Interview mit M.I.GOD. – Max Chemnitz (vocals)

KKM : Bitte stellt euch doch einmal mit eigenen Worten vor. Wie, wann und wo kam es zur Gründung von M.I.GOD.? Und wer genau verbirgt sich hinter dem Namen?

Gegründet wurde die Band in Nürnberg bereits 1999, aber da die Historie einer Band immer ab der ersten Veröffentlichung zählt – unsere erste EP „Bionic“ erschien 2001 – haben wir somit bereits 18 Bandjahre auf dem Buckel. Da wir nicht die einzigen waren, die unseren früheren Bandnamen cool fanden, musste ein einzigartiger gefunden werden. Bei der Suche danach ergab sich dann sofort schon beim ersten Mal aufs Papier schreiben das kleine aber feine Wortspiel mit unseren drei Punktierungen. Wir wurden daraufhin so oft nach der Bedeutung dahinter gefragt, dass sich regelrecht ein kleines Mysterium daraus entwickelt hat, und das darf auch gerne so bleiben. Aber eins können wir statuieren, wir halten uns nicht für „Götter“, hahaha!

KKM: Gibt es so etwas, wie eine grundsätzliche Idee, die sich hinter M.I.GOD. verbirgt?

Das liegt in der persönlichen Betrachtung, würde ich sagen… Wenn Du damit meinst, ob es einen Rahmen für uns gibt, in dem wir uns bewegen „müssen“ und nicht ausbrechen dürfen, dann ist das klar mit „nein“ zu beantworten. Wenn man es universeller betrachtet, dann ist unsere Band-Idee auf jeden Fall, anspruchsvolle Musik zu machen, die die verschiedensten Genres (von Rock über Metal über Pop bis hin zum Thrash und Death Metal) abdeckt, da wir alle einen sehr breit gefächerten Musikgeschmack haben und uns auf keinen Fall selbst limitieren wollen. Ich denke aber, dass wir trotz dieser Bandbreite eine mit M.I.GOD. identifizierbare Stilistik innehaben.

KKM: Wie kamt ihr auf das Cover und den Titel des neuen Albums?

Das Album heißt „Specters On Parade“ und verfolgt textlich ein sehr twistreiches schon fast episches Konzept. Es geht darin um einen jungen Mann, der eine seelische Achterbahnfahrt durchlebt. Im Titelsong geht es konkret darum, dass die Geister seiner Vergangenheit in einem Traum aufmarschieren und eine wahre Parade auf seiner gepeinigten Seele feiern. Das Cover des Albums soll diesen apokalyptischen Albtraum visualisieren. Das Artwork wurde vom genialen Grafik-Künstler Michael Sopolidis erschaffen.

KKM: Inwieweit nutzt ihr das Songwriting als Eigentherapie?

Ich denke, solange man sich nicht freiwillig in ein thematisch enges Korsett zwängt, z.B. Fantasy oder Horror etc., und man über reale Belange des Lebens schreibt, wird immer eine gewisse persönliche Note einfließen, ob nun als Selbstreflexion oder einfach Ansicht über etwas. Ich schreibe nicht zwingend aus meiner eigenen Perspektive, aber es sind stets persönliche Gedanken, die in meine Lyrics fließen, beim neuen Album vielleicht mehr denn je. Das Wort Therapie ist vielleicht etwas zu stark, aber das Schaffen unserer Musik ist in jedem Fall ein Ventil, für jeden von uns!

KKM: Habt ihr einen persönlichen Lieblingssong auf dem aktuellen Album? Wenn ja, welcher ist es und warum?

Die Frage ist eigentlich nicht zu beantworten, da man natürlich bereits bei der Zusammenstellung der Songs für das Album eine Auswahl trifft, um nur die besten drauf zu verewigen. Ich denke, jeder hat einen Song, den er temporär besonders gerne hört und einen, den er gerade am liebsten spielt… nur bin ich sicher, dass sich das auch immer wieder ändert. Einen gemeinsamen Lieblingssong gibt es aber nicht, dafür sind wir untereinander auch einfach zu vielseitig, haha.

KKM: Gibt es einen zentralen Song, der die Grundgedanken des Albums exemplarisch aufzeigt?

Das Album ist wie gesagt ein Konzeptalbum, und es wird eine fortlaufende Story erzählt. Jeder Song ist wichtig, da er einen Teil zur Geschichte beiträgt, ähnlich wie Episoden bei einer TV-Serie oder Szenen in einem Film. So gesehen gibt es eigentlich keinen zentralen Song, wobei der Titelsong „Specters On Parade“ mit seinen über acht Minuten sicher als das musikalische Herzstück der Platte zu sehen ist.

KKM: Wie wichtig ist für euch (musikalischer) Erfolg?

Nun ja, ich denke, für jeden ernsthaften Musiker ist Erfolg wichtig. Es kommt wohl darauf an, wie man Erfolg definiert, ob es rein ums Geld verdienen oder um Anerkennung geht… wobei das eine das andere ja nicht ausschließt. Neben dem persönlichen Spaß und der Liebe zur Musik, die man als Hobbymusiker genauso wie als Profimusiker haben sollte, ist ein Feedback in Form von Applaus oder CD-Verkäufen schon außerordentlich wichtig, denn nur so erhält man eine Bestätigung dafür, dass sich der oft enorme Zeit- und Arbeitsaufwand, die Kosten und die Nerven, die man in die Band, das Songwriting und eine Albumproduktion investiert, auch rentieren. Darüber hinaus gibt es aber nichts Schöneres für einen Musiker, als auf der Bühne zu stehen und das unmittelbare Gefühl zu haben, die Leute mit seiner Musik zu erreichen und zu begeistern.

KKM: Wie zufrieden seid ihr mit dem bisher Erreichten und was wollt ihr weiterhin erreichen?

Also, ich denke als Musiker ist man nie wirklich zufrieden mit dem Status Quo, und das ist gut so, denn Zufriedenheit bringt Stillstand. Selbst wenn eine Produktion abgeschlossen ist und man sicherlich erstmal damit zufrieden ist – was wir mit „Specters On Parade“ durchaus sind -, wollen wir selbstverständlich bei der nächsten Scheibe noch einen drauflegen. Gerade im Moment arbeiten wir fleißig daran, unseren Bekanntheitsgrad kontinuierlich zu vergrößern, uns einen Namen in der nationalen und später auch internationalen Metal-Szene zu machen, viele Live-Konzerte zu spielen, möglichst bald eine Tour – gerne als Support-Act einer größeren Band – zu fahren. Das Ziel ist es natürlich irgendwann dann eigene Headliner-Tourneen spielen zu können. Doch zum jetzigen Zeitpunkt sind wir sehr gespannt, welche Wirkung und Resonanzen die Platte so haben wird.

KKM: Und wo seht ihr euch in 20 Jahren?

Da haben wir die Weltherrschaft übernommen…haha, Spaß beiseite, 20 Jahre ist eine so lange Zeit, in der noch so viel passieren wird, da lohnen sich keine Fantastereien. Wir blicken da eher auf die unmittelbare Zukunft und versuchen diese zu nutzen, um peu à peu zu wachsen.

KKM: Mit welchen Schwierigkeiten habt ihr als Musiker momentan am meisten zu kämpfen? Oder läuft bei euch alles so, wie es laufen sollte?

Im Musikbusiness läuft es meistens nie so, wie man es sich wünschen würde. Der Plan, möglichst viel live zu spielen, um den Leuten unsere Musik vorzustellen, ist ambitioniert aber nicht ohne Weiteres umsetzbar… in der heutigen Zeit wird es zunehmend schwieriger an gute Auftrittsmöglichkeiten heran zu kommen. Gerade in Deutschland ist mittlerweile „pay to play“ Gang und Gäbe, das heißt, man muss sich einkaufen, um spielen zu dürfen. Geldverdienen ist sicher nicht unser primäres Ziel, doch man versucht natürlich, zumindest die Ausgaben, die man zur Produktion der Platte aufwenden musste, auch langfristig wieder einzuspielen. Und das wird einem als noch nicht etablierte Band sehr schwer gemacht!

KKM : Zum Schluss dann noch das obligatorische “Du musst den Satz vervollständigen”-Spiel: Ein Satz beginnt mit den Worten ”Wenn ich drei Wünsche frei hätte…“. Wie beendest du ihn?

wären wir mit der neuen Scheibe auf Platz 1 der Album-Charts jedes Landes!

stünde die Musikindustrie auf dem Stand der 80er Jahre, denn da konnte man noch von der Musik leben und Wunsch 1 wäre für etwas gut! ;-)))

hätten wir einen eigenen Gebäudekomplex mit gigantischem Studio, dem besten Equipment der Welt, für alle Zeiten kostenlos, Proberäume mit Hotel-Service und ein eigenes Label mit unbegrenzten Mitteln! Hahahaha!!! ;-)

KKM: Ein Satz beginnt mit den Worten ”Musik ist…“. Wie beendet ihr ihn?

Leidenschaft

KKM: Der Sinn des Lebens ist …

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KKM: Wenn dieses Interview endlich vorbei ist, werde ich Folgendes tun…

Weiter fleißig an unserem Bekanntheitsgrad schrauben!

Vielen Dank für eure Zeit, das Interview und natürlich für die Musik! :-)

Wir haben zu danken, Claudia!

Ich muss dringend mal kommen und live dabei sein!!! Alles Gute für die Zukunft!

Klar, sag Bescheid! Danke!

geschrieben von Claudia Tomaszewski

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