M.I.N.E – Unexpected Truth Within – Rezension -

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Der kleine Marcus fragt, ob seine Kumpels Olli und Heiko zum Spielen rauskommen. Leider haben die beiden überhaupt keine Zeit oder Lust mit Marcus zu spielen. Also schaut sich der kleine Marcus auf dem Spielplatz um, mit wem er sonst so spielen kann. So oder ähnlich könnte es gewesen sein, als Marcus Meyn seine Camouflage-Mitstreiter zu einem neuen Album animieren wollte. Oftmals macht es Spaß, mit anderen zu spielen, es ist aber, auch wenn man es noch so sehr versucht, nicht das gleiche, wie mit den gewohnten Spielkameraden.

Unexpected Truth Within heißt das erste Album dieser neuen Dreier-Formation um Marcus Meyn (Camouflage), Volker Hinkel (u.a. Fools Garden) und Jochen Schmalbach ( u.a. Tiefschwarz, Alphaville). Die Drei spielen schon seit vielen Jahren zusammen im Live-Lineup von Camouflage und haben sich jetzt vorgenommen, etwas Neues, Unverwechselbares zu schaffen.

Leider, wirklich leider ist der Schuss für die drei nach hinten losgegangen. Mal abgesehen von der markanten Stimme Meyns ist die Musik von M.I.N.E nett, aber auch komplett austauschbar. Die innovative Idee, House, Electro und Rock zu kombinieren haben schon so viele abgegriffen. Sogar auf den letzten drei Camouflage-Alben ist dieses Konzept angegangen worden. Zwar nicht so kompromissbereit wie auf Unexpected Truth Within, aber dennoch nur eine Weiterentwicklung. Im Vergleich zu Acts wie De/Vision, denen ich früher gerne mach nachgesagt habe, dass sie wie Camouflage klingen, oder Mesh fehlt es hier an Tiefe und Eigenständigkeit.

Unexpected Truth Within plätschert für mich nur so durch den Saal, ohne mich an einer einzelnen Note fest zuhören. Wäre es eine Camouflage-Platte, würde ich mich wahrscheinlich über das Ergebnis freuen, als Sideprojekt, das sich aufmacht, neue Galaxien zu erforschen, erwarte ich dann doch mehr.

Nach dem geschätzten sechsten Durchlauf stoße ich dann langsam doch auf kleine versteckte Lichtblicke. A World Without Smile ist eine sehr intime Ballade die sich endlich mal hauptsächlich um die Stimme Meyns baut und diese in aller Form und Harmonie hervorhebt. Warum das aber erst so spät einsetzt, bleibt mir ein Rätsel. Marcus Meyn hätte es gut getan, in seinen Kompositionen neue Wege zu gehen. Wenn ich es mit Rockattitüden versuchen will, dann nicht nur dadurch, den Regler fürs Schlagzeug hochzuziehen oder die Gitarre mehr in den Vordergrund zu rücken.

Im Endeffekt bleiben tatsächlich nur die beiden letzten Tracks von Unexpected Truth Within bei mir hängen. Leave And Let Go entlässt den Hörer mit der Frage: „Und jetzt?“. Mit nicht einmal zwei Minuten Länge sitze ich hier mit leeren Händen und habe das erste Mal bei dieser Platte das Gefühl, dass da mehr kommen muss.

Unexpected Truth Within ist musikalisch kein Totalschaden. Befriedigend vielleicht. Pflichterfüllung ohne zu glänzen. Schade eigentlich, wurden die Erwartungen doch so sehr hoch geschraubt.

geschrieben von Alf Urbschat

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