MASSIV IN MENSCH “AM PORT DER GUTEN HOFFNUNG” VÖ: 08.09.2017 

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Nach vier Jahren erscheint nun endlich das neue „Massiv in Mensch“-Album „Am Port der guten Hoffnung“ auf dem jungen schwedischen Label „Katyusha“. Die Band um Daniel Logemann hat sich bei der Produktion des Albums viel Zeit gelassen und somit wirkt die Platte auch deutlich gereifter als die Vorgängeralben.

Thematisch besinnen sich die (türkisen) Friesen aus Varel mehr denn je auf die Kernthemen Energie, Wasser und ihre maritimen norddeutschen Wurzeln. Das Album ist von deutschen Texten geprägt, die vor allen Dingen durch Selbstironie und Reflexion gekennzeichnet sind. Ein Beispiel hierfür ist sicherlich „Rotto Nave“, das sich mit den Begleitumständen des „Costa Concordia“-Unglücks beschäftigt. Dass „Massiv in Mensch“ jedoch auch über den Tellerrand hinaus gucken, beweisen Titel wie „Sunt Terminat“ oder „Der schwarze Mann“. Letzteres ist eine Coverversion eines Kinderliedes von Arend Agthe, der in den frühen 80er Jahren viele Filmballaden für die „Sesamstraße“ konzipiert hat. Der Urheber selbst hat sich zur Interpretation folgendermaßen geäußert: „Glückwunsch!

Es hat mir großen Spaß gemacht, Ihre Fassung zu hören. Ehrlich gesagt gefällt sie mir besser als unser damaliges Original.“


Der Sound von „Massiv in Mensch“ hat sich über die Jahre stets durch Diversität ausgezeichnet. Auch „Am Port der guten Hoffnung“ macht hier keine Ausnahme, so dass eine große stilistische Bandbreite an elektronischer Musik abgedeckt wird. Und trotzdem eint alle Songs eine gewisse Griffig- und Kompaktheit, die darauf schließen lassen, dass „Massiv in Mensch“ deutlich songorientierter arbeiten als auf ihren Vorgängerwerken. Die Partizipation der Instrumentalisten Muck Kemmereit (Drums), Marwin Voß (Bass), Jonathan Millat (Gitarre), Thomas Rauchenecker (Keys) und Tomas Appelhoff (Gesang, Produktion) macht sich deutlich bemerkbar, denn viele Songs klingen lebendiger, rauher und manchmal rockiger als auf ihren früheren Werken.

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Das Album wird als Doppel-CD erscheinen. Während auf der ersten CD das klassische Studioalbum vorliegt, gibt es auf der zweiten CD viele Remixe und Zusammenarbeiten, z.B. mit dem „mind.in.a.box“-Nebenprojekt „Thyx“, „Kontrast“ oder auch der EBM-Legende „Les Berrtas“. Natürlich arbeiten „Massiv in Mensch“ auch wieder mit anderen Künstlern und Gastmusikern zusammen. Traditionsgemäß eröffnet Schauspieler und Sprecher Reiner Schöne („Optimus Prime“, „Darth Vader“) mit seiner Schilderung der „Draupner-Welle“ den Reigen.Der weibliche Gesang stammt von Sara Peel, die zuletzt auch auf der „Welle:Erdball“-Tour zu hören war. Honey von „Welle:Erdball“ spicht in Mêlée Island udem den Eingangsdialog zwischen Guybrush Threepwood und dem Späher aus dem Amiga-Spieleklassiker „Monkey Island“ und nicht zuletzt Stadionsprecher Heinz Jungclaussen gab sein „Okay“ für die MiM-Hommage an die norddeutsche Metropole Hamburg.

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Interview mit Massiv in Mensch

KKM: Hallo, schön das Ihr Euch die Zeit nehmt für ein kurzes Interview. Legen wir gleich los. Wie würdet Ihr Massiv in Mensch jemandem beschreiben der Euch noch nie gehört hat?

Massiv in Mensch ist eine norddeutsche Electro-Band, die keiner festen Stilrichtung zuzuschreiben ist. Vielmehr spielen wir mit den verschiedenen Genres und so schwanken die Titel zwischen EBM, Future-Pop, Electro-Rock und Techno hin und her. Beeinflusst hat uns zudem der Pop der 80er- sowie der Techno der 90er Jahre.

KKM: Ihr seit dieses Jahr live in DEUTZEN auf der NOCTURNAL CULTURE NIGHT

und in ERFURT im CLUB FROM HELL, zusammen mit LEAETHER STRIP und ROOT4

zu sehen. Das hört sich nach einer stressigen Zeit an. Wie bereitet Ihr Euch auf den Trouble vor?

Grundsätzlich ist das positiver Stress und es handelt sich ja um keine Tour, sondern um zwei sehr schöne Auftrittsmöglichkeiten. Da jedoch fast parallel dazu unser neues Album „Am Port der guten Hoffnung“ erscheint, müssen wir zur Zeit viele Termine wahrnehmen und die Platte promoten. Wir als Band sind gut miteinander vernetzt und so besprechen wir uns in den entsprechenden Gruppen wann wir z.B. eine Probe ansetzen. Die Setlist fürs NCN steht jedenfalls auch schon seit einiger Zeit.

KKM: Gibt es Backstagerituale bei Massiv in Mensch?

Klassische Rituale gibt es nicht, wir wünschen uns gegenseitig gutes Gelingen und trinken vielleicht das ein- oder andere alkoholische Getränk vorab, zudem unterhält unser Drummer Muck gerne die anwesenden Gäste mit seiner Gitarre oder aber auch mit feinen Zaubertricks.

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KKM: Was muss im Backstage UNBEDINGT vorhanden sein?

Etwas zu trinken. Ansonsten sind wir, glaube ich, recht pflegeleichte Gesellen.

KKM: Wenn Ihr die Möglichkeit hättet Eure Traumbühne zu bauen, ohne auf Geld Rücksicht nehmen zu müssen, wie sieht sie aus?

Interessante Frage, auf die ich ad hoc keine gescheite Antwort geben kann. Auf jeden Fall finde ich zu viel Prunk und Aufbauten eher lästig, es sollte sparsam aber sinnvoll dekoriert sein. Im aktuellen Fall würden wir natürlich gerne eine türkise Bühne haben wollen mit einer Reihe von maritimen Symbolen.

KKM: Welches war Euer bislang prägendstes Konzert?

In der ersten „Ära“ sicherlich die beiden WGT-Konzerte 2000 und 2005, sowie das Eurorock in Neerpelt (2000). In jüngster Zeit sicherlich die Konzerte beim Resistanz-Festival in Sheffield (UK) sowie in Stockholm (Nalen). 

KKM: Inwieweit unterscheidet sich „Am Port der guten Hoffnung“ von Euren bisherigen Alben?

Klanglich ist „Am Port der guten Hoffnung“ sicherlich eine Fortführung des auf „The Cortex Zero Effect“ eingeschlagenen Weges. Zu den früheren Alben gibt es schon deutliche Unterschiede. Anfänglich waren die Alben doch noch sehr von der Electronic Body Music geprägt, in den Jahren 2003-2009 gab es starke Bezüge zum Techno bzw. Trance.Seit 2010 arbeiten wir verstärkt songorientiert. Viele Stücke sind mittlerweile in deutscher Sprache aufgenommen und mit über zwei Stunden Spielzeit ist dieses Album auch das mit Abstand längste, das wir jemals aufgenommen haben. Eine weitere Neuerung ist das eingestreute „Hörspiel“ mit Hannes von Welle:Erdball namens „Melee Island“. 

KKM: Ist „Am Port der guten Hoffnung“ als Konzeptalbum angelegt? Wenn ja, welche Geschichte steckt dahinter?

„Am Port der guten Hoffnung“ ist kein klassisches Konzeptalbum, vielmehr beinhaltet es einen roten Faden bzw. ein Leitmotiv. So behandeln viele Titel unsere Kernthemen Energie, Windkraft, Wasser und Schifffahrt. Das Album ist sicherlich sehr „maritim“ geprägt und bezieht sich auf unsere norddeutsche Heimat. Eine Geschichte gibt es jedoch nicht – das Raster wäre uns zu eng. Wir produzieren ja auch immer wieder Songs, die das „Konzept“ ganz bewusst aufbrechen.

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KKM: Was müssen wir über „Am Port der guten Hoffnung“ unbedingt wissen?

In dem Album stecken vier lange Jahre harte Arbeit. Wir haben uns konzeptionell neu aufgestellt und die Sounds klingen natürlicher als vorher. Dies liegt auch daran, dass unsere Instrumentalisten bei den Songs mitgewirkt haben. Spannung wird auch durch die vielen Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern erzeugt, so hört man die Synchronstimme von „Darth Vader“ (Reiner Schöne) im Intro oder einen Mashup mit dem „mind.in.a.box“-Nebenprojekt „Thyx“. Ich denke, wir haben insgesamt eine gute Mixtur für dieses Album gefunden und freuen uns auf die vielen Reaktionen – ob nun persönlich oder in den sozialen Netzwerken.

KKM: Wer ist bei Euch für das Songwriting verantwortlich? Wie entstehen neue Songs?

Ich (Daniel) bin in fast allen Fällen für das Songwriting zuständig. Einige Songs produziere ich auch zusammen mit Tommy Appelhoff, das sind dann meist ausgedehnte Wochenend-Sessions. Ideen können aus Alltagssituationen stammen, zwischenmenschliche Beziehungen oder Unzulänglichkeiten – Beobachtungen – teils triviale Dinge, aber auch interessante Dokus im Fernsehen fesseln mich. So habe ich z.B. auf dem Vorgängeralbum „Vajont“ komponiert und auf „Am Port der guten Hoffnung“ geht es um die Draupner-Welle (eine Monsterwelle von 26m Höhe).

KKM: Ihr seid 6 Bandmitglieder, seid Ihr Euch immer einig oder gibt es zwischendurch auch mal Meinungsverschiedenheiten?

Es liegt in der Natur der Sache, dass es auch mal zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Wir sind aber mittlerweile alt genug, Probleme sachlich zu diskutieren und Kritik ernstzunehmen.

KKM: Habt Ihr musikalische Vorbilder?

Jeder aus der Band hat einen eigenen musikalischen Background. Viele kommen auch aus völlig anderen Musikrichtungen (Muck, Marwin, Tommy). Das macht die Sache jedoch spannend. Den Sound von MiM geprägt haben sicherlich Bands wie „Empirion“, die „Utah Saints“, „The KLF“ aber auch EBM-Heroen wie Tommi Stumpff, Front Line Assembly oder „Some More Crime“. 
KKM: Wenn Ihr Euch mit einem Filmtitel beschreiben müsstet, welcher wäre es?

Ich schwanke zwischen „Planet der Affen“ und „Fleisch ist mein Gemüse“… ;-)

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KKM: Zum Schluss die wahrscheinlich wichtigste Frage: Met oder Bier?

Wenn ich mir die Trinkgewohnheiten meiner Bandmitglieder so anschaue würde ich sagen Bier. Ansonsten weder noch – Pernod! 

KKM: Danke dass Ihr Euch die Zeit genommen habt unsere Fragen zu beantworten und viel Erfolg mit dem neuen Album und Eurer Tour.

Vielen Dank für die interessanten Fragen! Alles Gute Euch!

geschrieben von Claudia Tomaszewski

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Plattenkritik

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MASSIV IN MENSCH – Am Port Der Guten Hoffnung

Nach dem Erscheinen des Albums „The Cortex Zero Effect“ vor vier Jahren wurde die Zeit genutzt, um das jetzt erscheinende Album „Am Port Der Guten Hoffnung“ fertigzustellen.

Aus den Kinderschuhen entwachsen lässt uns „Am Port der Guten Hoffnung“ nicht nur musikalisch, sondern auch die durch die aufmerksam zusammen getragenen Texte einige Einblicke in die Welt von MASSIV IN MENSCH gewähren. Unstete, synthetische Musik gehört der Vergangenheit an. Ausdrücklich weniger bedeutend war das Fertigwerden und fertig zu sein, die Einstellung trägt jetzt Früchte. Das eigene Sein und Denken, als essenzielle Facette in den Songs wieder zu geben, nicht ohne ein gewisses Maß an Karikatur und Spiegelung. Einen ungewöhnlichen Verlauf geben zum Beispiel „Der schwarze Mann“ als Cover und die Kehrseite vom Costa Concordia Untergang. Geschliffen, aber dennoch nuanciert und weit empfinde ich die musikalische Bandbreite. Den Mut haben, einen rockigen Sound mit ein zu binden und es dann auch noch weniger nach Dosenfabrikation klingen lassen, Respekt! :-)

Randvoll mit Remixen und interessanten Zusammenarbeiten wartet auch eine zweite CD. Werke mit Thyx, TraKKtor und Les Berrtas lassen sich hier finden.

Leidenschaft und Spannweite in Hülle und Fülle, das ist „Am Port der Guten Hoffnung“. Flach, das gibt es hier nicht. Anerkennenswert die argwöhnische Würze, leider zu selten geworden in der Szene.

Es macht richtig Freude, dieses Album zu hören. Vollends zwanglos und echt vertraut.

Das neue Schwarz ist Türkis;-). Lebensraumerweiterung genehmigt, für dieses Album!!!!

 

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