Interview mit Purwien & Kowa

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KKM: Wie sind Eure beiden neuesten „Scheiben“ bei euren Fans angekommen? Welche Reaktionen gab es von Seiten der (Szene-Fach-) Presse?

Thomas: Das Buch Pommes! Porno! Popstar! wurde sehr positiv rezensiert, hier sind wir sehr zufrieden. Bei der CD Zwei warten wir noch auf Feedback und sind gespannt.

KKM: Wie lange habt Ihr an der Fertigstellung der neuen CDs gearbeitet? Wo wurden sie aufgenommen und produziert?

Christian: Wie man im zugehörigen Buch lesen kann, waren wir für die Aufnahme der CD in Ibiza und zwar im billigsten Hotel der Insel. Was auch wieder seinen Reiz hatte. Die Songs haben wir fast durchgängig in einer Woche dort aufgenommen und dann in Dortmund zusammen fertig produziert.

KKM: Wurdest Ihr bei der Produktion von jemandem hinter den Reglern unterstützt oder lag alles in Euren Händen?

Thomas: Wir sind sowohl für Buch wie CD zu hundert Prozent selbst verantwortlich und haben alles allein gemacht. Was auch wieder doof, ist, weil wir dann niemandem die Schuld geben können wenn es scheitert.

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KKM: Welche Anforderungen stellst Ihr persönlich an einen guten Song?

Thomas: Ich muss ihn auch noch zehn Jahre später gut finden. Da ich aber kein Hellseher bin, versuchen wir einfach nur unser bestes und geben uns mit dem Moment zufrieden. Und ein paar Tracks davon, schaffen es dann tatsächlich.

KKM: Wenn Ihr neue Songs komponiert, benötigt Ihr eine bestimmte innerliche Stimmung oder eine besondere Atmosphäre?

Christian: Grundsätzlich geht das überall und auch eine beschissene Stimmung kann sehr kreativ machen.

Thomas: Ich hab zu lange Zeit meines Lebens in irgendwelchen Studiokellern verbracht, dass ich mir zu Regel zu machen, nur noch dann Musik zu machen, wenn ich dafür an einem halbwegs schönen Ort bin. Man kann sich zwar darüber streiten, ob unser Hotel in Ibiza dem entsprochen hat, aber das konnte ich zum Beginn der Reise ja noch nicht wissen :-).

KKM: An welchen Orten könnt Ihr Euch am besten auf das Schreiben neuer Songs und Texte konzentrieren?

Thomas: Ich brauche nur einen Laptop und Kopfhörer und das Gefühl, dabei nicht zu arbeiten, sondern etwas zu erleben. Das geht am besten unterwegs.

KKM: Welche Themen greift Ihr in Euren Texten auf und durch was lasst Ihr Euch beim Texten inspirieren?

Christian: Themen die mich persönlich bewegen, die Abgründe der menschlichen Seele und der Wahnsinn des Alltags. Ich tue mich grundsätzlich immer schwer zu erklären was ich im Text ausdrücken möchte. Mein Ziel ist das der Zuhörer eigenen Erlebnisse in die Text interpretieren kann, das gelingt aber nicht immer.

KKM: Wie wichtig sind Euch Eure Texte? Nehmen sie einen großen Stellenwert ein oder seht Ihr die Texte eher als Beiwerk ?

Thomas: Als Schriftsteller muss ich sagen, finde ich neunundneunzig Prozent der Songtexte ziemlich überbewertet, vor allem, wenn sie nur im Kontext mit der Musik funktionieren. Christian fand ich da auch schon zu Second Decay Zeiten eine Ausnahme. Also haben wir gesagt, wir schreiben zur CD ein Buch und geben dem Album gleich einen ganzen Rucksack an Subtext mit.

Christian: Wenn die Texte irgendwann mal Beiwerk werden, höre ich auf Musik zu machen.

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KKM: Gibt es so etwas wie eine grundsätzliche Idee, die sich hinter Purwien & Kowa verbirgt?

Thomas: In Zeiten in denen alle super-authentisch ihre gestellten und nachgearbeiteten Fotos auf Instagram posten, wollten wir es anders machen. Purwien & Kowa stehen für viel Wahrheit, wenige Lügen und ein paar Absurditäten. Also im Grunde wie Trump, nur in einer anderen Reihenfolge.

*Ich glaube, man müsste lange nach einem Beweis suchen, dass Trump mal die zweifelsfreie Wahrheit gesagt hat, oder? Jedenfalls wenn allgemeine Sätze wie “Ich muss mal aufs Klo” oder “Heute habe ich einen Bad-Hair-Day” nicht zählen.

KKM: Wie, wo und wann kam es zur Gründung von Purwien & Kowa?

Thomas: Wir waren Anfang der 90er an dieselbe Plattenfirma in Dortmund gekettet und weil die kein Geld für ein Hotel bezahlen wollte, wurden wir bei Christian einquartiert. Das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft*.

*Und langer Putzsessions, als die Jungs wieder abgereist waren. In den 90ern hatten wir schon mal zusammen eine CD aufgenommen, die unter dem Namen Rehberg erschienen ist und sämtliche internationalen Charts verpasst hat. Da dachten wir, scheitere erneut, scheitere besser und so ist die CD “Zwei” entstanden.

KKM: Wie zufrieden seit Ihr mit dem bisher Erreichten und was würdet Ihr ändern, wenn Ihr die Zeit zurückdrehen könntest?

Thomas: Bei Purwien & Kowa haben wir alles richtig gemacht, wenn es trotzdem nicht klappt, dann lag es eben an uns. Ist ja auch irgendwie bemerkenswert, alles zu geben und trotzdem zu scheitern. Das verbindet uns mit geschätzt 80 Prozent der Bevölkerung :-).

KKM: Warum habt Ihr Euch für den Namen Purwien & Kowa entschieden? Steckt dahinter einer tiefere Bedeutung?

Thomas: Wir haben uns einfach für unsere Nachnamen entschieden. Hat bei Heckler & Koch schließlich auch funktioniert.

Christian: …und bei Bank und Jones auch , oder heißen die gar nicht so ?

KKM: Was war für Euch das Schlüsselerlebnis selbst Musik machen zu wollen?

Thomas: Als ich mit fünfzehn geschnallt habe, dass die Jungs mit der Gitarre am Lagerfeuer immer die hübschesten Mädels abbekommen haben. Da ich keine Gitarre spielen konnte, wurde es eben der Synthesizer. Erst später wurde mir klar, dass der an einem Lagerfeuer eher nerdig aussieht und dann noch das Problem mit dem Strom und woher die Boxen nehmen, damit man auch was hört? Tja, aber da war ich schon mitten im Leben.

Christian: Meine Körpergröße von nur 1,7 m, deshalb einen Krieg anzuzetteln kam einfach nicht in Frage.

KKM: Würdet ihr Euch vielleicht auch (musikalisch) verbiegen lassen, um dadurch eventuell erfolgreicher zu werden, einen fetten Label-Deal zu bekommen?

Thomas: Ich denke, die Frage haben wir in unserem Buch ausgiebig beantwortet. Weil wir auch nur Menschen sind, würden wir vielleicht sogar, aber wir können es nicht. Man kann eben nur das machen, was in einem drinnen ist. Und das ist wahrscheinlich auch gut so.

KKM: Mit welchen Schwierigkeiten habt Ihr momentan als Künstler am meisten zu kämpfen? Oder läuft alles so, wie es laufen sollte?

Christian: Anscheinend sind viele Medien überfordert, wenn jemand mit einem Buch und einer CD ankommt, die sich auch noch aufeinander beziehen. Und dann noch ein Hörbuch dazu. Und das sind meistens dieselben Leute, die sich über das ewige gleiche beklagen.

KKM: Welche Vorbilder oder Helden habt Ihr??


Christian: Helden hab ich eigentlich keine, aber musikalisch würde ich uns dem Synthie-Pop zuordnen, also im Grunde die Musik der 80er. Einflüsse waren für mich John Foxx, John Bender, Kissing the Pink *

*Die kennt doch kein Mensch! Also meine Einflüsse sind Depeche Mode, Kraftwerk und die Wildecker Herzbuben. Letztere aber nur, weil ich jemals weder so klingen noch so aussehen will wie die.

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KKM: Wenn Ihr einen Wunsch frei hättet, was würdet Ihr Euch wünschen?

Thomas: Weltfrieden. Und ein Knoppers*.

*Das sind zwei Wünsche**?

**Okay, dann nehme ich das Knoppers.

KKM: Was würdet Ihr auf eine einsame Insel mitnehmen?

Thomas: Eine Eiswürfelmaschine, einen bis auf das letzte Bit vollgepackten E-Book-Reader und Christian. Oder nee, doch lieber eine intelligente Strandschönheit, die gut kochen kann und der ich als Dankeschön abends ein paar Cocktails mixen würde*.

*Und wie willst du die servieren, ohne Gläser**?

**Natürlich in einer eigenhändig aufgeschlagenen Kokosnuss mit einem gerollten Babypalmenblatt als Röhrchen***.

***Angeber. Außerdem solltest du drei Dinge mitnehmen und eine Frau ist ja wohl kein Gegenstand, oder?

Mist, da hast du mal wieder Recht. Also würde ich neben der Eiswürfelmaschine und dem E-Book-Reader notgedrungen mein Laptop mitnehmen, um neue E-Books zu schreiben, wenn alle ausgelesen sind. Und was würdest du mitnehmen?

Eine Wunderlampe mit einem Geist ohne Kurzzeitgedächtnis. Dann hätte ich bei jedem Reiben stets drei Wünsche frei. Die anderen beiden Wünsche würde ich der intelligenten Strandschönheit überlassen, die von deiner Insel ja wieder verschwinden musste, weil du lieber den Laptop…

KKM: Vielen Dank für das Interview und Eure Zeit:-)

Ich wünsche Euch für die Zukunft alles was Ihr Euch wünscht und ich wünsche mir und Euren Fans, das wir noch sehr lange von Euch hören und Euch sehen;-)

geschrieben von Claudia Tomaszewski

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Ungekürzt, unzensiert und unglaublich lustig: Das Hörbuch zu ‘Pommes! Porno! Popstar!’ von Purwien & Kowa erscheint am 25.08.2017, überall wo es was auf die Ohren gibt. Zeitgleich wird die zugehörige Musik-CD ‘Zwei’ von Purwien & Kowa veröffentlicht, quasi der Soundtrack zum Hörbuch.

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Kein Hit, zwei Musiker, drei Probleme.
Millionen haben ihre Platten nicht gekauft, Hunderttausende ihre Konzerte niemals besucht und jeden Abend übernachteten dutzende Groupies weit entfernt von ihrem Hotelzimmer. Kurz und gut: Sie sind die unerfolgreichste Band der Popgeschichte. Und nun müssen sie innerhalb von nur einer Woche ein Hitalbum schreiben, denn sonst werden sie von den Hells Angels exekutiert und von der Deutschen Bank gevierteilt. Die beiden fliegen nach Ibiza, nehmen in Rekordzeit eine CD auf und steigen der Vorzimmerdame des erfolgreichsten CEOs der Musikindustrie hinterher. Denn sie wollen einen Termin bei deren Boss.
Doch sie haben nicht mit schwerhörigen deutschen Touristen, der Plattenfirmenputzfrau und Gott höchstpersönlich gerechnet, die alle ein Wörtchen mitreden wollen, was denn nun ein Hit ist und was nicht.
Das ungekürzte Hörbuch wird gelesen von Dominik Jungheim. Die CD Zwei wurde von Purwien & Kowa auf Ibiza erdacht sowie aufgenommen und Pommes! Porno! Popstar! erzählt total ehrlich und fast gar nicht gelogen, wie das geschehen ist.

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Nach langer Pause ist Christian Purwien (ex-Second-Decay) wieder zurück und das gleich mit einem Doppelschlag: Die CD Zwei wurde zusammen mit Schriftsteller und Produzent Thomas Kowa in Ibiza aufgenommen. Die Entstehung der CD wird von Purwien & Kowa im vorab erscheinenden Buch Pommes! Porno! Popstar! mit einer Menge Selbstironie erzählt.

Textlich und musikalisch ist die CD hingegen eher auf der ernsten Seite angesiedelt, man bewegt sich zwischen revolutionärer Melancholie (Das MeerDass wir all die Stürme legten ist schon lange her), ironischer Abgeklärtheit (Du: Wie kommen wir wohl dahin, wo die anderen schon längst waren?) und großartigem Blödsinn (Bandit: Ich wär gern Bandit, doch mir fehlt der Mut).

Zwei ist zeitgemäßer Elektro-Pop. Manche der Stücke atmen den Spirit der 80er, so dass auch alte Second Decay Fans einige Perlen entdecken werden. Weitere Tracks erinnern an das Soloalbum Eins von Purwien, wieder andere sind so reduziert, dass nur noch Piano und Stimme zu hören sind. Und die haben es in sich.

Die Single Du besticht durch coole Retro-Sounds und einen absolut eingängigen Refrain. Wie aus den frühen 80ern hingegen klingt Bandit, eine Joachim-Witt Hommage, die gerade durch Purwiens vormalige Zusammenarbeit mit Witt seinen besonderen Charme entfaltet. Weitere Highlights sind Alte Hits und Das Meer, sowie Die Zeit ist vorbei, Christians kürzlich verstorbener Mutter gewidmet.

Wer schon mal vorab in Zwei reinhören will, für den empfiehlt sich ein Besuch auf www.purwienundkowa.com. Dort gibt es für alle Leser des Buches Pommes! Porno! Popstar! kostenlos zum Download die 12“ Versionen von Du und Alte Hits, welche von Purwien & Kowa ganz im Stil einer 80er Maxi aufgenommen wurden.

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Über Thomas Kowa
Thomas Kowa wurde neben dem größten Chemiewerk der Welt geboren. Dort wucherten nur zwei Dinge: Chlorakne und Humor. Kowa entschied sich für letzteres. Er studierte irgendetwas Belangloses, für den krönenden Doktortitel fehlte ihm die kriminelle Energie. Stattdessen wurde er Poetry Slammer und Musikproduzent.
Höhepunkte seiner musikalischen Karriere waren die Ausstrahlung einer seiner Songs bei Desperate Housewives, eine Europatournee vor 25.000 Zuschauern und die Pleite seiner eigenen Plattenfirma. Wenn es gerade nichts zu lachen gibt – und das kommt in dieser Welt häufig vor – schreibt Thomas Kowa Thriller. „Pommes! Porno! Popstar!“ ist der zweite Roman, für den er niemanden umgebracht hat.

Über Christian Purwien
Christian Purwien war in seinem bisherigen Leben Pommesbuden-Besitzer, Drohnen-Entrepreneur, Busfahrer, Pädagoge, Plattenfirmen-Promoter und Chefredakteur eines großen Musikmagazins. Momentan ist er Videoproduzent und Chauffeur für die Insassen einer Drogenentzugsklinik bei Gerichtsterminen (natürlich inklusive Verfolgungsjagden).
Purwien veröffentlichte unzählige Alben und Beitrage auf mehr als hundert CDs, seine Coverversion des 80er Klassikers „Send me an angel“ enterte die deutschen Single-Charts. Für seine letzte CD – eine Kombination aus Elektro-Pop und Spoken-Word – arbeitete er mit Joachim Witt und Andreas Fröhlich zusammen, letzterer besser bekannt als Bob Andrews von den drei Fragezeichen.

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