PORN -„The Darkest of Human Desires Act II“ – Rezension

It doesn’t matter if we all die – Es spielt keine Rolle, wenn wir alle sterben. Das ist die erste Textzeile der 1982 veröffentlichten LP „Pornography“ von The Cure, die zunächst als Misserfolg bewertet und heute als Meilenstein des Gothic-Rock gefeiert wird. Die Faszination der Texte, der düsteren und zugleich emotionalen Songs, inspirierte eine Band aus Frankreich sich den Namen PORN -in Anlehnung an diese LP- zu geben. Obwohl sich in Frankreich der Rock/Metal schwer tut, wissen wir spätestens seit Gojira, dass es sich lohnt auch mal über dem Teller-Rhein nach guten Bands Ausschau zu halten.

Ich bekam die aktuelle CD „The Darkest of Human Desires Act II“ in die Finger und was soll ich sagen… Seitdem läuft diese bei mir in der Dauerschleife! PORN selbst bezeichnet seinen Stil als Murder-Rock. Die CD ist Teil 2 einer Trilogie mit der sich die Band den Wunsch erfüllt die Geschichte eines Mörders musikalisch umzusetzen. Die Trilogie startete mit „The Ogre Inside“ und findet hier nun seine Weiterführung. PORN erschufen einen Charakter, der in Teil 1 seinen inneren Dämon entdeckt, der sich, getrieben von inneren Konflikten und dunklen Wünschen, nach außen gräbt. In Teil 2 hat er sein Ziel erreicht. Mr. Strangler (Hr. Würger) ist geboren. Nun beginnt dieser sein dunkles Ich zu akzeptieren und wird zum Serienmörder. Dieser Weg wird auf der CD mit gesprochenen Snippets oder Interview-Samples dargestellt. So scheint es nur passend, wenn die Worte Aussagen des Okkultisten Aleister Crowley und der schlimmsten Massenmörder (u.a. Charles Manson) sind. PORN arbeiteten bei dieser CD mit Tom Baker zusammen, der bereits am Album „Antichrist Superstar“ von Marilyn Manson mitwirkte. Ein netter Zufall.

Die CD hat wenige Schwächen. Sie ist stimmig vom ersten bis zum letzten Track, sie ist düster und melancholisch, perfekt produziert und abgemischt. Wie in einem guten Buch wird ein Spannungsbogen aufgebaut und die Geschichte erzählt. Musikalisch tummeln sich die Franzosen auf Industrial und Gothic-Rock Pfaden. Ich erkenne etwas Type-O-Negative, Nine Inch Nails, eine Prise Marylin Manson und die Synthieflächen mit Wortsamples erinnern mich an :Wumpscut:. Die teilweise sehr eingängigen Refrains mit melodischen Riffs und Drumbaselines klingen auch schon mal nach Neuer Deutscher Härte ala Oomph!

Mir gefallen alle Songs, doch besonders angetan bin ich von dem langsamsten Stück „Tonight, Forever Bound“ und der MidTempo-Nummer „The Radiance Of All That Shines“. Ich kann diese CD nur empfehlen und vergebe 9 von 10 Garotten.

geschrieben von Marc Seidler

Facebook: https://www.facebook.com/PORNtheband/

bandcamp: https://porntheband.bandcamp.com/merch

Label: http://www.echozone.de/