Interview mit Six Faces

Wie ist diese Veröffentlichung bei euren Fans angekommen? Welche Reaktionen
gab es von Seiten der (Szene – ) Fachpresse?
Marko: Bisher können wir nur positive Reaktionen von allen Seiten feststellen. Das freut uns wirklich.

Wie lange habt ihr an der Fertigstellung für die neue CD gearbeitet? Wo wurde sie aufgenommen und produziert?
Marko: Es war ein langer Weg, um dieses Album fertigzustellen.18 Monate lang haben wir in Berlin und Halle/Saale produziert und komponiert. Dabei lief vieles auch über das Internet. Wir haben die Vocals hier in Halle aufgenommen und dann zu Mario nach Berlin geschickt. Er hat dann entweder gemeckert und wir mussten noch mal ran oder er hat uns danach schon den ersten Mix geschickt.

Wurdet ihr bei der Produktion von jemandem hinter den Reglern unterstützt, oder lag alles allein in euren Händen?
Marko: Wir arbeiten im Team. Wobei die Produktion in der Hauptsache Mario Rühlicke geleitet hat.

Welche Anforderungen stellt ihr persönlich an einen guten Song?
Marko: Der Song muss einfach ins Blut übergehen. Entweder es ist eine gute Melodie, ein geiler Rhythmus oder bestenfalls beides. Natürlich spielt auch der Text eine entscheidende Rolle. Auf jeden Fall soll, wie bei uns, am Ende auch beim Hörer die Emotion ankommen.

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Wenn ihr neue Songs komponiert, benötigt ihr da eine bestimmte innerliche
Stimmung oder eine besondere Atmosphäre?
Mario: Ich habe ehrlich gesagt noch nie darüber nachgedacht, ob ich gerade etwas
Bestimmtes fühle, wenn ich komponiere. Ich haue einfach in die Tasten und schaue, ob es mir gefällt. Dabei entsteht dann meist erst die Stimmung und darauf baue ich dann weiter auf.
Marko: Du hast immer eine innere Haltung zu einem Thema. Wir lassen uns von unserem Gefühl leiten.

An welchen Orten könnt ihr euch am besten auf das Schreiben neuer Songs und
Texte konzentrieren?
Marko: Ich stelle mir immer zu Hause, eingeschlossen in meinem Zimmer, eine Playlist mit Songs zusammen, die mich dann beim Hören inspiriert.

Welche Themen greift ihr in euren Texten auf und durch was lasst ihr
euch beim Texten inspirieren?
Marko: Natürlich geht es mal um Liebe, aber auch um Verlust oder Verlustängste. In der Vergangenheit habe ich einiges erlebt, was mir nicht gut getan hat. Eine zerbrochene Liebe oder der Verlust eines geliebten Menschen. Die Musik bzw. die Texte sind einfach mein Sprachrohr. Ich will mich damit einfach äußern. Dabei kommt alles wirklich vom Inneren, aus Herz und Seele. Aus dieser Ehrlichkeit heraus, entstehen die Texte.

Wie wichtig sind euch eure Texte? Nehmen sie in der Musik von Six Faces einen
großen Stellenwert ein, oder seht ihr die Texte eher als Beiwerk zur Musik?
Marko: Es sind persönliche Erfahrungen, somit haben sie einen hohen Stellenwert.

Wie zufrieden seid ihr mit dem bisher Erreichten und was würdet ihr ändern, wenn ihr die Zeit zurückdrehen könntet?
Marko: Wir sind sehr zufrieden und auch stolz auf das, was wir geschaffen haben. Ich schätze, wir würden alles genau so wieder tun (lacht). Wenn man die Zeit jetzt
zurückdrehen könnte, dann würde ich mir womöglich wünschen, dass Album schon vor 10 Jahren raus gebracht zu haben, weil ich einfach so stolz darauf bin.

Was war für jeden von euch überhaupt damals das Schlüsselerlebnis selbst Musik
machen zu wollen?
Marko: Ich sehe als Teenager einen Künstler oder eine Band und dann begann ich zu träumen, vielleicht mal genau so zu werden. Ich glaubte, mit Musik die Welt verändern zu können. Na ja, und dann legte ich völlig naiv los Musik zu machen (lautes Lachen). Aber es war der Startschuss und der Zeitpunkt, ab dem ich mich jeden Tag irgendwie mit Musik beschäftigte und beschäftige.

Wie wichtig ist für Six Faces (musikalischer) Erfolg?
Marko: Natürlich möchten wir so viele Menschen wie nur möglich erreichen. Das wäre toll. Ich glaube, wenn das gelingt, nennt man das dann Erfolg?! Insofern ist das dann schon wichtig.

Verbindet ihr mit Musik machen irgendwelche Träume? (Wenn ja, welche?)
Marko: Wie schon oben beschrieben. Wir träumen natürlich alle davon mal auf den
großen Bühnen zu stehen und die Menschen da draußen mit unserer Musik zu erreichen. Aber es ist natürlich auch schon ein Traum, dass wir das hier machen können: Musik!

Was möchtet ihr in naher Zukunft (musikalisch) mit Six Faces erreichen?
Marko: Einfach weiter machen dürfen, und natürlich die Leute da draußen erreichen.

Was war 2018 eure schönste Erfahrung als Musiker?
Marko: Die schönste Erfahrung war einfach zu wissen: Jetzt geht es ans zweite Album. Ich war wirklich aufgeregt, weil ich einfach nicht wusste, wohin die Reise gehen würde. Es war spannend und kreativ zugleich. Und als wir merkten, dass das Album wächst und Gestalt annahm, war das ein richtiges Glücksgefühl.

Gab es für euch 2018 auch weniger erfreuliche Ereignisse?
Marko: Natürlich! Für mich persönlich, war es ein sehr hartes Jahr. Nach langem Kampf, ist mein Vater verstorben. Das hat mich tief erschüttert.

Könnt ihr euch denn zu einem bestimmten Termin hinsetzen um an den neuen
Songs zu arbeiten, oder ist dies gänzlich stimmungsabhängig bei euch?
Marko: Das ist immer stimmungsabhängig. Aber wir können auch mit einer Deadline umgehen.

Was geht euch eigentlich durch den Kopf herum, wenn ihr Musik macht?
Marko: Ich lebe meine Fantasien. Ich nenne das immer Rückzug in meine eigene kleine Welt. Da darf ich, ich sein. Denn „da Draußen“ muss ich mich vielen Gegebenheiten anpassen, dadurch habe ich dann einfach keinen Kopf um kreativ zu sein.

Wie würdet ihr euch selbst beschreiben?
Marko: Ein kreativer und verrückter Haufen. Aber das ist wirklich gut so!

In welchem Land würdet ihr gerne auf Tour gehen?
Marko: Überall wo man uns gern hören mag.

Was war das schönste oder ausgefallenste Fan-Geschenk?
Marko: Viele Fans schreiben uns so liebevoll, da muss man dann auch schon mal tief Luftholen und schlucken. Genau dann weiß man, warum man Musik macht. Und das motiviert uns unglaublich.

Was war das Peinlichste das euch je passiert ist?
Marko: Das möchte ich lieber für mich behalten. Oder vielleicht doch nicht…?
Ich habe während eines Konzertes einen kompletten Filmriss gehabt und meine Texte vergessen. Ich schätze, dass ist nur aus dem Grund nicht weiter dramatisch aufgefallen, da unser Publikum bereits ziemlich betrunken war. Und sie hätten mich von der Bühne gezerrt. Garantiert! Puh…Das bereitet mir bis heute noch Alpträume (Lautes Lachen).

Was für Pläne habt ihr 2019?
Marko: Wir wollen unbedingt präsenter auf der Bühne werden. Natürlich werden im
Sommer auch wieder die Arbeiten an neuen Songs beginnen. Aber jetzt heißt es erst mal das neue Album promoten und wer weiß, vielleicht gibt es ja noch die eine oder andere Party dazu.

Was würdet ihr für Geld niemals tun?
Marko: Ich würde meine Seele nicht verkaufen wollen, denke ich. Obwohl… Nein! Spaß! (lacht). Es würde meine Kreativität komplett einschränken. Das könnte ich nicht zulassen.

Welche Vorbilder oder Helden habt ihr?
Marko: Die müssen nicht zwingend immer aus der Musikbranche kommen. Aber
um Quellen für Inspiration zu nennen, gehören U2, Muse, David Bowie, Queen oder
auch Depeche Mode dazu.

Was wollt ihr nach der Musik machen?
Marko: Ich denke das hört eigentlich nie auf…
Mario: Vielleicht sollten wir auch auf das neue Album anstoßen?

Wenn ihr einen Wunsch frei hättet, was würdet ihr euch wünschen?
Marko: Musik machen – und davon leben können. Die große Freiheit.

Was würdet ihr auf eine einsame Insel mitnehmen?
Marko: Einen Stift und ein Notizblock.
Mario: Einen Strom-Generator, einen PC, Cubase und ein Smartphone ;-)

Vielen Dank das ihr euch die Zeit genommen habt das alles zu beantworten.Und
wann kommen die Tourdaten für 2019/2020?:-)
Marko: Wir sind in der Planung und verkünden sie rechtzeitig :-)

geschrieben von Claudia Tomaszewski

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