Bloody Falls – Thanatos- Rezension

Der Totengott Thanatos besucht die Erde und zettelt ein blutiges Indianer-Massaker in Canada an? Jedenfalls scheint Thanatos modisches Verständnis zu haben und präsentiert sich in einem feinen Nadelstreifen-Einreiher. Oder wer ist das auf dem Cover des Debütalbums mit seinem Namen der finnischen Metal-Band Bloody Falls? Das Bandlogo und Cover ist recht modern gehalten und so vermute ich etwas in die Richtung Hardcore/Groove Metal. Und so ist es auch.

Ab der ersten Minute geht es ordentlich zur Sache. Die Einflüsse scheinen Machinehead, Slayer und Slipknot zu sein. Das typisch Finnische zeigt sich aber dennoch durch ein Corpsepaint (allerdings eher im Endzeit-Universum angesiedelt) und ein paar Synthie-Flächen. Ich vermute, dass man sich in Richtung Melodic-Death-Metal entwickeln möchte, denn hier und da erinnert es wenig an Children of Bodom.

Beim ersten Durchhören fällt mir aber auf, dass irgendwas nicht so richtig passt. Vielleicht ordne ich die Band auch falsch ein und es liegt an der Abmischung. Manchmal ist die linke Gitarre in einem Rhythmusteil lauter als die rechte und man hat das Gefühl eines wirren Durcheinanders. Das Drumset ist eher für Hardcore abgestimmt (kurze Basekicks, kaum Becken), die Growls sind monoton, laut und dominant und das Keyboard ist so zerbrechlich, dass man ganz genau hinhören muss um es nicht als aus versehen aufgenommenes Handyklingeln zu verwechseln. Über alldem hängen dann noch gesprochene Snippets oder pfeifende Gitarrenquietscher und spätestens dann wird es für den Hörer kompliziert.

Alle zehn Lieder klingen gleich und man hat das Gefühl, dass es nur darum geht auf Teufel komm raus rabiat, schnell und rotzig klingen zu wollen. Die Band und die CD ist schweine-heavy und hat Potential, vergaloppiert sich aber mit Stilelementen und Dysbalance im Sound.

Ich würde mir diese Band gerne live ansehen, ich vermute ein stimmigeres Bild, und bin auf die nächste CD gespannt. Ich hoffe sie spielen sich in eine Richtung ein, finden ihren Weg und Sound. Leider nur 3 von 10 Tomahawks.

geschrieben von Marc Seidler

Facebook: https://www.facebook.com/BloodyFalls/

Label: Inverse Records https://www.inverse.fi/