CHOREA MINOR – BLACK WHITE MOON – VÖ: 20.02.2020

Das deutsche Electro-Projekt CHOREA MINOR des Musikers & Sängers
Mario Braun besteht bereits seit Anfang der 90er Jahre und hat u. a. mit der
Band Hekate für deren erste Veröffentlichungen „Sanctuary“ (1994) und
„The Seventh Sign“ (1996) zusammen gearbeitet, sowie gemeinsam
Konzerte, u. a. auf dem WGT 2012, gespielt. In den Jahren bis 2010 spielte
Mario auch als Gastmusiker (Percussion / E-Pad) u. a. auf dem WGT sowie
M’era Luna und es entstanden die EP „Endless Life“, sowie die 10“ Picture-
Vinyl „Four“ und das Album „E.B.T.“, auf denen mit der Sängerin Cornelia
Krempel kooperierte wurde. Auch genre-übergreifend konnte Mario Akzente
setzen, so zeichnet er sich verantwortlich für die Intros der Metalband
Desaster auf den Alben „A Touch Of Medieval Darkness“ und „Hellfires‘
Dominion“.

Im Frühjahr 2020 wird nun mit „BLACK WHITE MOON“ ein Digipack
Doppelalbum veröffentlicht, welches sich in zahlreichen Bereichen vom
sonst gängigen Genre-Output unterscheidet. Dies beinhaltet zunächst die
physische Doppel-CD mit zwei unterschiedlichen Konzepten. Eine BLACK-
CD, die sechs Songs inklusive Gesang enthält, und die zweite WHITE-CD
mit ebenfalls sechs Songs, die vornehmlich instrumental gehalten sind.
Zudem wurden beide CDs von unterschiedlichen Produzenten umgesetzt:
die BLACK-CD von Krischan J. E. Wesenberg (Rotersand), wohingegen
sich Patrick Damiani (ex-Rome) für alle Gesangsaufnahmen sowie die
Abmischung der WHITE-CD verantwortlich zeichnet.

Inhaltlich ergründet CHOREA MINOR auf der BLACK-CD die
verschiedensten Aspekte der menschlichen Seele mit deren Licht- und
Schattenseiten, wie sie auch im schwarz / weißen Konzept manifestiert
sind. Nicht minder elementar sind auch Umweltaspekte, deren
Thematisierung in einer Zeit der anstehenden dramatischen Veränderungen
unseres Planeten immer bedeutsamer wird. Dabei werden die textlichen
Inhalte von sphärisch-rhythmischem Electro-Pop begleitet, der mit seinem
transparenten Sound auf jeglichen Bombast verzichtet und sich auf Melodie
und klare Strukturen konzentriert.

Die, bis auf vereinzelt eingestreute Vokalelemente, weitestgehend
instrumental gehalten WHITE-CD unterstreicht die eher sphärische Seite
des Projekts und lässt bewusst viel Freiraum für eigene Phantasie. So
entführen Songs wie „Another Kind“ oder „Health“ in schwebende
Klangwelten, denen zwar eine grundsätzliche inhaltliche Idee vorangeht,
dessen Weiterführung jedoch eher in der individuellen Gedankenwelt des
Zuhörers stattfindet. Im Gesamtkonzept der beiden Seiten des
Doppelalbums gesehen würde das Attribut „Space-Pop“ am ehesten ins
Schwarze bzw. Weiße treffen, je nachdem, welche Seite man bevorzugt.

Zum Album-Release werden vorab einige Singles inklusive Videos
veröffentlicht. An einer Live-Präsenz mit der dazugehörigen audiovisuellen
Unterstützung wird ebenso gearbeitet, so dass CHOREA MINOR ab 2020
endlich wieder live zu sehen sein wird.

Audio Tracklisting:
1 container world 03:40
2 dancing on a wire 07:19
3 fireroller 04:10
4 sleepless 05:28
5 trickle of life 05:45
6 living only twice 04:44
1 starting 06:01
2 a new daylight 04:22
3 black white moon 04:22
4 another kind 05:56
5 question mark 05:48
6 health 05:43

Rezension: 

Chorea Minor – Black White Moon

Ein unbeschriebenes Blatt in der Musikbranche ist Chorea Minor nicht. Bereits seit Anfang der 90er Jahre widmet sich Mario Braun, der hinter dem deutschen Elektro Projekt steckt, der elektronischen Musik. So hat er unter anderem mit Hekate an ihrer ersten Veröffentlichung „Sanctuary“ im Jahr 1994 gearbeitet. Black White Moon“ wird auf eine etwas andere Art veröffentlicht. Das Album ist ein 2 CD Digipack, der sowohl einen weißen Tonträger mit Vocals, und einen schwarzen mit vorwiegend instrumentalen Songs enthält. So kann man sich also aussuchen, was man sich, je nach Laune, lieber anhören möchte. Der weiße Teil startet mit dem Song „Container World“. Er bietet einen guten Überblick über das Album. Es ist ein ruhiges Stück mit angenehm schwebenden Synthesizern. Er hat etwas, das sich gut in einer Lounge mache würde. Die Vocals sind eher gesprochen als gesungen und springen öfter zwischen deutsch und englisch hin und her. Davon bin ich persönlich kein Fan, ich bevorzuge eine Sprache. Der ständige Wechsel stört in meinen Ohren, den guten Fluss der Musik. Aber das ist wohl Geschmackssache.

Wenn man sich sanft wecken lassen möchte ist „Sleepless“ zu empfehlen. Der entspannte Sound holt einen ganz zart in die Welt der Wachen zurück und gefällt mir recht gut. Nur leider ist auch hier der Sprachwechsel für mich ein Störfaktor. Bei „Dancing on a Wire“ fühle ich mich in eine Raumstation versetzt, die Stimme ist so eingesetzt, dass es klingt wie eine Computeransage, die den Astronauten Anweisungen zum Tanzen gibt. Ein recht langes, entspanntes Lied, welches man sich gerne anhören würde, während man die Erde aus dem All betrachtet.

Auf dem schwarzen Tonträger lädt unter anderem „A New Daylight“ mit seinen sanften, entspannten Klängen ein, gemeinsam den Sonnenaufgang zu genießen. Es ist der perfekte Soundtrack dafür. Another Kind“ hingegen führt meine Fantasie ein bisschen in die Vergangenheit. Geräusche von Kindern, eine weibliche Stimme die leise verhallend ertönt. Ein sehr atmosphärischer Song mit Gänsehautfaktor.  Mit „Black White Moon“ hat Chorea Minor ein Album zum Entspannen und Abdriften erschaffen. Ob man die Musik mit oder ohne Vocals hören möchte, kann man frei entscheiden. Ich finde beide CDs gelungen. Ab dem 20. Februar 2020 ist das gute Stück erhältlich.

geschrieben von Antje Heine

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