Maestus – Deliquesce – Black Doom

OVERVIEW:

new album from Blackened doom metal
band Maestus, a 50 minute slab of
charred and filigreed granite channeling
frustration, anxiety, and estrangement
into a Blackdoom Cauldron in the vein of
Pallbearer, Ahab, Shape of Despair and
Evoken.

Line Up: 

SP – Guitar & Vocals
KP – Bass & Vocals
SB – Keyboards & Piano
CC – Drums
NK – Guitar

 

BIO:

Maestus emerged from the Pacific Northwest with its forlorn blackdoom in 2013 under the
hand of Stephen Parker (Pillorian). With the help of a collective of Oregon collaborators, Kenneth Parker (Grst, Batrakos), Sarah Beaulieu (ex-Ninth Level), Cordell Cline (ex-Dimensionless), and Nathanael Kelley (Banewreaker, Grst), Maestus self-released its debut full-length, Voir Dire, two years later.

In the spring of 2018, the band got signed with code666/Aural Music and reconvened to record their sophomore album Deliquesce in Eugene, Oregon, and gave form to four crushing paeans to hopelessness. Mixed and mastered by Markus Stock (Empyrium, Sun of the Sleepless) at his Klangschmiede Studio E, with artwork by Matthias Roth and design by John Haughm.

In the original Latin, Maestus makes reference to a state of mourning, a theme that finds voice in lyrics which explore the threads between despondency and bitterness. Maestus reflects the principle of misery as it moves through the world in life, death, and memory, and of the ceaseless decay which both precedes and follows it.

TRACKLIST:

1. Deliquesce

2. Black Oake

3. The Impotence
of Hope

4. Knell of
Solemnity

 

Maestus – Deliquesce – Rezension

Das kleine Latinum liegt weit hinter mir. Die Band Maestus aus Oregon bedient sich für ihren Namen dieser toten Sprache. Maestus bedeutet übersetzt finster, traurig oder melancholisch. Genau so kommt das Cover des zweiten Studioalbums „Deliquesce“ daher: Dunkelgrau/grün zeigt es eine gemalte Bergkette (vielleicht auch ein Gletscher, wenn man den Titel mit „wegschmelzen“ übersetzt). Das Bild ist umrahmt mit Elfengleichen Verzierungen. Insgesamt ganz schön depri, könnte sich um Doom Metal handeln – und so ist es auch. Die CD hat eine Spielzeit von 50 Minuten und lediglich 4 Tracks. Ich stelle mich auf Episches ein.

Der erste ist zugleich der Titletrack. Ich für meinen Teil schmelze sofort dahin. Ein wundervolles Intro. Keyboardflächen und eine Moll-ige Klaviermelodie stimmt mich sofort nachdenklich und träumerisch zugleich. Mit Doom-typischem, schleppendem Rhythmus und krachigen Riffs setzen die Instrumente ein. Unter den klaren Keyboard-Noten, die nach Wassertropfen klingen, growled es tief – Pause. Kurz hält das Lied inne als wäre es ein Übergang einer Ouvertüre. Sehr minimalistisch fügen sich die Instrumente erneut ein und schaffen eine düstere Atmosphäre, die nach und nach diffiziler wird und in einem Black-Metal-Doublebasepart übergeht. Erneut ein Break und das Lied klingt melodisch aus. Ich habe kaum ein Wort verstanden, aber die Klangwelt, die dieser Song hat, reicht völlig aus um zu verstehen, was die Band aussagen möchte.

Der zweite Titel „Black Oake“ ist leider nicht so standhaft, wie eine schwarze Eiche. Er ist ähnlich aufgebaut, ergreift mich aber nicht. Es ist ein ebenso klassisches Doom-Stück, es fehlt aber an Überraschung und Atmosphäre.

Dafür haut mich „The Impotence of Hope“ wieder zurück in die Dunkelheit. Ein Gitarren-gezupftes Intro wird zu einem Wechselspiel von zarter Melodie mit choralem Gesang und disharmonischem Zweivierteltakt. Die Stilistik ist interessant, denn auf Hoffnung folgt meist Hoffnungslosigkeit und beginnt von vorn. Bei der Halbzeit flüstert uns eine Stimme zu. Die Instrumente steigen ein und verwandeln den zweiten Teil des Lieds in ein immer weiter ansteigendes Epos. Man merkt es kaum, aber nach und nach steigert sich die Intonierung, die Hand-(bzw Fuß-)werkskunst der Musiker und die Geschwindigkeit. Ich muss den Teil sofort noch einmal hören, wirklich ein Kracher. Mein Anspieltipp der CD.

Der Titel des letzten Lieds gefällt mir. „Knell of Solemnity“ – Die Totenglocke der Feierlichkeit. Ein herrliches Wortspiel. Auch dieser Titel ist ein toll gemachtes Doom-Stück, aber kann mit dem Titel davor nicht mithalten. Ob es gewollt ist, dass die ungeraden Liednummern besser sind als die geraden?

Dennoch. Die CD ist ein Daumen hoch für alle Doom-Fans, aber auch ein Geheimtipp für andere Headbanger. Was sie nicht ist: Eine 0815-Scheibe, die man so nebenher hört oder auf die man abrockt. Sie entführt, macht Stimmung (auch wenn es melancholische ist) und schickt uns auf eine Reise. Ich vergebe 7 von 10 Tränen.

geschrieben von Marc Seidler

Facebook: www.facebook.com/maestusdoom

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