PORN – No Monsters In God’s Eyes – Act III – VÖ: 27.3.2020

2017 veröffentlichten PORN ihr drittes Album „The Ogre Inside – Act I“,
den ersten Teil einer Trilogie über die mysteriöse Figur des Mr Stranglers.
2019 brachte die Band den zweiten Teil der Trilogie, „The Darkest Of
Human Desires – Act II“, heraus. Nun, am 27. März 2020, kehren PORN
mit dem finalen Akt zurück: „No Monsters In God’s Eyes – Act III“.

Das Album „The Ogre Inside“ handelt vom inneren Kampf, von dunklen
Begierden, davon, wie die Gesellschaft den eigenen Willen unterdrückt.
Dies ist ein Kampf, den keiner gewinnen kann. Das Monster, das dich von
innen heraus verschlingt, gewinnt immer. Das Album ist eine Beschwörung,
um das Monster zu entfesseln, das eigene ‚wahre‘ Selbst anzunehmen
und den dunkelsten Gelüsten zu erlauben, sich auszudrücken. Es ist ein
Aufruf zum Handeln. Der innere Unmensch hat den inneren Kampf
gewonnen und somit Mr Strangler hervorgebracht.

Sein ‚wahres Selbst‘ akzeptierend, drückt Mr Strangler im zweiten Teil
seine dunkelsten Impulse ohne Einschränkungen aus und kennt keine
Grenzen. Zusammen mit seiner Gang begeht Mr Strangler Morde und
Massaker. Ebenso lädt er jeden dazu ein, einen Schritt weiterzugehen und
zu handeln, die eigenen dunklen Begierden auszudrücken und seinem
Todeskult beizutreten. Für Mr Strangler und seine Bande ist das Monster
frei. Sie lassen die dunkelsten, menschlichen Gelüste zu: Mord.

Im letzten Teil endet Mr Stranglers blutige Odyssee. Er sitzt im Gefängnis
und wartet auf seine Hinrichtung. Dieser finale Akt ist sein Testament.
Angesichts des bevorstehenden Endes seines Lebens zieht er Bilanz über
dieses und beginnt einen Dialog mit seinem Tod. Er mahnt jeden
eindringlich, sein Werk fortzusetzen … das Werk Gottes. Denn falls Gott
existiert, dann ist alles seins. Dann sind selbst die schlimmsten Monster
Kinder Gottes. Es gibt keine Monster im Angesicht Gottes.

Nach der Zusammenarbeit mit Tom Baker (verantwortlich für das Mastering
so legendärer Alben wie Marilyn Mansons „Antichrist Superstar”, NINs
„Downward Spiral”, Ministrys „Psalm 69” oder Rob Zombies „Hellbilly
Deluxe”), vertrauten PORN diesmal Brian Lucey (Magic Garden Studio in
Los Angeles) das Mastering des Albums an. Lucey arbeitete vorher für
Ghost, Marilyn Manson, Depeche Mode, Arctic Monkeys, Royal Blood …

PORN verfeinern und entwickeln ihren musikalischen Stil, den sie Murder
Rock nennen, weiter und zitieren in ihrer Musik The Cure (von denen die
Band ihren Namen abgeleitet hat), David Bowie, Pink Floyd, Type O
Negative, Nine Inch Nails …

Audio Tracklisting: 

1 Dead In Every Eyes 06:38
2 High Summer Sun – Part 1 04:02
3 A Lovely Day 06:16
4 Low Winter Hope – Part 1 04:34
5 In An Endless Dream 04:24
6 Low Winter Hope – Part 2 05:53
7 Sky Outside 04:08
8 High Summer Sun – Part 2 02:25
9 Some Happy Moments 04:10
10 God’s Creatures 04:05
11 Low Winter Hope – Part 3 03:45
12 Among Dark Red Roses 06:48
13 Mr. Strangler’s Last Words 03:10

PORN – No monsters in god’s eyes – Rezension

Das Warten ist vorbei und auch für den Protagonisten Mr. Strangler tickt die Uhr. Die Franzosen PORN veröffentlichen den dritten Akt der Trilogie um die Geschichte des Würgers „No monsters in god’s eyes“. Und schon wieder läuft die CD auf Dauerschleife, wie zuvor die zwei Akte „The Ogre Inside“ und „The Darkest of Human Desires“.

Mr. Strangler sitzt im Gefängnis und wartet auf seine Hinrichtung durch den elektrischen Stuhl. Er blickt zurück auf seine Bluttaten und hält Dialog mit sich, Gott und dem Tod. Die Essenz ist simpel: Wenn er ein Geschöpf Gottes ist, dann führt er auch Gottes Willen aus, und somit gibt es auch keine Monster in Gottes Augen. Diese Erkenntnis ist sein Testament und er ermutigt uns alle seinem Weg zu folgen und seine Arbeit fortzuführen – Musikalisch untermalt im Finaltrack „Mr. Strangler’s Last Words“.

PORN bleiben sich und Ihrer Musik treu und so verschmelzen die Vorgänger-CDs und die Lieder in ein großes Ganzes. Obwohl man hier und da die Einflüsse von Type-O-Negative, Nine Inch Nails, und Marylin Manson noch erkennt, hat sich die Band weiterentwickelt. Stilistisch hat sich die Band gefestigt und sie klingen einfach nach PORN: Wohl platzierte Snippets und Synthieflächen, eingängige Melodien und Riffs. Erneut ist die CD stimmig, ist düster und melancholisch, perfekt produziert und abgemischt. Die CD hat 13 Songs mit einer Lauflänge von rund 60 Minuten.

Es fällt mir schwer einen Anspieltipp oder einen besten Song auszuwählen. Zum Headbangen ist der bereits veröffentlichte Song „High Summer Sun“ bestens geeignet. Am innovativsten ist der Titel „Low Winter Hope“, der in drei Teile aufgeteilt ist – quasi eine Trilogie in einer Trilogie. In Part1 des Songs wird der Song atmosphärisch aufgebaut. Ich mag die an die Munsters-Musik angelehnten Grusel-Sounds. Part2 ist ein Uptempo-Stück mit Ohrwurm-Garantie und allem was ein Rocker-Herz höher schlagen lässt: Atmosphäre, Mega-Riffs, treibender Bass, ein unglaubliches Drumset mit Triolen und Doublebase-Parts, Clear- und Scream- Stimme und Synthies, die alles zusammenfügen. Part3 ist fröhlicher aufgebaut. Die verzerrte Gitarre wird nach und nach unverzerrt. Es fühlt sich an als würde eine Wolkendecke aufbrechen und ein Sonnenstrahl den Himmel erhellen. Beim Gezupften musste ich schmunzeln. Es erinnert mich stark an „The Temple of the Kings“ von Rainbow (Vielleicht die Jugend unseres Mr. Strangler?). Ich empfehle diese drei Titel hintereinander zu hören, denn sie spiegeln die Geschichte der CD musikalisch wieder.

Ich vergebe 10 von 10 Elektrokutionen.

geschrieben von Marc Seidler

 

Facebook: https://www.facebook.com/PORNtheband/

bandcamp: https://porntheband.bandcamp.com/merch

Label:

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