Ehrenfeld „Finsterwalde“ Album – I am Surprised- Believe / Soulfood – VÖ: 28.08.20

Finsterwalde ist himmlisch bereichert worden mit der unverwechselbaren Stimme des verstorbenen Felix Flaucher (Silke Bischoff/18Summers).

Felix Flaucher hat nicht nur das Titellied des Albums vor seinem Tod gesungen, seine typische melodische Stimme durchzieht das ganze Album, ist unverkennbar präsent und unterstützt, den Bowie-artigen tempre von Ehrenfeld, Ehrenfelds Stimme nimmt beide stimmlichen Facetten an, versteht es aber auch durch eine Art Sprechgesang die Ohren der Hörer für sich zu gewinnen – man hört förmlich die Symbiose ihrer besonderen Freundschaft.

Musikalisch gibt es viele Variationen: Alles in allem sind es schöne, überwältigende Aufnahmen.

reinhören und weiterhören;-)

„Flowers – Burn All Evil“ Video auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=lIZRxttyKCE&feature=share

„Finsterwalde“ ist so überraschend vielfältig und erfrischend originell, mit messerscharfen Texten über Wahrheit, Drogen und Rock ‘n Roll, dass man sie nicht als gewöhnliche Popmusik definieren kann, sondern mit jahrelanger Erfahrung, reiner Schönheit in den absoluten Tiefen des Herzens und des Geistes, sie verbindet Poesie und Musik.

Beeinflusst von großartigen Wegbegleitern und dem Klang der Zukunft. Mit diesem Album wird nicht nur eine Erinnerung geschaffen, sondern ein neuer Weg, dennoch unverkennbar ein Ehrenfeld.

Finsterwalde Album: https://backl.ink/100978117

Ehrenfeld – Sparkling Star https://backl.ink/142541086

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Ehrenfeld Bio :

Peter Field alias EHRENFELD Peter hat zwei Gesichter: einmal das des ungewöhnlichen Musikers, der sich an keine Konventionen hält, sondern Grenzen sprengt, wobei er sich nicht nur vielfältiger musikalischer Mittel, sondern auch der Hilfe ungezählter Musiker bedient.
Und dann gibt es noch das des mystischen Dichters, der das Zeitgeschehen mal offen, mal verschlüsselt fokussiert wiedergibt.
Peter ist als Musiker schon seit Anfang der 80er Jahren aktiv. Begonnen hat er in Punkbands, orientierte sich aber später auch in der Wave-Szene und spielte eine Weile Bass bei Fliehende Stürme auf der Bühne, war Co-Produzent der Gothic-Electro-Legende SHOCK THERAPY, die bis Ende der 90er Jahre zahlreiche Alben veröffentlichte,  nebenbei hat er Anfang der 90er Jahre auch noch zwei Soloalben unter dem Namen BLUEFIELD aufgenommen, später eines als Peter Field.

2012 veröffentlichte er unter EHRENFELD mit „Who’s That Boy“ sein bislang stärkstes Opus. Der dunkle Grundcharakter des Debütalbums ist einem abwechslungsreichen und stilübergreifenden Sound gewichen, der sowohl mit atmosphärischen Momenten als auch mit hypnotischem Electro-Rock zu beeindrucken weiß. Hier ist EHRENFELDS emotionale und musikalische Beziehung zu Bands, wie SHOCK THERAPY oder SILKE BISCHOFF – Peter ist bei einigen Songs die zweite Stimme – spürbar. Der Ex SILKE BISCHOFF und 18 SUMMERS-Mastermind Felix Flaucher sang ein Duett für den Dark-Pop-Song „Stay With Me“ sowie „One Half Of The Moon“ und „Sparkling Star/Funkelnder Stern“.

 

 

Rezension 

Ahh… Post in der Mailbox: „Ehrenfeld „Finsterwalde“! (Was ist das denn?)

Dann mal los!

Zum Beginn, das Albumcover gefällt mir schon mal gut, schlichter geht es nicht (das dachte ich schon bei einem anderen Review, aber hier ist es noch schlichter), Schrift und Tannenbaum in Weiß und ein schwarzer Hintergrund.

Titel und Albumname kommen mir im ersten Augenblick etwas seltsam vor, „Ehrenfeld“ wie das Feld der „ehrenhaft“ Gefallenen, oder wie Fortuna Ehrenfeld, der Verein? (wahrscheinlich, weil Mr. Field (Feld), in diesem Projekt auch viele seiner Idole und Werke ehrt?) …und „Finsterwalde“, ist die Stadt gemeint, oder weil es klingt wie „im finsteren Walde! ..oder wegen des „Flaucher“ Songs?

Das erste Lied läuft, ich höre die Geschichte von Jonas und dem Wal , der Prophet eines Buches im Tanach, in einer aufgeregten Soundkulisse, Trommeln, eine kaum hörbare Fläche vom Synthie und ein Key das in einer Tour eine Melodie wiederholt um Spannung aufzubauen, der Sprecher mit teilweise verzerrter Erzählerstimme manchmal kommen Walgesänge, es kommt gut rüber, netter Intro-Song.

Beim zweiten Lied kommt die erste Überraschung, hier wird „Substance of Dream“ gehuldigt, nun bin ich etwas beruhigt, der Sound wird für mich interessanter, eine Band die auch schon mit den Fliehenden Stürmen zusammengearbeitet hat, wie die Verhältnisse da genau sind, kann ich nicht sagen, ich glaube der Schlagzeuger spielt bei den Stürmen, egal, wirklich ein klasse Song, der im Original schon 1993 auf einer Split e.p.: „Bluefield Feat. Substance Of Dream/House of Usher- Relict EP” rauskam.
Die Stimme schön dunkel, „Jammerei“ wie es sein soll, die Stimme von „Substance „ist auch Peter Field der Sänger dieses Ehrenfeld Projektes, das fällt mir jetzt erst auf, schöner Bass, “Identity Man„ , ein Song der an Joy Divison und Christian Death erinnert.

Weiter geht’s mit Ehrenfeld und Felix Flaucher von Silke Bischoff/18Summers, ein echt netter Kerl, der leider vor kurzer Zeit verstorben ist. In gleich sechs Songs und einem Mix wird ihm hier die Ehre erwiesen, auch bei Silke Bischoff hatte der Ehrenfeld Sänger in der Vergangenheit Gastauftritte und auch Kooperationen mit 18 Summers, scheinbar ist ihm die Zeit nahe gegangen. Sehr schön. Darum möchte ich zu den Songs nur sagen, sie sind toll, gut produziert und ein schönes Andenken an Felix, unbedingt anhören, Stimme und Sound passen perfekt. „Flowers“ (Song3) ist super, der“ Flowers Club Mix“ (Song13) ist mir zu „Techno“…yeah, bei „Sparkling Star“ (Song4) gefällt mir die Musik nicht ganz so gut, aber das ist alles Geschmacksache, „Love Never Dies“ (Song5) ist super – supercool, „Finsterwalde“ (Song8) hat einen schönen Text: „….weine nicht kleine Nachtigall, der Moment wird kommen!“, dann kommt eine neue Version des 1991 Songs von Silke Bishoff „Land On Earth“ (Song9), auch sehr gut gemacht, verzerrte Stimme, man fühlt sich gleich in eine andere Zeit zurückversetzt und gleichzeitig klingt es sehr modern.
Zum Schluss ist da noch „Tiefseeblick“ (Song12), Felix (..oder liest Peter den Text von Felix?) bietet den Text Tiefseeblick dar, keine Musik, man hört gerne mal zu.

Die Nummer sechs auf dem Album ist G.G. Allin gewidmet, in „Tanz und Schrei“ hört man den „Irren“ reden, ein echt krasser Mensch, wer ihn nicht kennt muss in mal Googeln, eine Punklegende. Man beginnt gleich am Kopf zu bluten, wenn man den Namen liest. Der Song beginnt mit einem eintönigen E-Drum, und weiblicher, oder verzerrter, Flüsterstimme, bla bla bla, Tanz und Schrei…bla bla bla…hat aber auch was! 😉

An siebter Stelle „And Though The Lens” (feat. Elephant vs.Bromley) kommt wieder was düsterer daher, orientalische Klänge und klagender Gesang, guter 90er Sound, neu aufgefrischt, Moment?!?!? … ist auch hier Peter Field beteiligt gewesen, man weiß es nicht genau, mein erster heißer Tipp heute! Gefällt mir sehr!

Weiter zu „Dreamwater“ (Song 10), akustische Gitarre und Wasser rauscht, ein Streicher setzt ein, zum Schluss Trommeln, wunderschön! Kann man in die „Depri“ Playlist zufügen, direkt hinter Sisters – 1959, oder so?!

Das letzte unbesprochene Lied und an elfter Stelle der Album Playlist nennt sich „Stimmen des Dramas“, die Trommeln erzeugen spannende Stimmung wie schon in einigen Songs davor, Textfragmente, woraus (Film? – Nachrichten?) auch immer, werden eingespielt, ich verstehe „Masken“, „Leichen“, „Vergänglichkeit“ und „alle sind dahin“ …ist das „Moby Dick“?… , fällt mir grade nicht ein, aber auch der Song kommt schön altmodisch daher, erinnert mich an diesen elektrischen Stuhl Song, keine Ahnung mehr von wem der war! 😉

So geht eine musikalisch erzählerische Reise aus der Welt des Peter Field zu ende, es hat mir gefallen, auch wenn ich am Anfang etwas irritiert war. Aber das musste wohl so sein! Jetzt bin ich beseelt!

Meine drei TIPPS:

Identity Man, Love Never Dies und And Through The Lens !


geschrieben von Karsten Zakrzewski

 

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