Driven Under – Hello Mr. Defeat – Rezension

„Driven Under“ aus der Schweiz sind kein ungeschriebenes Blatt. Die vier Mitglieder spielten schon als Support bei diversen internationalen Acts, wie Pentagram, Eluveitie, Killing Joke und Atreyu und haben nach Ihrer Promo-CD nun ihre zweite offizielle Studioplatte auf dem Metal-Markt veröffentlicht.

Die CD „Hello Mr. Defeat“ kommt im orange/schwarzen Gewand. Ein Kaputzenmann mit Knarre in der Hand sitzt auf einem Ohrensessel, der wiederum zufällig auf der Straße einer zerstörten Stadt steht. Sachen gibt’s. Ich kann mir nicht helfen, aber er trägt eine Sido-Maske… sorry.

Hören wir doch mal in die Musik rein. Laut Interview vergleichen sie selbst Ihren Stil mit Tool. Diese Meinung kann ich überhaupt nicht teilen. Beim ersten Anhören bin ich bei klassischem Metal. Ich assoziiere Sabbath, Mötley, Maiden und Ramones.

Der erste Track „Millionaire“ schlägt zunächst mit einem guten Riff und passendem Drive ein. Die Stimme erinnert schon stark an Bruce Dickinson. Der Song wechselt das Tempo und wird im Refrain langsamer und im Ozzy-Stil gesungen um am Ende nochmal mit einem zackigen Ramones-Part abzuklingen. Textlich bin ich verwirrt. Geht die Band in Richtung Steel Panther oder haben sie keinen besseren Reim gefunden („But I am not a crazy millionaire, all day long I clean my underwear“)? „Needless“ hängt sich dem Stil an, während „Daywalker“ eine etwas langsamere Nummer ist. Gezupfte Strophe und der Refrain ist sehr melodisch und catchy. Alleine die Screams in der Bridge hätte man weglassen sollen – Rob Halford ist halt ein Genickbrecher. „R’N’R“ kann man sich auch als Video auf deren Webseite oder YouTube ansehen. Wirklich ein guter Song, aber auch hier weiß ich nicht so genau, ob es eine Satire ist, oder das Reimverständnis im Englischen fehlt. Ein kritisches Metal-Lied über das Saufen und man trinkt„beer and some wine“ . Aber vielleicht denke ich auch zu true. Apropos true. Ein HailHailHailandKill-Manowar Moment beschließt diesen Song. Mein Anspieltipp ist „Liquidators“. Dieser Song ist am klarsten strukturiert und sehr klassischer Metal. Die CD endet überraschend mit einem Instrumentalstück, das ich auch sehr gelungen finde.

Die CD macht Spaß zu hören und man merkt, dass die Schweizer Bock drauf haben. Hier und da fehlt es noch an Individualität oder an einem Konzept. Ein wenig mehr Übung beim Texten und Reimen ist sicher auch von Vorteil. Trotzdem, guter Metal! Ich vergebe 6 von 10 Schokis.

geschrieben von Marc Seidler

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