Front Line Assembly – mechanical soul

Front Line Assembly (FLA) is a Canadian electro-industrial band formed by Bill Leeb in 1986 after leaving Skinny Puppy. Influenced by early electronic and (post-)industrial acts such as Cabaret Voltaire, Portion Control, D.A.F., Test Dept, SPK, and Severed Heads,[1] FLA has developed its own unique sound while combining elements of electronic body music (EBM). The band’s membership has rotated through several members over the years, including Rhys Fulber and Michael Balch who are both associated with several other successful artists.

 

 

 

 

 

The legendary industrial act Front Line Assembly has always been willing fearlessly push past the boundaries between genres, exploring all manner of styles and influence. The new album, Mechanical Soul, can be seen as a culmination of these artistic endeavors, a masterful work from one of the genre’s greats. Features guest appearances by Front 242’s Jean-Luc DeMeyer and Fear Factory’s Dino Cazeres.

 

 

 

 

 

 

Tracklist:

01 Purge
02 Glass and Leather
03 Unknown
04 New World
05 Rubber Tube Gag
06 Stifle
07 Alone
08 Barbarians
09 Komm, stirbt mit mir
10 Time Lapse
11 Havetol (Black Asteroid Remix)

Rezension – mechanical soul

Am 15. Januar 2021 erschien das neue Studioalbum Mechanical Soul der Industrial Urgesteine Front Line Assembly, kurz FLA. Man kann bei der Menge an Scheiben schon mal die Übersicht verlieren, aber ich glaube es müsste das 20. Studioalbum sein. Mit einer Stunde Laufzeit und 10 Titel plus Bonus Remix Track plus Hidden Track bekommt man einiges fürs Geld.

Das erste Durchhören zeigt bereits, dass Profis am Werk sind. Die Songs sind klasse produziert, abgemischt und man lauscht gerne hinter die Bässe, um die Synthie-Effekte zu erlauschen. Zum einen ist die Scheibe klassisch FLA, zum anderen überrascht sie mit ihrer erwachsenen Attitüde. Was ich damit meine? Synthiesound und Stimme sind eindeutig FLA zuzuordnen, aber es mangelt an den Disco-Hit-Krachern. Schlecht finde ich das nicht, ganz im Gegenteil. Man wird beim Hören in die sphärische, düstere, Endzeit-esque, mechanische Seele gezogen und darf dort auch verbleiben. Es gibt zwar Upbeat-Nummern, auf die man hervorragend abzappeln kann, aber ob sie die Disco-Industrials erreichen, ist die Frage.

Für Tanzbeinschwinger ist sicher die ersten beiden Tracks „Purge“ und „Glass and Leather“ gute Anspieltipps. Ich finde beide Titel, mal abgesehen von der Tanzbarkeit, eher schwächere Titel. Es überrascht wenig und sind zu sehr Genre-spezifisch. „Unknown“ lässt den Hörer das erste Mal genauer hinhören. Der Titel hat eine spannende Drum/Base-Line und die Stimme des Sängers wird durch Verzerrungen darin eingebunden. Der Refrain hat Ohrwurmcharakter, auch wenn er klingt als wäre er von Funker Vogt gestohlen.

Die beiden langsameren Songs “New World“ und „Barbarians“ bieten zwar Abwechslung, es fehlt aber an Ecke und Kante. Kaum ist der Song vorbei, hat man ihn auch schon vergessen. Die Midtempo-Nummern „Rubber Tube Gag“ und „Stifle“ quietschen und blubbern zwar schön, aber auch hier fehlen mir die Aha-Momente, die zum erneuten Hinhören beitragen würden.

Und dann kommt “Alone“, mein Lieblingstrack auf der CD. Dieser Titel stielt allen anderen die Show. Besonders ist, dass die Strophe und die Hook wenig beeindrucken, dafür aber der Songaufbau. Der Song beginnt zuerst mit kickendem Bass in der Strophe, mündet im Refrain, um dann in eine düstere Klangwelt abzusacken. Die bedrückende Klangwelt wird mit 80er Synthie-Sound und wilden Synth-Melodiefolgen nach und nach wiederaufgebaut, um sich dann wieder beim Kick-Basepart einzufinden.

Ein Titel in deutscher Sprache ist ebenfalls enthalten. “Komm, stirbt mit mir“ ist nicht nur grammatikalisch falsch, er hört sich auch so an. Ich kenne einen Thriller-Roman, der genauso heißt, nur ohne T eben. In dem Buch geht es um eine Minderjährige, die sich in einen Mann verliebt. Dieser möchte mit ihr zusammen in den Freitod gehen, um die Liebe ewig zu konservieren. Nach der „Trauungszeremonie“ liegt sie allein tot da und die Suche nach dem Täter beginnt. Der Text des Songs erinnert mich daran: „Der Körper ist kalt / Aber nicht sehr alt / Komm sterbe mit mir / Die Liebe ist hier“. Leider kann ich dem Song ansonsten nichts abgewinnen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Platte einen gewissen düsteren Reiz hat und ein Muss für FLA / Industrialfans ist. Gerade weil wenig Disco-Kracher vorhanden sind, könnte die CD auch auf Interesse bei Hörern anderer Sparten stoßen. Mir persönlich sind zu viele Titel zu vorhersehbar und haben keinen Re-Hear-Factor. Ich vergebe 7 von 10 mechanische Seelchen.

geschrieben von Marc Seidler

 

 

 

 

 

 

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