Nino´s Kolumne

Kneipenkultur Ich hatte bis vor 2 Wochen niemals (richtig) eine Kneipe besucht gehabt. Das klingt jetzt vermutlich verrückt, ja… ist es auch. Mit Ende 30 besuche ich zum ersten Mal, bewusst eine Kneipe. Klar hatte ich zuvor bereits in Kneipen mit meinen Bands gespielt, jedoch habe ich bei den Besuchen nie die sogenannte Kneipenkultur zu spüren bekommen. Man kommt an, hat Soundcheck, spielt und danach ist man auch wieder weg – ohne auch nur ansatzweise, Teil des Ganzen geworden zu sein. Mein erster Besuch war in einer Kneipe in Essen – keine Ahnung wie die hieß. Jedenfalls hatte ich, nach dem ersten Glas Wein und meinen kläglichen Versuchen, im „Stern“ einen interessanten Artikel zu finden um ihn in mich einzusaugen, einen ersten Eindruck gewinnen können. Im Grunde war die Atmosphäre vergleichbar mit der in einem Jugendtreff. Nur eben mit Alkohol. Vielleicht handelte es sich dabei auch um eine gute Kneipe – vielleicht komme ich auch wieder – jedenfalls lief gute Musik. Alles aus dem HardRock Bereich. Slipknot, Manson, QOTSA… nebenher wurde getrunken und es wurden Spiele gespielt. Schach, Mühle, Karten. Kein Stress. Alles easy. Nach dieser ersten Kneipe und 2 Gläsern Wein, dachte ich mir, dass es vielleicht an der Zeit war, eine weitere Kneipe aufzusuchen. Den Namen der zweiten Kneipe weiß ich noch – allerdings möchte ich ihn nicht nennen, da hier alles ein wenig anders war. Der Raum war groß und hell erleuchtet und eine Traube aus „nach irgendwas suchenden“, meist männlichen Gästen erstreckte sich durch die kahle und lieblos (nicht)-eingerichteten Landschaft. Hier ging es scheinbar nur ums Saufen und ums aufreißen. Ein unangenehmer Nebeneffekt meiner Kneipenbesuche ist der Fakt, dass man doof angemacht werden kann. Dafür bin ich einfach nicht schlagfertig genug. Echt nicht my cup of tea. Ich verstehe diese Kultur einfach nicht. Vermutlich hat es auch etwas damit zu tun, dass ich nicht da hineingeboren wurde und dass ich darüber hinaus nicht der gesellschaftlichste Typ bin oder dass ich keine oder kaum Freunde habe, die Kneipen besuchen und mich in solche abschleppen. Ich gehe üblicherweise in Diskotheken. In solche, wo die Musik gespielt wird, die mir gefällt. Dort wo das Herz des Undergrounds schlägt. Dort wo man nicht angegraben oder angemacht wird und wo man zum Tanzen noch die Augen schließt.

geschrieben von Nino Sable

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