Black Lotus – Sons Of Saturn

Barcelona-based Heavy & Epic Doom Metal band BLACK LOTUS will release their debut album ‚Sons Of Saturn‘ in October 19th 2018 via Inverse Records. 

Black Lotus is founded by Hug Ballesta in 2015. After finding a proper line-up they headed into the Moontower Studio at the end of 2017. The album is recorded and mixed by Javi Félez and mastered by Brad Boatright at Audiosiege, Portland, Oregon.

Black Lotus‘ sound is grounded in the diverse influences of the band members. Traditional Heavy Metal is the common factor and driving force of the band, but alternative sounds of the 90s, Stoner Rock, Doom Metal and post metal genres are also colours in their palette. Their compositions are embracing all those influences without limitations or dogmas. Likewise, lyrics are eminently symbolic, expressing a dystopic vision of society and their view of the world. Classic mythology, occultism, and personal experiences and visions are the sources for their compositions. 

Track list:

01. Kings
02. The Sandstorm
03. The Pyre – intro.
04. Protective Fire
05. Taurobolium
06. Sons of Saturn
07. The Swamp
08. Return to Erebus – closing.

Line-up:
Charlie Gotaskull – Rhythm & Lead guitars
Cristian Vil – Bass Guitar, Vocals
Hug Ballesta – Drums, Vocals
Caio Pastore – lead & rhythm guitars (live)

Rezension

Ich sage euch, der Olymp wird untergehen! Lava brodelt am Fuße der einst prunkvollen Tempel des Olymps, die Luft ist orange-rot von den Flammen, der Planet Saturn droht auf der Welt einzuschlagen und diese zu verschlingen. Saturn mit Sichel und Stab thront auf den Mauern und dirigiert die Apokalypse. Das ist nicht die Offenbarung der römischen Götterwelt sondern das CD Cover des Debütalbums „Sons of Saturn“ der Band Black Lotus aus Barcelona. Das Bandlogo erinnert mich irgendwie an die geschwungene Blockschrift der frühen Black Sabbath Alben. Das „a“ ist als stilisierter römischer Helm dargestellt und das „t“ als Gladius – oder ist es doch das Klischee-Petruskreuz?

Ich erwarte Doom-Metal, aber durch die vielen römischen Sticheleien (vor allem im Logo) bin ich gedanklich auch irgendwie bei einer antiken Variante des Viking-, Death- oder Black-Metal, vor allem, weil der Gott Saturn seinen Vater kastriert und seine Kinder gegessen haben soll. Bevor ich mir die Musik anhöre, lese ich mir die Tracklist durch. „Da sind irgendwie so viele 1-minütige Intro/Outro/Preludes drin“, denke ich mir. „Und dann zwei 10-Minuten-Stücke?“, grüble ich. Und schon muss ich schmunzeln. Meine dritte, 80er-geprägte, Gehirnregion schreit: „Passt super auf zwei Seiten einer 60er BASF Kassette“. Na dann, auf geht’s.

Kings“ ist der Opener – ein kurzes Sprach-Sample und es wird gerockt. Die Gitarren sind tief gestimmt, fies verzerrt und der Rhythmus schleppend. Der Sänger hat eine solide Stimme, die sich intelligent von dem moll-krachigen Sound abhebt. Man hört einen sehr liebenswerten spanischen Akzent, der eine neue witzige Reim-Struktur zulässt. Im Verlauf des Songs sind ein paar Stoner-Rock Elemente eingebaut und der Refrain ist sehr eingängig. Nun folgt der erste 10-Minutentrack „Sandstorm“. Ein tolles Intro: Sturm, Hörner von Jericho (die biblischen), mongolischer Kehlkopfgesang und Marschgeräusche. Die Melodie ist leicht arabisch angehaucht und die Riffs laden zu einem soliden Headbanging ein. Doom soll monoton sein, aber 10 Minuten hätte es hier nicht gebraucht. Ganz anders das Duo „The Pyre“ und „Protective Fire“. Ein tolles Riffbrett mit Headbang-Garantie und einem Refrain, der beim ersten Hören seltsam klang, dann aber doch einen gewissen Charme entwickelt. Ich wusste erst nicht, wie ich den Gesangs-Rhythmus erklären soll, da er so außergewöhnlich ist. Aber auch hier half das Cover. Jeder, der Latein in der Schule hatte, weiß wovon ich spreche (lang-kurz-kurz).

Taurobolium“ ist das Intro des Titeltracks „Sons of Saturn“. Nachdem darin ein Minotaure beschworen wurde, beginnt der Titeltrack mit allerlei mystischen und fantastischem Textgut. Ein fettes Riff und ein melodischer Refrain. Alles was ein guter Song braucht. Daher habe ich diesen Track auch zu meinem Liebling auf der CD auserkoren. Zum Schluss gibt es noch ein 10-Minuten Track „The Swamp“ mit dem Outro „Return to Erebus“. Zunächst plätschert der Song vor sich hin und ich befürchte eine Wiederholung des ersten Langstrecken-Sandsturms. Ab Minute 8:30 findet Gott sei Dank ein Tempiwechsel statt und man kann nicht anders als sein Haupthaar zu drehen – Kurve bekommen!

Zusammengefasst ist „Sons of Saturn“ ein gelungenes Doom Werk, dass zwar nicht komplett überzeugt, aber hier und da mit netten Überraschungen um die Ecke kommt. Ich vergebe 6 von 10 Tempelsäulen.

geschrieben von Marc Seidler

Links:

Bandcamp: https://orderoftheblacklotus.bandcamp.com/releases
Instagram: 
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Twitter: 
https://twitter.com/BandBlackLotus
Youtube: 
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Soundcloud
https://soundcloud.com/user-681530500

Label: https://www.facebook.com/inverserecords/