Nervenbeisser – Zeitenwandel

Mit “Zeitenwandel” veröffentlichen Nervenbeisser ihr
zweites Album nach dem Debüt
“Geschlechterschlacht” aus dem Jahr 2015. So
präsentieren sich die zehn Songs des neuen
Longplayers als konsequente Weiterentwicklung und
bieten eine gekonnte Mixtur aus deutscher
(Gitarren-)Härte mit elektronischen Sounds, Industrial
Einflüssen und progressiven Elementen.
Durchweg in Deutsch gesungen bohren sich die Songs
sprichwörtlich in das Hirn des Zuhörers und
überraschen mit einer musikalischen Vielfalt zwischen
stampfenden NDH-Krachern (“Todesengel”,
“Zeitenwandel”), den dazugehörigen fetten Gitarren
und einem finsteren Gesang, sowie melancholisch
düsteren Songs wie “Ein letztes Mal”.
Dabei versteht es die Band, jedem Song die
notwendigen Erkennungsmerkmale zu verpassen, sei
es eine zum Mitsingen anregende Eingängigkeit wie in
“Verkehrte Welt” oder einfach nur akustisch
umgesetzte Verstörtheit (“Glücklich Allein”).
Dass das Album mit einer reinen Akustik-Nummer
(“Alles steht still”) eher besinnlich abgeschlossen wird,
passt zu einem abwechslungsreichen Werk, das sich
nicht überlädt und es trotz bekannter musikalischer
Strukturen und Genre-typischen Ursprünge schafft, im
Ohr hängen zu bleiben.

Nervenbeisser_Zeitenwandel_Album_Cover_Front

Audio Tracklisting:

1 Der Tagesablauf (feat. Malle van Marwick) 02:34
2 Verkehrte Welt 05:19
3 Ein letztes Mal 04:09
4 Zeitenwandel (feat. Malle van Marwick)04:30
5 Glücklich allein 04:18
6 Goldener Käfig (feat. Marc Werner) 05:54
7 Du gehst 06:01
8 Sieh in dein Herz (feat. Mannekinpis) 05:52
9 Todesengel 04:58
10 Alles steht still 02:27

Nervenbeisser – ZeitenwandelNervenbeisser_Zeitenwandel_Album_Cover_Front

Die Auferstehung der Szeneband 2014, die schon 10 Jahre vorher ihr erstes Release unterbreiteten, war nach der langen Pause in der Gothic-Szene ein willkommener Neueinstieg. Die Mainzer hatten wieder Kraft getankt und zauberten seither auf etlichen Bandabenden und Veranstaltungen alte wie auch neue Werke. Sich in einer Zeit dafür zu entscheiden, wo die Szene vielerorts kränkelte, zeigt wie selbstsicher und unkompliziert Musiker in der Szene arbeiten können, wenn sie wollen. Und so verwundert es nicht schon beim Intro der vorliegenden Songs gefühlsmäßig einen Mainzer in der alten Fledermaus in Wien sprechen zu hören. Das Lokal hätte den Mainzern zugesagt. Trotz dieser Vertrautheit sind die Schritte der Band wohl überlegt. Führen teilweise in die Richtung von „Das Ich“ auf dem WGT und dann wieder zu ihren alten Wurzeln zurück. Dabei merkt man deutlich, dass das Spektrum und die Bandbreite durch Reife wächst und die Fans durch die Nacht führen kann, ohne dabei, wie eine der anderen Bands zu klingen oder gar auf deren Schiene musizieren zu müssen. Klar und deutlich sind die Einflüsse von Oomph!…, Eisbrecher oder Janus zu entdecken. Und trotzdem hören sich Titel wie „Verkehrte Welt“ bis „Alles steht still“ nicht wie entliehene Melodien an . Man erkennt Erfahrung und Leidenschaft. Man merkt, dass sich Walter Stobbe und Olaf Seider da viele Gedanken um jede Harmonie und jedes Wort gemacht haben. Jedenfalls machen die Songs Lust auf mehr, aber vor allen Dingen auf Live. Denn auch ohne die Aufnahmen schmälern zu wollen, Nervenbeisser sind Rampensäue die auf eine Bühne gehören, wo sie und die Fans sich gegenseitig anstacheln. In diesem Sinne freue ich mich auf ein wieder Hören. 

geschrieben von Steven R. Bloodwave Voßen

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