges und wunderbar wehmütiges Stück ist „Bereft“. Auf einen ruhigen Anfang folgen kraftvolle Gitarren und wieder ruhigere Zwischenpassagen, abgerundet von der ruhigen und tiefen Stimme.

Bei „Glimmer“ findet ein kleiner Stilmix statt. Es lassen sich hier kurze Sprachpassagen finden, die aber gut in das Lied hineinpassen. Das Stück erzählt von all den Erfahrungen, die man im Leben so machen muss.

Die jüngste Singleauskopplung „Relief“ fügt sich als schneller kraftvoller Titel ebenfalls perfekt in das Album ein.

Einer meiner Favoriten ist der Song „A cold days night“. Es ist ein sehr ruhiges Stück, in dem die Stimme von Florian Grey klar im Vordergrund steht. Die längeren Instrumentalstücke prägen das Lied auf ihre Weise und vermitteln das Gefühl von einem kalten Herbstabend, an dem man sich irgendwie verloren fühlt.

Den Abschluss des Albums bildet das sieben minütige Stück „Catharsis“. Ein Lied, welches die Zeit voll ausnutzt um sich langsam zu entfalten. Der Gesang setzt hier erst spät ein und ist dann gewohnt aussagekräftig. Mit geisterhaften Klängen, wie ein kalter Windhauch, lassen sie das Werk ausklingen.

Für mich ist „Ritus“ seit langem eins der besten Gothic-Rock Alben, mit 12 Songs von denen es keinen gibt, der mir nicht gefällt. Ich bin gespannt darauf mehr von Florian Grey zu hören.

geschrieben von Antje Montag

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Second Version – Am Ende bleiben wir

Ruhig war es um die Magdeburger Jungs von Second Version in den letzten zwei Jahren, doch nun machen sie mit ihrer neuen Single „Am Ende bleiben wir“ wieder auf sich aufmerksam. Bereits seit 2003 frischen sie die schwarze Szene sowohl mit deutschen als auch mit englischen Texten und gutem Synthie-Pop auf.

Das am 16.06.2018 erschienene Werk „Am Ende bleiben wir“ bringt die Einsamkeit der heutigen Gesellschaft perfekt auf den Punkt und macht deutlich, wie glücklich sich jeder Einzelne schätzen kann, der einen Partner und Freunde hat.

Für dieses Lied haben sich die drei Jungs Unterstützung von Susi Michel geholt, welche die Background-Vocals beisteuert. Ihre Stimme passt gut zu der von Sänger Andy L. und rundet das Werk sehr schön ab.

Die neue Single knüpft in seinem Stil an die Vorgänger aus den letzten Jahren an und ist dem Einfluss des 80er Jahre Synthie-Pop treu geblieben.

geschrieben von Antje Montag

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Oul – antipode 

Allen B. Konstanz begibt sich auf Solopfade. Bisher bekannt von The Vision Bleak und Ewigheim hat Herr Konstanz nun das Projekt OUL ins Leben gerufen. Am 13.04.2018 erschien das Erstlingswerk, welches sich hervorragend in der Darkwave Richtung eingliedert.  

Mit „Apocalypse“ legt das Werk einen recht ruhigen Start hin. Dafür das dieser Song den Weltuntergang ankündigt klingt er ziemlich freundlich. Er ist mit kräftigen Synthies unterlegt und Allens Stimme ist angenehm zu lauschen. 

Außerdem hat Herr Konstanz hier etwas verwendet, was man heute kaum noch auf einem Album findet: Er hat mit „Dark & Void“ ein kurzes, fast schon episches kurzes instrumentales Zwischenstück geschaffen. Mir persönlich gefällt das sehr gut. 

„My Elegy“ hat einen sehr melodiösen Beginn, den man sofort merkt. Der Rhythmus des Gesangs ist etwas ungewöhnlich, was das ganze noch interessanter macht. Obwohl er eigentlich eine Art Grabrede darstellt, verbreitet der Song doch hoffnungsvolle Stimmung.  

Der Ohrwurm des Albums ist für mich „Let it flow again“. Es ist ein freundlicher Darkwave-Song, der gut tanzbar ist und gute Laune verbreitet. Ja auch das gibt es in der Szene. 

Der Titelsong „the Antipode“ hingegen ist ein äußerst düsteres Stück mit nachhallenden dunklen Synthies. 

„The Beauty Of The Snow“ beeindruckt mit seiner schönen Melodie und beschreibt mühelos die Schönheit einer verschneiten Landschaft, während leise Glöckchen im Hintergrund das Gefühl von fallendem Schnee vermitteln. 

Zum Ausklang nutzt der Künstler ebenfalls ein kurzes instrumentales Stück mit dem Namen „Glassy bubble Shell“  

Das sagt eigentlich auch schon alles über dieses Musikstück aus. 

Insgesamt ist „Antipode“ ein ruhiges Album, dennoch aber abwechslungsreich und thematisch vielschichtig. Mir gefällt es alles in allem gut.  

geschrieben von Antje Montag

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Mirexxx – Inside You

Schon eine ganze Weile widmen sich Posse und Stijn Szin der Musik und produzierten bereits 2008 eine erste Demo. „Inside you“ ist nun die erste EP der Jungs aus Belgien, die Ihren Stil in Richtung EBM und Industrial gefunden haben.

Die EP beherbergt die Titel „Inside you“ und „Erotic Skin“ in verschiedenen Versionen.

Inside you“ beginnt mit ruhigen Klängen, was sich schnell ändert, da sich immer mehr verschiedene Synthesizer übereinander gelagert hinzugesellen. Die verzerrte Stimmt macht es allerdings schwer den Text richtig zu verstehen.

Die zweite Version des Liedes (Blood in the Dancefloor Dulce Liquido Mix) gefällt mir deutlich besser als die originale Version. Der Song gewinnt hier noch mal an Tanzbarkeit, klingt für mich angenehmer und strahlt nicht ganz so viel Unruhe aus.

Auch von „Erotic Skin“ sind zwei verschiedene Versionen auf der EP zu finden. Hier wurde im Hintergrund mit Synthesizern gearbeitet, die klingen als würde die ganze Zeit jemand tätowiert. Dieser Klang ist für mich auf die Dauer recht unangenehm. Sonst ist es ein ruhigeres Stück mit einprägsamen Refrain.

Mirexxx ist etwas für begeisterte Industrial-Hörer. Durch die Stimmenverzerrung ist der Gesang leider relativ monoton, dort können die Jungs sicher noch ein bisschen mehr herausholen.

geschrieben von Antje Montag

Facebook: https://www.facebook.com/Mirexxx-158874344138570/

MySpace: https://myspace.com/mirexxx

Label: http://www.echozone.de/

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Mills Monochrome

Bereits 1994 gründeten Walter Glatz und Alexander Steiner das Projekt Mills. Trotzdem war es recht ruhig um die beiden Österreicher. Das soll sich nun ändern. Mit ihrem neuen Album „Monochrome“ machen sie seit dem 16.02.2018 wieder auf sich aufmerksam. Hatten sie ihre vorherigen Werke noch komplett in Eigenregie vertrieben, so bekommen sie nun Unterstützung vom Label Echozone, mit dem sie jetzt zusammenarbeiten.

Die Musik von Mills lässt sich wohl am ehesten in Richtung Synthpop oder Darkwave einordnen. Auch auf ihrem neuen Werk lässt sich der Einfluss der Musikszene der 80er und 90er nicht leugnen, sodass man sich in den acht Songs ein wenig in die Glanzzeiten von The Cure und Depeche Mode zurückversetzt fühlt.

Eröffnet wird das Album mit „Train to Berlin“, wobei schnell die Stimmung übertragen wird, die einen überfällt, wenn man mit bestimmten Hoffnungen auf eine gewisse Begegnung in eine Stadt reist.

Neon“ entführt vom Klang her in eine Welt aus Scheinwerfern und wechselndem Neonlicht. Man wird hier gedanklich in die Atmosphäre eines Clubs getragen, in dem man sich der Musik entspannt hingeben kann.

Der Ohrwurm des Albums ist für mich „New World“. Der Song hat einen gewissen Schwung und verbreitet eine Art Aufbruchsstimmung.

Mit „Border“ schließen Mills das Werk langsam und ruhig ab. Dieses Stück verdeutlicht sehr gut, wie langsam die Zeit verstreicht, wenn man auf eine Reaktion oder Antwort einer anderen Person wartet.

Monochrome“ ist insgesamt eine eher ruhige Platte, wobei die Stimme von Walter Glatz den Songs eine entspannte Grundstimmung verleiht. An einigen Stellen könnte er jedoch eine etwas größere Bandbreite seiner Stimme zeigen. Das Album passt gut in den Frühling, denn obwohl die Songs eine gewisse Melancholie verströmen, kann man sie doch gut bei Sonnenschein anhören, ohne traurig zu werden.

geschrieben von Antje Montag

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Monstergod – Invictus – Rezension

2004 gegründet, trumpft das polnische Duo Monstergod nun mit seinem neuen Album „Invictus“ auf.

Ihre Musik ist eine spannende Mischung aus Industrial, EBM und einem kleinen Hauch Synthpop. Das neue Meisterwerk ist seit dem 16.03.2018 auf dem Markt und nicht von schlechten Eltern. Sie lassen sich hierbei von einigen Gastmusikern unterstützen und haben sich unter anderem Void und Egoist mit ins Boot geholt.

Eröffnet wird das Album mit „ Silence in Violence“. Ein Stück, das einen schönen Einstieg bildet und dabei verdeutlicht, dass es hier nicht nur bei ruhigen Tönen bleiben wird.

Der zweite Song ist „The Living Torch“, in dem maschinenartige Stimmen statt Gesang eingesetzt werden. Er hat gute Beats, die mir beim Schreiben durchaus haben die Beine im Takt zucken lassen.

Miss Kiss“ und „It rains in my Heart“ sind vom Text her leider kaum verständlich, da die Herren hier mit sehr viel Stimmverzerrung gearbeitet haben. Für mich persönlich ist dies nicht ganz so vorteilhaft, da ich den Inhalt der Lieder gerne verstehe.

Bei „Invictus“, dem Titelsong ist mir eine Zeile sehr im Ohr geblieben: „ I am the master of my fate, I am the captain of my soul.“ Eine wirklich schöne Aussage, die sie mit ordentlichen Beats und schönen Synthesizern unterlegt haben.

Complete and bored“ ist teilweise schon fast aggressiv, wobei einen der Rest des Liedes immer wieder runterholt. Die treibenden Bässe tragen hier ihren Teil zur Stimmung bei. Ich finde es sehr beeindruckend, wie einen dieser Song mitreißen kann.

Eine Art Ballade ist „Madeleine“. Es gibt nur wenige Herz-Schmerz-Songs die einen so sehr zum mitwippen bringen und trotzdem immer noch die tragische Grundstimmung transportieren.

Monstergod schließen dieses Album mit dem, für ihre Verhältnisse, eher ruhigen sieben minütigen „Take it outside“ ab.

Das Album ist insgesamt sehr tanzbar und für Freunde elektronischer Klänge definitiv zu empfehlen. Es ist äußerst vielseitig und vermittelt die Stimmungen der einzelnen Stücke ziemlich intensiv.

geschrieben von Antje Montag

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Traumtaenzer – Habt keine Angst 

Die Formation Traumtaenzer wurde im Mai 2008 von Tom O’Connell (EX Garden of Delight) gegründet. Er wollte so tanzbare atmosphärische Klänge mit deutschen Texten zu einem einmaligen Klangerlebnis vereinen.

Inzwischen besteht Traumtaenzer aus vier Musikern: Marco Blum, der mit Stimme und Sprache den Musikstücken Ausdruck verleiht, Amy Faye, welche stimmlich eher die sanften Klänge anschlägt, Tom O’Connell, der Saitenwerk und Tasten bedient und somit für den Klang verantwortlich ist und Sandra Spinnraths, die gefühlvoll das Streichwerk spielt. Die Single „Habt keine Angst“ wurde bereits im Dezember 2017 veröffentlicht.

Das Stück „Habt keine Angst“ ist mit schönen Streichern unterlegt, hat aber trotzdem Tempo und Kraft. Der Text ist einprägsam und Marco Blum fordert mit seiner tiefen Stimme die Menschen dazu auf sich nicht zu fürchten und hervorzutreten.

Vom Klang her erinnert mich der musikalische Stil von Traumtaenzer an eine Mischung aus Unheilig in ihren besten Zeiten, was also durchaus als Kompliment zu verstehen ist und Mantus.

geschrieben von Antje Montag

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Website: http://www.traumtaenzerofficial.de/

Label: http://www.echozone.de/

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Rübezahl“, das neue Kunstwerk von Joachim Witt erscheint am 23.03.2018 und dürfte jeden begeistern, der sich gerne musikalische Geschichten erzählen lässt. Herr Witt hat hier eine vertonte Erzählung über den Berggeist aus dem Riesengebirge erschaffen, der er mit seiner einzigartigen Stimme und seinem unverkennbaren Stil Leben einhaucht. Ich selbst mag es sehr gerne, wenn Künstler einen mit ihrer Musik in den Bann ziehen können und eine wundervolle Geschichte zu erzählen haben.

Mit „Herr der Berge“, der ersten Auskopplung, beginnt das Album. Hier erscheint Rübezahl das erste Mal seit unzähligen Jahren und verbreitet Angst und Schrecken in seinem Hoheitsgebiet. Das alles wird eindrucksvoll von Text und Musik untermalt.

Bei „Dämon“ wird die bedrohliche Stimmung im Refrain von dunklen Riffs unterstützt, während die Strophen eher Ruhe ausstrahlen. Die Angst des Protagonisten vom Dämon geholt zu werden ist hier förmlich greifbar.

Diamant“ ist mir mit seiner Textzeile „Ich lass dir mein Herz hier, ich kann‘s nicht mehr tragen.“ besonders im Gedächtnis geblieben. Mit diesen Worten beschreibt Joachim Witt äußerst treffend ein Gefühl von Ausweglosigkeit und nahendem Abschied. Ein wirklich gelungener Song.

Eis und Schnee“ geht gut vorwärts und bringt einen dazu der Aufforderung des Protagonisten, ihm in eine Welt aus Eis und Schnee zu folgen, gerne Folge zu leisten.

Das Album schließt mit dem Stück „Wiedersehen woanders“ ab. Es beschreibt, eingebettet in eine traurige und hoffnungsvolle Stimmung, sehr gut das Gefühl von einem geliebten Menschen Abschied nehmen zu müssen, in der Hoffnung ihn irgendwann auf der anderen Seite wiederzusehen.

Alles in Allem ist „Rübezahl“ nicht unbedingt ein lautes Album. Joachim Witt setzt die musikalische Untermalung sehr geschickt dazu ein, die Geschichte des Herrn der Berge eindrucksvoll in Szene zu setzen. Er hat sehr einprägsame Stücke geschaffen und das Album als Ganzes gehört, ergibt eine wundervoll vertonte Geschichte. Für mich ist es ein Gesamtkunstwerk, welches die Sage um Rübezahl in einer anderen Perspektive darstellt. Wer diese Lieder gerne in Live-Atmosphäre genießen möchte, bekommt ab April die Gelegenheit dazu, denn dann kommt Joachim Witt auf Tour.

geschrieben von Antje Montag

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Illuminate – Ein ganzes Leben

Die „Alten Hasen“ der schwarzen Szene beglücken ihre Anhänger am 23.Februar 2018 mit ihrem neuen Werk „ein ganzes Leben“. Illuminate existieren als Band bereits seit 1993 und polarisieren die Szene, sodass man sie entweder mag oder eben nicht. Ihre Texte sind ausschließlich in Deutsch verfasst und gehen, wenn man es zulässt, oftmals unter die Haut. Auch bei ihrem neuen Album sind sie ihrer düsteren Linie treu geblieben.

Der Titelsong „Ein ganzes Leben“ ist bezeichnend für den roten Faden des Albums. Er beginnt mit schönen Pianoklängen, zu denen sich dann dunkle Gitarrenriffes gesellen. Es ist ein Duett über einen Rückblick auf ein ganzes gelebtes Leben.

Alleine mit mir“ spricht in tiefer Melancholie über einen zu tiefsten Trennungsschmerz. Der Gesang erinnert in seiner Vortragsweise hier schon fast an ein rezitiertes Gedicht und verleiht dem Song seinen besonderen Ausdruck.

Bei „Neue Wege“ rufen sie mit einem einprägsamen Refrain zum Ausbruch aus dem Alten auf. Hier wurde außerdem das ein oder andere Gitarrensolo eingebaut.

Mit Orgelklängen wird „Auf deinen Strahlen“ eingeleitet und geht dann in die gewohnte Melancholie über, mit der Frage, wie man sich jemandem nähern soll, dessen pure Anwesenheit einen eigentlich schon verbrennt.

Kleine Menschen“ ist ein Song der mir Gänsehaut über den Körper gejagt hat. Er bringt mit eingebauten lachenden und „Mama“ rufenden Kleinkinderstimmen beeindruckend zum Ausdruck, wie wundervoll Kinder sind und was es für ein Glück bedeutet eigene Kinder zu haben. Dieses Stück geht wirklich ins Herz.

Alles in allem sind sich Illu*****************************************************minate in ihrem Stil treu geblieben. Sie haben erneut ein tiefsinniges Werk geschaffen, welches man sich aufmerksam anhört und nicht nur nebenbei laufen lässt. Einzig der Gesang wirkt an einigen Stellen etwas monoton, dort hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht.

geschrieben von Antje Montag

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Empathy Test

Das Londoner Independent Electropop Duo Empathy Test hat seine ersten beiden Alben „Losing Touch“ und „Safe from Harm“ noch einmal aufgefrischt und mit überarbeiteten Versionen erneut auf den Markt gebracht. In England kamen sie 2013 mit dem Debutalbum „Losing Touch“ bereits sehr gut an und begleiten in diesem Jahr nun Covenant als Vorband auf ihrer Tour durch Großbritannien.

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Losing Touch“

Wenn man sich das Debutalbum der Londoner Jungs anhört, dann fällt es nicht schwer zu verstehen, dass sie damit auf Anhieb so gut durchstarten konnten. Das Album wurde nun bis auf drei Songs noch einmal überarbeitet und verfeinert.

Schon „Kirrilee“ macht deutlich wo die Reise hingeht und entführt in die schöne Welt des Synthie-Pops ohne laute und treibende Beats, was ich für mich auch mal sehr angenehm finde. Dieser Stil zieht sich durch das gesamte Album, was aber nicht heißt, dass die Songs nicht im Ohr bleiben.

Where I find Myself“ ist sehr eingängig und bereits beim zweiten Mal anhören, erwischte ich mich selbst beim mitsummen.

Last Night on Earth“ ist ein Song, der kurz und bündig alles hat was er braucht und auch in 2 Minuten und 50 Sekunden auf den Punkt kommt und dabei nichts an Aussagekraft einbüßt.

Der Titelsong „Losing Touch“ lädt zum mitwippen ein, obwohl er an sich eher ruhig ist und Isaacs Stimme wehmütig davon berichtet, wie es ist jemanden zu lieben, der bereits vergeben ist.

Siamese“ ist mir sehr lange im Kopf geblieben. Dieses Stück zeigt eindrucksvoll die gesamte Bandbreite von Isaacs Stimme und wirkte zumindest bei mir noch ein wenig nach.

Empathy Test haben mit ihrem Erstlingswerk ein Stück harmonischen Synthie-Pops geschaffen, welcher noch lange im Gedächtnis bleibt, ohne viel Hektik und Aufregung zu verbreiten. Ich persönlich finde das Album sehr gelungen.

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Safe from Harm“

Empathy Test schlagen auf diesem Album recht ruhige Töne an. Trotzdem machen die Stücke durchaus Spaß, tragen einen aber teilweise auch einfach davon.

Sie haben hier ihre Titel „Bare my Soul“, „Seeing Stars“, „By my Side“, „Vampire Town“ und „Walk right out“ noch einmal in neue Gewänder gekleidet und souverän in den Rest des Albums eingefügt.

Gleich das erste Stück „Bare my Soul“ wirkt sehr beruhigend, dabei aber keineswegs langweilig. Es müssen nicht immer harte Beats und viel Drum herum sein, um eine schöne Stimmung zu erzeugen. Denn trotz der ruhigen Töne bleibt das Lied im Ohr.

Trampoline“ ist ein sanftes Stück, auch wenn der Titel den Hörer vielleicht etwas anderes vermuten lässt. Allerdings beschreibt der Text ausdrucksstark eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

All it Takes“ der letzte Song des Albums beeindruckt dadurch, dass die Stimme von Isaac im Vordergrund steht und die Musik herum eher ein sanfter Begleiter ist. Dieses Zusammenspiel versetzt einen in die Stimmung, dass es der Beginn von etwas Magischen ist, wie es auch der Text beschreibt.

Das ganze Album ist ein ruhiges Kunstwerk mit sehr harmonischen Synthesizern. Es ist ein Album, welches man hören sollte, wenn man etwas Ruhe im stressigen Alltag sucht.

geschrieben von Antje Montag

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Reichsfeind – Living in Space – Rezension

Das deutsche Elektroprojekt Reichsfeind steht für den Widerstand gegen Unterdrückung von Schutzlosen, totalitäres Gebären und Homophobie. Anfang 2011 gegründet haben sie am 24.11.2017 schließlich ihr Debütalbum „Living in Space“ herausgebracht und lassen somit Freunde elektronischer Musik aufhorchen. Zudem wurden mit Kayfabe Lanoise (Wynardtage) und Echorausch erfahrene Kollegen mit an Bord geholt, welche ihren Teil zu den Klängen von Reichsfeind beitrugen.

Das Album bietet schöne melancholische Texte, tanzbar verpackt. Der großzügige Einsatz von Synthesizern und wohldosierter Stimmenverzerrung, gemischt mit ruhigen Klängen und Industrial-lastigen Beats geben der Musik von Reichsfeind einen ganz eigenen Stil.

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Der Titelsong „Living in Space“ hat durchaus Ohrwurmcharakter. Er schlägt sanftere Töne an und lässt das Album ruhig beginnen, wobei er Fragen aufgreift, die sich wohl jeder nach einer Trennung schon gestellt hat.

Detox“, die erste Singleauskopplung, wiederum erweckt die Lebensgeister mit harten Beats und einem schon fast gerappten Text. „Dilemma“ hingegen trägt einen mit seinen Melodien davon und lässt einen mal kurz träumen.

Mit dem sehnsuchtsvollen „You’re not here“ wird das Album wunderschön abgeschlossen und macht Vorfreude auf Werke, die da noch kommen mögen.

Auch wenn der Name des Projektes vielleicht etwas anderes suggeriert, so finden sich jedoch keine deutschen Texte auf dem Album. Was den Songs aber keinen Falls einen Abbruch tut.

Reichsfeind präsentiert in 12 Liedern eine beeindruckende Bandbreite an Elektroklängen. Von sanfterem Synthie Pop bis hin zu härteren Beats ist alles vertreten. Mit Remixen der Songs „Mountains“, „Fill the Void“, „Carrousel“ und „Far from Home“ runden sie das Album ab und gewähren weitere Einblicke in ihre musikalische Vielfalt.

geschrieben von Antje Montag

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TRACKLISTING:
01 LIVING IN SPACE
02 SOULPAINT
03 HARBINGER
04 DETOX
05 FILL THE VOID
06 FAR FROM HOME
07 DILEMMA
08 THE COLD SPELL
09 THE SHAPE
10 MOUNTAINS
11 CARROUSEL
12 YOU ARE NOT HERE
BONUS-TITEL:
13 MOUNTAINS (ROB DUST REMIX)
14 FILL THE VOID (MANEATER REMIX)
15 CARROUSEL (KAYFABE LANOISE REMIX)
16 FAR FROM HOME (KAYFABE LANOISE REMIX)

Trailer:

https://www.youtube.com/watch?v=N3h4t-NbaLU

 

WEBLINKS:
WWW.FACEBOOK.COM/REICHSFEIND
WWW.REICHSFEIND.BANDCAMP.COM
WWW.SOUNDCLOUD.COM/REICHSFEIND
WWW.YOUTUBE.COM/REICHSFEINDOFFICIAL
WWW.FACEBOOK.COM/ECHORAUSCH

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